Klimaschädliche Dienstwagen: DUH-Bericht deckt Versäumnisse der Politik auf

Fabian

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Dienstwagen-Check der Deutschen Umwelthilfe: Spitzenpolitiker setzen weiterhin auf CO2-intensive Fahrzeuge Berlin, 8. Juli 2024: Im 18. Dienstwagen-Check der Deutschen Umwelthilfe (DUH) überschreiten knapp drei Viertel der befragten Spitzenpolitiker aus Bundes- und Landesebene den europäischen Flottengrenzwert für CO2-Emissionen von 95 g CO2/km deutlich. Von diesen erhalten 162 eine Rote Karte, da ihr CO2-Ausstoß um mehr als 20 Prozent über dem Grenzwert liegt, was eine Verschlechterung gegenüber dem Vorjahr darstellt, als 190 Rote Karten vergeben wurden. Der durchschnittliche CO2-Verbrauch der ausschließlich mit Verbrennungsmotoren betriebenen Dienstwagen hat sich im Vergleich zum Vorjahr erhöht.

Kritik an der Bundesregierung

Die sogenannte Klimaregierung zeigt sich ungebremst klimaschädlich: Sieben der neun Bundesminister überschreiten den Grenzwert deutlich. Bildungsministerin Bettina Stark-Watzinger und Justizminister Marco Buschmann sind besonders negativ hervorzuheben, da ihre Dienstwagen mehr als das Doppelte des erlaubten CO2-Ausstoßes erreichen. Nur die Familienministerin Lisa Paus und Entwicklungsministerin Svenja Schulze halten sich mit ihren Elektroautos an den Grenzwert. Kritisch wird bemerkt, dass immer noch 96 Politiker auf besonders klimaschädliche Plug-in-Hybride setzen.

Aussagen der DUH

Barbara Metz, Bundesgeschäftsführerin der DUH, erklärte, dass die Bundesregierung mit ihrer Wahl von Plug-in-Hybridfahrzeugen kein Vorbild sei. Diese Fahrzeuge erscheinen nur auf dem Papier umweltfreundlich, sind aber tatsächlich sehr schädlich für das Klima. Die Stagnation bei den Dienstwagen symbolisiere den Stillstand im gesamten Verkehrssektor. Metz forderte, dass die Bundesregierung und die Landesregierungen mit gutem Beispiel vorangehen sollten, indem sie auf emissionsarme Fahrzeuge umsteigen.

Positive Entwicklungen und Herausforderungen

Jens Hürdler, Senior Expert Verkehr und Luftreinhaltung bei der DUH, wies darauf hin, dass es zwar positive Entwicklungen gibt, wie den Anstieg der batterieelektrisch betriebenen Dienstfahrzeuge auf 34 Prozent, aber diese reichen nicht aus. Einige der elektrischen Dienstwagen sind überdimensioniert und verbrauchen zu viel Strom, wodurch sie ebenfalls eine rote Karte erhalten. Hürdler betonte die Notwendigkeit von Effizienzstandards für Elektrofahrzeuge sowie eine transparente und ehrliche Verbrauchskennzeichnung.

Spitzenreiter und Schlusslichter

An der Spitze des Gesamtrankings stehen erneut die sächsische Staatsministerin Katja Meier und die Staatssekretärin Margit Gottstein, deren Fahrzeuge nur 68 g CO2/km ausstoßen. Die Schlusslichter bilden NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst, NRW-Innenminister Herbert Reul, der Baden-Württembergische Innenminister Thomas Strobl, die Berliner Innensenatorin Iris Spranger und der Regierende Berliner Bürgermeister Kai Wegner mit Dienstwagen, die bis zu 380 g CO2/km ausstoßen.

Dieser Text beruht auf einer Pressemitteilung der Deutschen Umwelthilfe (DUh e.V.) vom 08.07.2024