BUND fordert klare Abrüstung: Atomwaffenverbotsvertrag unterstützen

Fabian

Abrüstung
© Tetiana Kasatkina / stock.adobe.com

80 Jahre nach den verheerenden Atombombenabwürfen auf Hiroshima und Nagasaki am 6. und 9. August 1945 erinnern der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) sowie internationale Partner an die humanitären und ökologischen Folgen der nuklearen Aufrüstung. Trotz internationaler Abrüstungsversprechen dokumentiert das Stockholmer Friedensforschungsinstitut SIPRI eine weltweite Modernisierung von Atomwaffen. Der BUND lehnt diese Entwicklung entschieden ab und spricht sich für eine sofortige Abrüstung zum Schutz von Mensch und Umwelt aus.

Atomwaffen als globales Risiko

Patrick Rohde, stellvertretender Geschäftsführer Politik beim BUND, betonte, dass die Opfer von Hiroshima und Nagasaki ein eindringliches Mahnmal seien. Atomwaffen seien keine Sicherheitsgarantie, sondern stellten ein permanentes Risiko für das Überleben der Menschheit und einer intakten Umwelt dar. In einer Zeit weltweiter Spannungen zeige sich die Gefährlichkeit nuklearer Abschreckungslogiken besonders deutlich. Laut Rohde erfordere der Humanismus, dass Vertrauen über Angst gestellt werde, um den Weg in eine atomwaffenfreie Zukunft einzuschlagen. Deshalb forderte der BUND die Bundesregierung auf, dem internationalen Atomwaffenverbotsvertrag beizutreten.

Vertrag ohne Beteiligung Deutschlands

Der unter dem Dach der Vereinten Nationen verhandelte Atomwaffenverbotsvertrag verpflichtet zur nuklearen Abrüstung. Weltweit haben 94 Staaten diesen unterzeichnet, 73 ihn bereits ratifiziert. Deutschland und die Atomwaffenstaaten zählen jedoch nicht zu den Vertragsparteien. Auf deutschem Boden befinden sich weiterhin US-amerikanische Atomwaffen. Der BUND ist Mitglied der Internationalen Kampagne zur Abschaffung der Atomwaffen (ICAN), ebenso wie die japanische Partnerorganisation Friends of the Earth Japan.

Zeitzeugnisse bewahren – Vertrag ratifizieren

Akiko Yoshida, Beauftragte für Klima und Energie bei Friends of the Earth Japan, berichtete von einem gemeinsamen Besuch in Hiroshima im März 2024, bei dem Mitglieder des BUND Naturschutz und sie gemeinsam das Friedensmuseum und den Gedenkpark besuchten. Dabei erinnerten sie an die Ereignisse des Atombombenabwurfs und deren Folgen. Yoshida wies darauf hin, dass die japanische Organisation der Überlebenden von Atom- und Wasserstoffbomben im selben Jahr mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet worden sei. Dennoch habe auch Japan den Vertrag über das Verbot von Atomwaffen bislang nicht ratifiziert und nehme nicht einmal als Beobachter an den Vertragsstaatenkonferenzen teil. Die Zahl der sogenannten Hibakusha sei erstmals unter 100.000 gefallen, weshalb die Zeit dränge, ihre Erinnerungen weiterzugeben.

Auch interessant:  Klimaklagen der DUH gegen die Bundesregierung; OVwG entscheidet!

Nukleartechnik bleibt riskant

Nicht nur Atomwaffen, sondern die gesamte nukleare Technik sei aus Sicht des BUND eine gefährliche Sackgasse. Reaktorkatastrophen wie in Tschernobyl und Fukushima sowie kriegsbedingte Risiken an Anlagen wie dem Kernkraftwerk Saporischschja verdeutlichten das zerstörerische Potenzial. Auch wenn Deutschland die Produktion von Atomstrom beendet habe, stelle die sichere Lagerung radioaktiver Abfälle eine weiterhin ungelöste, nationale Aufgabe dar. Diese müssten für Millionen Jahre zuverlässig von Mensch und Umwelt abgeschirmt werden. Darüber hinaus blieben die Uranfabriken in Lingen und Gronau weiterhin in Betrieb – eine Situation, die der BUND kritisiert und deren Abschaltung fordert.

Dieser Text beruht auf einer Pressemitteilung des BUND’s vom 01.08.2025