Der Konsum von Kaffee in Deutschland steht weiterhin in Zusammenhang mit Umweltzerstörung und sozialen Problemen. Zu den zentralen Risiken zählen Entwaldung, der Einsatz hochgefährlicher Pestizide sowie Verletzungen von Arbeitsrechten. Das geht aus einer Studie der Deutschen Umwelthilfe (DUH) hervor, die gemeinsam mit der Organisation Coffee Watch erstellt wurde. Die Untersuchung basiert auf Selbstauskünften von 21 Unternehmen aus den Bereichen Handel, Gastronomie und Verarbeitung. Analysiert wurde, inwieweit diese Unternehmen ihre Sorgfaltspflichten in den globalen Kaffee-Lieferketten umsetzen. Die Ergebnisse zeigen deutliche Unterschiede zwischen den Unternehmen. Während einige Betriebe bereits Maßnahmen zur Verbesserung von Transparenz und Verantwortung ergriffen haben, weisen andere weiterhin erhebliche Defizite auf.
Defizite bei Anbauflächen-Tracking und Pestizidkontrolle
Besonders große Lücken zeigen sich laut Studie bei der geografischen Erfassung der Kaffee-Anbauflächen sowie beim Monitoring gefährlicher Agrochemikalien. In diesen Bereichen fehlen häufig ausreichend detaillierte Informationen, um Umwelt- und Menschenrechtsrisiken entlang der Lieferkette wirksam zu kontrollieren.
Ein Teil der untersuchten Unternehmen schnitt insgesamt deutlich schlechter ab als andere und weist weiterhin großen Nachholbedarf bei der Umsetzung von Sorgfaltspflichten auf.
Erste Fortschritte bei Transparenz in Lieferketten
Gleichzeitig zeigt die Analyse auch positive Entwicklungen. Mehrere Unternehmen investieren zunehmend in Maßnahmen, um ihre Lieferketten transparenter zu gestalten und Risiken für Umwelt und Menschen zu reduzieren.
Dazu gehören unter anderem Bemühungen, Herkunftsdaten von Kaffee besser zu dokumentieren, Risiken systematischer zu bewerten und Nachhaltigkeitsstandards stärker in Beschaffungsprozesse zu integrieren.
Kritik an politischer Abschwächung von Lieferkettengesetzen
Vertreterinnen und Vertreter der Deutschen Umwelthilfe warnen jedoch, dass diese Fortschritte durch politische Entwicklungen gefährdet werden könnten. In Europa und Deutschland seien in den vergangenen Jahren wichtige gesetzliche Rahmenwerke für Umwelt- und Menschenrechtsschutz in Lieferketten geschaffen worden.
In jüngerer Zeit seien jedoch mehrere dieser Regelwerke abgeschwächt oder ihr Inkrafttreten verschoben worden. Dies könne zu Unsicherheit für Unternehmen führen, die bereits in nachhaltigere Lieferketten investieren.
Forderung nach konsequenter Umsetzung von Lieferkettenregeln
Aus Sicht der DUH bleibt eine verbindliche Lieferkettengesetzgebung auf nationaler und europäischer Ebene entscheidend, um Umweltzerstörung und Menschenrechtsverletzungen im Kaffeesektor zu reduzieren.
Die Organisation fordert daher, bestehende Regelwerke nicht weiter abzuschwächen und deren Umsetzung konsequent sicherzustellen. Nur so könnten Umweltstandards verbessert und soziale Mindeststandards in der globalen Kaffeeproduktion langfristig durchgesetzt werden.
Dieser Text beruht auf einer Pressemitteilung der DUH vom 05.03.2026 und wurde unter Zuhilfenahme von KI redaktionell aufgearbeitet.












