NRW legt Kreislaufwirtschaftsstrategie vor

Fabian

Kreislaufwirtschaft; Symbolbild
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Eine zirkulär ausgerichtete Wirtschaft soll dazu beitragen, Wettbewerbsfähigkeit zu sichern und die Widerstandsfähigkeit gegenüber Krisen zu erhöhen. Darauf basiert das Konzept der Circular Economy: Produkte und Dienstleistungen werden möglichst von Beginn an so entwickelt, dass sie lange genutzt und repariert werden können und ihre Materialien dauerhaft im Kreislauf bleiben. Mit der ersten Kreislaufwirtschaftsstrategie für Nordrhein-Westfalen schafft die Landesregierung einen Rahmen, um das Land als führenden europäischen Standort für zirkuläres Wirtschaften zu etablieren und die wirtschaftliche Erneuerung voranzutreiben. Die Strategie führt bestehende Aktivitäten zusammen, setzt zusätzliche Impulse und soll Wirtschaft, Wissenschaft und Kommunen Orientierung geben. Ziel sind nachhaltiges Wachstum und zukunftsfähige Arbeitsplätze. Bereits heute erwirtschaftet die Kreislaufwirtschaft in Nordrhein-Westfalen eine Bruttowertschöpfung von mehr als 20 Milliarden Euro und sichert mehr als 240.000 Arbeitsplätze – mit steigender Tendenz.

Circular Economy als Innovationsmotor

Wirtschafts- und Klimaschutzministerin Mona Neubaur erklärte, die vielfältigen Ansätze der Circular Economy seien bereits heute ein wichtiger Innovationsmotor für neue Geschäftsmodelle sowie ein zentraler Faktor für Wettbewerbsfähigkeit und Resilienz der Industrie. Sie trügen dazu bei, wertvolle Ressourcen zu sichern, Kosten zu reduzieren und gleichzeitig einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. Diese Stärke solle nun weiter ausgebaut werden. Die Kreislaufwirtschaft sei kein abstraktes Konzept, sondern sichere allein in Nordrhein-Westfalen bereits mehr als 240.000 Arbeitsplätze und verringere zugleich die Abhängigkeit von Rohstoffimporten. Nordrhein-Westfalen werde seinem Anspruch, ein führender Standort für zirkuläres Wirtschaften zu sein, bereits heute gerecht und wolle seine Stärken weiter ausbauen. Dadurch könnten neue Chancen genutzt, zusätzliche Märkte erschlossen und intelligentes Wachstum gesichert werden.

Neue Anreize für zirkuläre Wertschöpfung

Umweltminister Oliver Krischer betonte, mit der Kreislaufwirtschaftsstrategie NRW schaffe das Land neue Anreize für zirkuläre Wertschöpfungsketten. Dies stärke branchenübergreifend die Wirtschaft im Land und verbinde ökonomische mit ökologischen Zielen. Circular Economy sei für die Zukunft von entscheidender Bedeutung, da sie Ressourcen schone, die Industrie stärke, Arbeitsplätze schaffe und die Abhängigkeit von Rohstoffimporten reduziere. Nordrhein-Westfalen setze deshalb auf gezielte Fördermaßnahmen und die Vernetzung relevanter Akteure, damit zirkuläre Innovationen und neue Geschäftsmodelle stärker in die breite Anwendung gelangen könnten.

Weniger Rohstoffverbrauch bis 2045

Mit ihrer Kreislaufwirtschaftsstrategie will die Landesregierung einen grundlegenden Wandel beim Umgang mit Ressourcen vorantreiben und zugleich zur Umsetzung der Ziele der Nationalen Kreislaufwirtschaftsstrategie und der Europäischen Union beitragen. Bis 2045 soll der Rohstoffkonsum in Deutschland demnach auf sechs bis acht Tonnen pro Kopf und Jahr sinken. Derzeit liegt er bei rund 16 Tonnen. Gleichzeitig soll der Anteil zirkulär genutzter Materialien in Nordrhein-Westfalen deutlich steigen. Beim Ausbau der Recyclingkapazitäten für kritische Rohstoffe will das Land mit den zahlreichen in diesem Bereich tätigen Unternehmen dazu beitragen, das europäische Ziel zu erreichen, künftig mindestens 25 Prozent des Bedarfs an strategischen Rohstoffen durch Recycling zu decken.

