Berlin, 1.10.2026: Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hat im fünften Verpackungscheck zwölf Supermarkt-, Discounter- und Biosupermarktketten untersucht und eine ausgebliebene Verpackungswende festgestellt. Besonders die Discounter setzten weiterhin überwiegend auf Einweg, teilweise werde heute sogar mehr verpackt als vor fünf Jahren.
Discounter weiter überwiegend auf Einweg
Nach Angaben der DUH ist eine umfassende Verpackungswende im deutschen Lebensmitteleinzelhandel ausgeblieben. Die untersuchten Biosupermärkte erzielten weiterhin hohe Mehrweganteile und böten vergleichsweise wenig verpacktes Obst und Gemüse an. Die Discounter setzten dagegen noch immer überwiegend auf Einweg und führten teilweise sogar mehr verpacktes Obst und Gemüse als zuvor.
Aldi Nord und Aldi Süd belegen laut DUH seit Beginn des Verpackungschecks die letzten Plätze. Auch Lidl, Penny, Norma und Netto Marken-Discount erhielten über die gesamten fünf Jahre durchweg rote Karten. Rewe und Edeka bekamen wie in den Vorjahren eine gelbe Karte. Kaufland erhielt im Gesamtergebnis erstmals eine gelbe Karte, unter anderem wegen neuer Mehrwegangebote an Käse- und Wursttheken sowie für Heißgetränke. Eine grundlegende Abkehr vom Einweg-Modell sei bei keiner der konventionellen Handelsketten erkennbar, so die DUH.
Barbara Metz, Bundesgeschäftsführerin der DUH, zog eine ernüchternde Bilanz. Noch immer bestimmten Einweg-Flaschen, Dosen und unnötig vorverpackte Lebensmittel die Regale. Die durchschnittliche Mehrweg-Angebotsquote für Getränke liege bei den klassischen Supermärkten und Discountern mit 30,5 Prozent weit unter der gesetzlichen Zielquote von 70 Prozent. Aldi und Lidl verweigerten ihren Kundinnen und Kunden bis heute jede Wahlmöglichkeit, da sie keine Getränke in Mehrwegflaschen anböten.
Mehr vorverpacktes Obst und Gemüse
Besonders negativ entwickelte sich laut DUH der Verpackungsanteil bei Obst und Gemüse. Bei den meisten untersuchten Handelsketten liege heute mehr vorverpackte Ware in den Regalen als zu Beginn des Verpackungschecks. Bei Lidl stieg der Anteil gegenüber dem ersten Testjahr um rund zehn Prozentpunkte auf 66 Prozent, bei Rewe auf 56 Prozent. Bei Netto Marken-Discount legte er um 16 Prozentpunkte auf 74 Prozent zu.
Auch die Biosupermärkte verzeichneten leichte Rückschritte. Mit durchschnittlich 16 Prozent vorverpacktem Obst und Gemüse lägen sie aber weiterhin deutlich unter den klassischen Supermärkten und Discountern.
Elena Schägg, Stellvertretende DUH-Leiterin für Kreislaufwirtschaft, erklärte, ausgerechnet beim vorverpackten Obst und Gemüse stünden viele Händler schlechter da als vor fünf Jahren. Ab 2030 dürften Supermärkte Obst und Gemüse nicht mehr in Plastikverpackungen anbieten, davon seien sie nach ihrer Einschätzung noch meilenweit entfernt. Von den verpackten Karotten seien im Test 99 Prozent in Plastik eingeschweißt gewesen. Zudem gehe das Mehrwegangebot bei Joghurt insgesamt zurück.
Bio Company und Denns als positive Beispiele
Schägg erklärte, Bio Company und Denns zeigten, dass Händler ihr Verpackungsangebot Schritt für Schritt verbessern könnten. Die Biosupermärkte machten außerdem deutlich, dass Mehrweg nicht bei Wasser, Bier oder Saft aufhören müsse, da auch Wein, Öl und Essig in Mehrwegflaschen angeboten werden könnten. Dieses Angebot brauche es nach Ansicht der DUH nun in der Breite. Die Supermärkte müssten sich dringend auf die kommenden Vorgaben vorbereiten.
DUH fordert Vorgaben von Umweltminister Schneider
Metz forderte angesichts von fünf Jahren Stillstand, Umweltminister Schneider müsse dringend für wirksame Vorgaben sorgen. Notwendig seien eine ambitionierte, verbindliche und finanzielle Förderung von Mehrwegsystemen, die von den Herstellern von Einweg-Verpackungen getragen werden müsse. Zudem verlangte sie eine Abgabe von mindestens 20 Cent auf pfandpflichtige Einweg-Getränkeverpackungen und Getränkekartons. Die Bundesregierung dürfe die Förderung von Mehrweg nicht länger weitgehend den Unternehmen selbst überlassen.
Schägg sprach sich darüber hinaus für weitere Anreize aus. Dazu zählten verbindliche Mehrwegquoten für Milch und Wein sowie für weitere vorverpackte Lebensmittel wie Öl, Essig, Aufstriche und Obst- und Gemüsekonserven.
So wurde getestet
Für den fünften Verpackungscheck untersuchte die DUH im Zeitraum April bis August 2026 stichprobenartig 48 Filialen von zwölf Ketten: Aldi Nord, Aldi Süd, Lidl, Penny, Netto Marken-Discount, Norma, Rewe, Edeka, Kaufland, Alnatura, Denns und Bio Company. Betrachtet wurden unter anderem die Bereiche Getränke, Obst und Gemüse, Frischmilch und Joghurt sowie Frische- und Selbstbedienungstheken.
Die Ergebnisse wurden je Produktkategorie mit Rot (schlecht), Gelb (mittelmäßig) oder Grün (gut) bewertet und zu einer Gesamtwertung zusammengeführt. Erstmals zieht die DUH damit eine Bilanz über fünf Jahre und betrachtet insbesondere, wie sich die Angebote der Handelsketten seit Beginn der Untersuchung entwickelt haben.
Dieser Text beruht auf einer Pressemitteilung der Deutschen Umwelthilfe (DUH) vom 01.10.2026 und wurde unter Zuhilfenahme von KI redaktionell aufgearbeitet.












