Torffrei gärtnern schützt Klima und Moore

Fabian

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Die Gartensaison hat begonnen. Aus diesem Anlass hat der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) eine aktualisierte Übersicht über torffreie Erden veröffentlicht, die bundesweit in Bau- und Supermärkten, Gartencentern sowie online erhältlich sind.

Warum torffreie Erde wichtig ist

Die BUND-Gartenexpertin Corinna Hölzel erklärt, dass für unterschiedliche Einsatzbereiche wie Blumen- und Gemüsebeete, Balkonkästen, Kräutertöpfe, Anzucht oder Hochbeete torffreie Erde verwendet werden sollte, wenn man zum Klima- und Artenschutz beitragen möchte. Sie weist darauf hin, dass herkömmliche Blumenerde stets Torf enthält, der aus Mooren stammt. Diese Moore seien wertvolle Lebensräume für seltene Tier- und Pflanzenarten und zugleich bedeutende CO₂-Speicher.

Die Bedeutung von Mooren für Klima und Biodiversität

Moore und ihre Torfschichten sind über Jahrtausende entstanden und speichern große Mengen Kohlenstoff. Wird Torf abgebaut, gehen wichtige Lebensräume verloren und erhebliche Mengen CO₂ werden freigesetzt. Dadurch tragen Torfabbau und -nutzung maßgeblich zum Klimawandel bei.

Torffreie Alternativen und Eigenherstellung

Laut Hölzel gebe es inzwischen zahlreiche Alternativen zu torfhaltigen Erden. Komposterde eigne sich beispielsweise für viele Obst- und Gemüsearten. Für Anzuchten und Topfpflanzen könne die Erde erhitzt werden, um unerwünschte Keime und Samen abzutöten. Der Einkaufsführer des BUND gebe nicht nur Hinweise zu Bezugsquellen torffreier Produkte, sondern auch Anleitungen zur eigenen Kompostherstellung im Garten oder auf dem Balkon.

Umfang des Einkaufsführers

Der Einkaufsführer umfasst über 350 Produkte von 27 Herstellern, die bundesweit verfügbar sind. Zudem enthält er Informationen zu 16 großen Gartencentern und Baumärkten sowie deren jeweiligem Sortiment an torffreien Erden.

Kritik am Torfabbau und seinen Folgen

Hölzel betont, dass Moore als einzigartige Ökosysteme und wichtige Klimaschützer unbedingt erhalten werden müssten. Torf habe daher weder im Garten noch in Blumenkübeln etwas zu suchen. Sie macht darauf aufmerksam, dass nach der weitgehenden Zerstörung heimischer Moore inzwischen verstärkt Moore in Osteuropa ausgebeutet würden. Die Zerstörung dieser weitgehend intakten Lebensräume bezeichnet sie als katastrophal.

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Torfverbrauch in Deutschland

In Deutschland werden jährlich rund drei Millionen Kubikmeter Torf in Blumenerden verwendet, davon etwa zwei Millionen im Hobbygartenbereich. Ein großer Teil des Torfs wird importiert. Positiv sei jedoch, dass der Torfanteil in verkauften Erden im Zuge des Klimaschutzplans der Bundesregierung rückläufig sei.

Moore als Hotspot der Artenvielfalt

Moore bieten Lebensraum für zahlreiche bedrohte Arten wie den Goldregenpfeifer, den Hochmoorbläuling oder den Sonnentau, die oft ausschließlich dort vorkommen. Obwohl Moore weltweit nur etwa drei Prozent der Landfläche bedecken, speichern sie doppelt so viel Kohlenstoff wie alle Wälder zusammen – und das auf einer deutlich kleineren Fläche.

Bewusst einkaufen: Auf „torffrei“ achten

Hölzel weist darauf hin, dass vielen Verbraucherinnen und Verbrauchern nicht bewusst sei, dass herkömmliche Blumenerde große Mengen Torf enthält. Dadurch würden sie unbeabsichtigt zur Zerstörung von Mooren und zur Freisetzung von CO₂ beitragen. Sie empfiehlt daher, beim Kauf gezielt auf die Kennzeichnung „torffrei“ zu achten, da auch Produkte mit Bezeichnungen wie „torfarm“ oder „Bio-Erde“ weiterhin relevante Mengen Torf enthalten können.

Dieser Text beruht auf einer Pressemitteilung des BUNDs vom 23.03.2026 und wurde unter Zuhilfenahme von KI redaktionell aufgearbeitet.