Schwerpunkte der NRW-Strategie

Die Kreislaufwirtschaftsstrategie Nordrhein-Westfalens umfasst mehrere zentrale Handlungsfelder:

  • Zirkuläres Bauen: Die Bauwirtschaft soll durch zirkuläre Planung, Sanierung, Wiederverwendung und hochwertiges Recycling von Baustoffen ressourcenschonender werden. Ergänzend sollen digitale Instrumente und regionale Stoffkreisläufe ausgebaut sowie die kreislaufgerechte öffentliche Beschaffung gestärkt werden.
    Chemische Industrie und Kunststoffe: Fossile Kohlenstoffquellen sollen zunehmend durch zirkuläre Alternativen ersetzt werden. Dazu gehören verbessertes mechanisches und chemisches Recycling, der Einsatz biobasierter Rohstoffe sowie Carbon Capture and Utilization (CCU), also die Abscheidung, der Transport und die anschließende Nutzung von Kohlenstoff. Leistungsfähige Märkte für Rezyklate sollen zudem die Grundlage für eine wettbewerbsfähige Chemieindustrie schaffen.
  • Metalle: Hochwertige Stoffkreisläufe für Stahl, Aluminium und kritische Rohstoffe sollen geschlossen werden. Damit soll sowohl die Rohstoffversorgung gestärkt als auch ein Beitrag zur Dekarbonisierung der Industrie geleistet werden.
    Maschinen- und Anlagenbau: Innovative Maschinen und Anlagen sollen weiterentwickelt werden, um die Herstellung zirkulärer Produkte, die Wiederaufarbeitung gebrauchter Produkte – das sogenannte Remanufacturing – sowie effiziente Sortier- und Recyclingprozesse in anderen Branchen zu ermöglichen.
  • Elektrotechnik: Im Mittelpunkt stehen langlebige, reparierbare und ressourceneffiziente Elektro- und Elektronikprodukte. Gleichzeitig sollen die Rückgewinnung kritischer Rohstoffe sowie Rücknahme-, Wiederverwendungs- und Reparaturstrukturen ausgebaut werden.
  • Circular Cities: Kommunen sollen als urbane Innovationsräume gestärkt werden. Durch Planung, öffentliche Beschaffung und Infrastrukturentwicklung können sie wichtige Impulse für zirkuläre Geschäftsmodelle setzen.
  • Sekundärrohstoffe: Eine leistungsfähige Sekundärrohstoffwirtschaft soll weiter ausgebaut werden und damit eine wesentliche Grundlage für geschlossene Stoffkreisläufe bilden.

Gute Voraussetzungen für eine Vorreiterrolle

Nordrhein-Westfalen verfügt mit seiner starken Grundstoffindustrie, einem leistungsfähigen Mittelstand, exzellenten Forschungseinrichtungen, innovativen Start-ups und einer gut ausgebauten Infrastruktur nach Einschätzung der Landesregierung über sehr gute Voraussetzungen, um eine führende Rolle in der Circular Economy in Deutschland und Europa einzunehmen. Eine starke Kreislaufwirtschaft gilt dabei als zentraler Baustein für eine erfolgreiche wirtschaftliche und ökologische Transformation.

Strategie geht über Recycling hinaus

Angesichts knapper werdender Rohstoffe, fragilerer Lieferketten, zunehmender geopolitischer Unsicherheiten sowie steigender klima- und umweltpolitischer Anforderungen auf europäischer, Bundes- und Landesebene soll die Kreislaufwirtschaftsstrategie dazu beitragen, Produkte und Materialien möglichst lange im Wirtschaftskreislauf zu halten. Dabei geht der Ansatz deutlich über klassisches Recycling hinaus. Bereits bei der Produktentwicklung sollen ein sparsamer Ressourceneinsatz sowie langlebige, reparierbare und wiederverwendbare Lösungen stärker berücksichtigt werden.

Dieser Text beruht auf einer Pressemitteilung des Ministeriums für Umwelt, Naturschutz und Verkehr des Landes NRW vom 01.09. und wurde unter Zuhilfenahme von KI redaktionell aufgearbeitet.