Blühflächen für Wildbienen, mehr biologische Vielfalt auf dem Hochschulcampus und eigene Schulwälder: Drei Projekte aus Berlin und Brandenburg zeigen, wie Stadtnatur neue Lebensräume schaffen und gleichzeitig das Stadtklima verbessern kann. Die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesumweltministerium (BMUKN), Bettina Hagedorn, hat im Bundesumweltministerium in Berlin drei der insgesamt sechs Gewinnerprojekte des Projektwettbewerbs 2025 der UN-Dekade zur Wiederherstellung von Ökosystemen ausgezeichnet.
Mehr Natur für lebenswerte Städte
Bettina Hagedorn betonte anlässlich der Auszeichnung, dass Städte mehr Natur benötigten. Stadtnatur biete nicht nur Lebensraum für Tiere und Pflanzen, sondern verbessere auch das Stadtklima und schaffe Orte für Erholung, Begegnung und Naturerfahrung. Gerade die zunehmend häufigen Hitzephasen im Sommer machten deutlich, wie wichtig solche Flächen seien. Bäume, Parks und Grünflächen könnten die Umgebungstemperatur erheblich senken.
Die ausgezeichneten Projekte verdeutlichten nach Hagedorns Worten, dass die Wiederherstellung von Ökosystemen auch mitten in der Stadt gelingen könne. Ob auf Blühflächen, einem Universitätscampus oder im eigenen Schulwald: Überall engagierten sich Menschen für mehr biologische Vielfalt und leisteten damit zugleich einen Beitrag zum Wohlbefinden und zur Gesundheit der Bevölkerung.
Blühflächen schaffen Lebensräume für Berlins Wildbienen
Zu den ausgezeichneten Initiativen gehört das Projekt „Mehr Bienen für Berlin – Berlin blüht auf!“ der Deutschen Wildtier Stiftung. Es zeigt, wie selbst in einer dicht besiedelten Großstadt neue Lebensräume für Insekten entstehen können.
Seit 2018 wurden in allen zwölf Berliner Bezirken insgesamt 93 Blühflächen mit einer Gesamtfläche von rund 56.000 Quadratmetern angelegt und naturnah gepflegt. Auf diesen Flächen konnten bereits 170 der insgesamt 331 in Berlin vorkommenden Wildbienenarten nachgewiesen werden.
FU Berlin fördert Biodiversität auf dem Campus
Mit dem Projekt „Blühender Campus“ setzen sich Beschäftigte und Studierende der Freien Universität Berlin seit 2019 gemeinsam dafür ein, Natur und biologische Vielfalt auf dem Hochschulgelände zu fördern und erlebbar zu machen.
Besonders deutlich wird die Entwicklung inzwischen an den zahlreichen extensiv gepflegten Blühflächen, die das Erscheinungsbild des Campus prägen und neue Lebensräume für Tiere und Pflanzen bieten.
Schulwälder verbinden Klimaschutz und Naturbildung
Das Projekt „Schulwälder gegen Klimawandel“ der Stiftung Zukunft Wald verbindet die Wiederherstellung von Waldökosystemen mit praktischer Naturschutzbildung.
Schülerinnen und Schüler pflanzen in der Nähe ihrer Schulen eigene Wälder und begleiten deren Entwicklung über einen längeren Zeitraum. Die entstehenden grünen Klassenzimmer dienen als außerschulische Lernorte, an denen Kinder und Jugendliche die Natur beobachten, erforschen und unmittelbar erleben können.
Für diesen Ansatz erhielt die Initiative zusätzlich den Publikumspreis der UN-Dekade „Projekt des Jahres 2025“.
Stadtnatur verbessert Lebensqualität und Klima
Naturnahe Flächen erfüllen in Städten zahlreiche Funktionen. Parks und Grünanlagen bieten Platz für Begegnung, Bewegung, Erholung, Spiel und unmittelbare Naturerfahrungen. Gleichzeitig schaffen sie Lebensräume für Tiere und Pflanzen, fördern die biologische Vielfalt und unterstützen Städte dabei, sich an die Folgen des Klimawandels anzupassen.
Allerdings konkurrieren naturnahe Flächen in Städten und Kommunen häufig mit anderen Nutzungsansprüchen. Die ausgezeichneten Projekte verdeutlichen, wie sich Naturschutz trotz dieser Herausforderungen mit unterschiedlichen gesellschaftlichen und städtebaulichen Anforderungen verbinden lässt.
EU-Wiederherstellungsverordnung stärkt den Schutz städtischer Ökosysteme
Mit der im August 2024 in Kraft getretenen EU-Wiederherstellungsverordnung (W-VO) besteht erstmals ein rechtlich verbindliches Instrument zur Wiederherstellung der Natur in der Europäischen Union.
Das übergreifende Ziel der Verordnung ist es, bis 2030 auf mindestens 20 Prozent der geschädigten Land- und Meeresflächen der EU entsprechende Wiederherstellungsmaßnahmen zu ergreifen.
Auch städtische Ökosysteme werden ausdrücklich berücksichtigt. Bis 2030 dürfen die nationale Gesamtfläche städtischer Grünflächen und die Baumüberschirmung, also die von Baumkronen bedeckte Fläche, nicht abnehmen. Ab 2031 muss ein zunehmender Trend beim Stadtgrün erreicht werden.
Dieser Text beruht auf einer Pressemitteilung des BMUKN vom 22.09.2026 und wurde unter Zuhilfenahme von KI redaktionell aufgearbeitet












