- Badequalität an offiziellen Badestellen überwiegend gut, Ökosysteme jedoch gefährdet
- Belastungen durch Landwirtschaft, Trockenheit und Klimaerwärmung nehmen zu
- Schutzmaßnahmen wie Pufferstreifen für Seen notwendig
- Gute Badequalität, aber ökologische Defizite
Zum Weltwassertag macht der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland deutlich, dass die Badequalität an offiziellen Badestellen deutscher Seen überwiegend gut sei, während die ökologische Wasserqualität Anlass zur Sorge gebe. Laut Badegewässerbericht der Europäische Umweltagentur seien 91 Prozent der Seen als „ausgezeichnet“ eingestuft. Demgegenüber erreichten nach Angaben des Umweltbundesamt lediglich 25 Prozent der großen Seen einen guten ökologischen Zustand. Der Verband erläutert, dass sich die Badequalität vor allem an hygienischen Parametern wie Keimbelastung orientiere, während die ökologische Wasserqualität Faktoren wie Artenvielfalt, Nährstoffgehalt und Sauerstoff berücksichtige. Diese zeige deutliche Belastungen durch Landwirtschaft, Trockenperioden und steigende Temperaturen. Ein ökologisch geschädigter See könne langfristig auch für das Baden ungeeignet werden.
Viele Seen in schlechtem Zustand
Nach Einschätzung des BUND befänden sich knapp drei Viertel der 738 Seen mit einer Fläche von über 50 Hektar in einem mittelmäßigen bis schlechten ökologischen Zustand. Ursache sei vor allem ein Überschuss an Nährstoffen, der zu verstärktem Algenwachstum und Sauerstoffmangel führe. Dadurch würden Fische und andere Wasserorganismen erheblich beeinträchtigt.
Belastungen durch Landwirtschaft und Klima
Verena Graichen erklärt, die Seen stünden zunehmend unter Stress. Nährstoffeinträge aus der Landwirtschaft sowie steigende Temperaturen begünstigten das Wachstum von Algen und verschlechterten den Zustand der Gewässer langfristig. Typische Arten fänden in vielen Seen keinen geeigneten Lebensraum mehr. Zudem könne das Auftreten von Blaualgen auch gesundheitliche Risiken für Badende mit sich bringen.
Badequalität durch Extremwetter beeinflusst
Der BUND führt aus, dass die Badequalität zwar primär über hygienische Kriterien bewertet werde, jedoch auch Blaualgen eine Rolle spielten. Diese könnten sich infolge hoher Temperaturen und erhöhter Nährstoffeinträge bilden und Hautreizungen verursachen.
Graichen betont, dass ein gestörtes ökologisches Gleichgewicht Algenwachstum begünstige. Wer auch künftig im Sommer in Seen baden wolle, müsse sich daher stärker um den Schutz der Gewässer kümmern. Ein konsequenter Gewässerschutz sei notwendig, damit Flüsse und Seen als Lebensräume, Erholungsorte und prägende Bestandteile der Landschaft erhalten blieben.
Forderung nach konsequentem Gewässerschutz
Der BUND fordert Investitionen in die Wiederherstellung natürlicher Ökosysteme sowie eine konsequente Umsetzung der europäischen Wasserrahmenrichtlinie. Ziel sei es, nicht nur gesundheitliche Risiken für Badende zu reduzieren, sondern die ökologische Gesamtqualität der Gewässer nachhaltig zu verbessern.
Pufferstreifen und Schadstoffreduktion
Als zentrale Maßnahme nennt der Verband ausreichend breite Pufferstreifen entlang von Gewässern, um Nährstoffeinträge aus der Landwirtschaft zu verringern. Darüber hinaus müssten Schadstoffe wie PFAS, die aus Industrieprodukten, Konsumgütern und Pestiziden in die Umwelt gelangten, deutlich reduziert werden. Nur so lasse sich eine langfristige Entlastung der Gewässer und der Erhalt ihrer ökologischen Qualität sicherstellen.
Dieser Text beruht auf einer Pressemitteilung des BUNDs vom 19.03.2026 und wurde unter Zuhilfenahme von KI redaktionell aufgearbeitet












