Die Bundesstelle für Chemikalien hat in Zusammenarbeit mit dem Umweltbundesamt (UBA) und dem Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) die Substanz Trifluoressigsäure (TFA) offiziell als fortpflanzungsgefährdend sowie als besonders langlebig und mobil eingestuft. Ein entsprechendes Dossier wurde bei der Europäischen Chemikalienagentur eingereicht. Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) begrüßt diesen Schritt und fordert umgehende politische Konsequenzen.
Unsichtbare Gefahr für Umwelt und Gesundheit
Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer der DUH, erklärte, dass TFA eine unsichtbare Gefahr für die menschliche Gesundheit darstelle. Die aktuelle Risikobewertung bestätige nach seinen Worten die langjährigen Warnungen der DUH: Sobald TFA in die Umwelt gelange, bleibe es dort dauerhaft. Die Chemikalie finde sich mittlerweile überall, insbesondere im Grund- und Trinkwasser, aus dem sie mit herkömmlichen Aufbereitungsmethoden nicht mehr entfernt werden könne.
Resch kritisierte zudem, dass TFA-Vorläufersubstanzen, wie sie in Pestiziden oder in fluorierten Kältemitteln etwa in Autoklimaanlagen vorkommen, weiterhin in großem Umfang eingesetzt würden – obwohl umweltfreundlichere Alternativen bereits verfügbar seien. Er forderte die Bundesregierung auf, fluorierte Kältemittel und TFA-bildende Pestizide konsequent zu beschränken. Der Schutz der Wasserressourcen und damit auch der Gesundheit der Bevölkerung dulde laut DUH keinen weiteren Aufschub.
Herkunft und Verbreitung von TFA
Trifluoressigsäure zählt zur Gruppe der per- und polyfluorierten Alkylsubstanzen (PFAS). Sie wird in deutschen Gewässern seit Jahren regelmäßig nachgewiesen – mit stetig steigenden Konzentrationen. TFA wird nicht nur direkt als Industriechemikalie verwendet, sondern entsteht auch als Abbauprodukt anderer chemischer Verbindungen.
Ein bedeutendes Beispiel ist das fluorierte Kältemittel R1234yf, das inzwischen in nahezu allen Autoklimaanlagen verwendet wird und somit in großen Mengen verbreitet ist. Auch viele Pestizide zerfallen in der Umwelt zu TFA. Die DUH führt derzeit mehrere Verfahren gegen PFAS-haltige Pestizide, insbesondere solche mit dem Wirkstoff Flufenacet. Nach Einschätzung des Umweltbundesamtes ist Flufenacet die Hauptquelle für den pestizidbedingten TFA-Eintrag in die Umwelt.
Dieser Text beruht auf einer Pressemitteilung der Deutschen Umwelthilfe (DUH) vom 26.05.2025












