Die Länder Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz planen gemeinsam mit weiteren Partnern eine deutliche Kapazitätserhöhung der Eifelstrecke zwischen Köln und Trier. Dazu wurde eine gemeinsame Absichtserklärung zur Verbesserung des grenzüberschreitenden Schienenverkehrs zwischen Deutschland, Luxemburg und der Saarregion unterzeichnet. Ziel ist eine bessere Verbindung der Städte Köln, Trier, Luxemburg und Saarbrücken. Die Umsetzung soll schrittweise erfolgen und bis zum Jahr 2035 abgeschlossen sein.
Wiederaufbau und Modernisierung der Eifelstrecke
Die etwa 160 Kilometer lange Eifelstrecke wurde bei der Hochwasserkatastrophe im Juli 2021 in großen Teilen zerstört. Bund und Länder nutzten den Wiederaufbau, um die Strecke umfassend zu modernisieren. Geplant sind unter anderem hochwasserresiliente Ingenieurbauwerke, moderne digitale Signaltechnik sowie eine vollständige Elektrifizierung der Strecke. Diese Arbeiten sollen bis Dezember 2028 abgeschlossen sein.
Durch diese Maßnahmen gewinnt die Strecke auch für den bundesweiten Deutschlandtakt an Bedeutung. Beim Deutschlandtakt handelt es sich um einen abgestimmten Fahrplan für den gesamten Schienenverkehr in Deutschland. Züge verkehren dabei in regelmäßigen Takten und sind an zentralen Bahnhöfen zeitlich aufeinander abgestimmt, sodass Reisende schneller und mit kurzen Umsteigezeiten ans Ziel gelangen.
Perspektive: Mehr Kapazität bis 2035
Die Absichtserklärung zur Verbesserung des Takts wurde vom Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr Nordrhein-Westfalen, dem Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie und Mobilität Rheinland-Pfalz, dem Ministerium für Umwelt, Klima, Mobilität, Agrar und Verbraucherschutz des Saarlandes sowie vom Mobilitätsministerium des Großherzogtums Luxemburg unterzeichnet. Auch die Aufgabenträgerorganisationen go.Rheinland und Schienenpersonennahverkehr Rheinland-Pfalz Nord beteiligten sich.
Die Unterzeichner betonten ihr gemeinsames Interesse an einem bedarfsgerechten zweigleisigen Ausbau der Strecke, wobei die Tunnelabschnitte in Rheinland-Pfalz davon ausgenommen bleiben sollen. Ergänzende Maßnahmen sollen zusätzlich die Leistungsfähigkeit der Verbindung erhöhen.
Der nordrhein-westfälische Verkehrsminister Oliver Krischer erklärte, dass Nordrhein-Westfalen die Eifelstrecke stärken und dadurch eine höhere Taktung der Verbindung nach Trier, Saarbrücken und Luxemburg ermöglichen wolle. Die laufende Elektrifizierung bereite den Weg dafür, dass künftig ein Deutschlandtakt auch über Landesgrenzen hinweg zuverlässig funktionieren könne. Ein attraktives Bahnangebot dürfe weder an Landes- noch an Staatsgrenzen enden. Mit der Vereinbarung werde daher der Grundstein gelegt, um die Schienenverbindung durchgängig und leistungsfähig auszubauen.
Geplanter Fahrplan und neue Verbindungen
Der angestrebte Zielfahrplan sieht zwischen Köln und Trier einen schnellen Regionalexpress im Stundentakt vor. Die Reisezeit soll unter zwei Stunden und zwanzig Minuten liegen. Die Züge sollen sowohl in Köln als auch in Trier in die jeweiligen Taktknoten des Deutschlandtakts eingebunden werden.
In Trier ist außerdem eine Verknüpfung mit Verbindungen nach Luxemburg und Saarbrücken vorgesehen. Dadurch könnte Luxemburg künftig entweder direkt oder mit einmaligem Umsteigen stündlich schnell mit Köln verbunden werden. Auch Gemeinden entlang der Unteren Saar zwischen Konz und Saarbrücken würden dadurch eine attraktive Verbindung Richtung Köln erhalten.
Vorteile für regionale Wirtschaft und Städte
Von der dichteren und schnelleren Verbindung sollen auch Regionen rund um Trier, die Vulkaneifel sowie Städte wie Bitburg und Gerolstein profitieren. Vertreterinnen und Vertreter der regionalen Wirtschaft hatten in Gesprächen wiederholt bessere Schienenverbindungen gefordert, um die Standortqualität zu verbessern und die grenzüberschreitende Zusammenarbeit zu stärken.
Ergänzende Maßnahmen im Raum Köln
Parallel dazu wird im Raum Köln eine neue S-Bahn-Konzeption weiterentwickelt, die sich auch auf die Eifelstrecke bis Euskirchen beziehungsweise Kall erstrecken soll. Nördlich von Kall ist die Strecke bereits zweigleisig ausgebaut.
Zwischen Hürth-Kalscheuren und Kall sind insbesondere zusätzliche Weichenverbindungen, der Anschluss an das geplante Überwerfungsbauwerk in Kalscheuren sowie die Ortsumfahrung Hürth-Fischenich vorgesehen. Diese Maßnahmen sollen den Personen- und Güterverkehr stärker voneinander trennen, die Leistungsfähigkeit der Strecke erhöhen und so das geplante bessere Bahnangebot zwischen Köln, Trier, Saarbrücken und Luxemburg unterstützen.
Finanzierung der Maßnahmen
Die Unterzeichner streben an, die Infrastrukturmaßnahmen über Mittel des Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetzes des Bundes zu finanzieren. Die zusätzlichen Verkehrsleistungen im Schienenpersonennahverkehr sollen über Regionalisierungsmittel finanziert werden, die den Ländern und den zuständigen Aufgabenträgern zur Verfügung stehen.
Dieser Text beruht auf einer Pressemitteilung des Ministeriums für Umwelt, Naturschutz und Verkehr des Landes NRW vom 11.03.2026 und wurde unter Zuhilfenahme von KI redaktionell aufgearbeitet.












