Am 31. Juli 2025 endete die 15. Vertragsstaatenkonferenz der Internationalen Feuchtgebietskonvention (Ramsar-Konvention) in Victoria Falls, Simbabwe. Zentrales Ergebnis war ein gemeinsamer Plan, wie Feuchtgebiete – das weltweit am stärksten bedrohte Ökosystem – in den kommenden neun Jahren geschützt, wiederhergestellt und nachhaltig genutzt werden können. Zu diesen Ökosystemen zählen Moore, Quellen, Seen, Sümpfe und Küstengebiete weltweit. Die Ramsar-Konvention wurde 1971 in der iranischen Stadt Ramsar verabschiedet und gilt als das älteste globale Umweltabkommen zum Schutz natürlicher Ressourcen. Zum Auftakt der Konferenz verabschiedeten die Ministerinnen und Minister der Vertragsstaaten die „Erklärung von Victoria Falls“. Darin legten sie fest, dass öffentliche und private Finanzmittel mobilisiert werden sollen, um den Schutz der Feuchtgebiete zu gewährleisten. Im Vorfeld war zudem der aktualisierte Report Global Wetland Outlook 2025 veröffentlicht worden, der die ökonomischen Folgen des Verlusts von Feuchtgebieten hervorhebt.
Alarmierende Bestandsaufnahme
Seit 1970 sind rund 25 Prozent der weltweiten Feuchtgebiete verschwunden. Heute bedecken sie nur noch etwa sechs Prozent der Erdoberfläche. Ihre Leistungen für Trinkwasserversorgung, Hochwasserschutz, Ernährungssicherheit und Kohlenstoffspeicherung tragen zu über 7,5 Prozent des globalen Bruttoinlandsprodukts bei. Der weitere Verlust von Mooren, Sümpfen und Auen würde daher erhebliche Risiken für Volkswirtschaften weltweit mit sich bringen.
Ein besonderer Beschluss betraf die Unterstützung der Ukraine. Die Vertragsstaaten einigten sich darauf, das Land bei der Beseitigung von Kriegsschäden in international besonders bedeutenden Feuchtgebieten, den sogenannten Ramsargebieten, stärker zu unterstützen.
Schäden in ukrainischen Feuchtgebieten
In der Ukraine gibt es 50 solcher Ramsargebiete mit einer Gesamtfläche von mehr als 931.000 Hektar. Viele dieser Ökosysteme sind infolge des russischen Angriffskrieges stark beschädigt worden.
Urbaner Feuchtgebietsschutz
Auch der Schutz von Feuchtgebieten in Städten spielte eine wichtige Rolle. Insgesamt wurden 31 neue „Wetland Cities“ ausgezeichnet. Diese Anerkennung können Städte erhalten, die in unmittelbarer Nähe zu Feuchtgebieten liegen und sich aktiv für deren Schutz, Wiederherstellung und nachhaltige Nutzung einsetzen.
Zu den neuen Wetland Cities zählen neben dem Veranstaltungsort Victoria Falls auch Arles in Frankreich und Poznań in Polen. Deutschland hat angekündigt, zur nächsten Vertragsstaatenkonferenz eine eigene Nominierung einzureichen, um die Bedeutung urbaner Feuchtgebiete zu unterstreichen.
Wasservogel-Monitoring und internationale Partnerschaften
Die Konferenz fasste außerdem den Beschluss, eine internationale Partnerschaft zur Aktualisierung der weltweiten Bestände von Wasservögeln bis 2027 zu gründen. Wasservögel gelten als besonders stark von Feuchtgebieten abhängig und sind ein zentraler Indikator für deren ökologischen Zustand.
Deutsche Delegation
Die deutsche Delegation wurde vom Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN) geleitet und durch das Bundesamt für Naturschutz (BfN) unterstützt. Erstmals nahm auch ein deutscher Jugendvertreter an der Konferenz teil. Damit wurde dem Aufruf der letzten Vertragsstaatenkonferenz gefolgt, die Jugend stärker in die Arbeit einzubinden.
Dieser Text beruht auf einer Pressemitteilung des BMUKN vom 01.08.2025












