Plastikabkommen gescheitert: Folgen für Umwelt und Gesundheit

Fabian

Ohne ein ambitioniertes Plastikabkommen werde die Vermüllung unseres Planeten weitergehen. Laut Kritikern hätten die Öl-, Gas- und Chemielobbyisten in der Schweiz die Verhandlungen zu ihren Gunsten entschieden – und zwar auf Kosten der gesamten Gesellschaft. Anstatt die weltweite Plastikflut einzudämmen, könne künftig sogar noch mehr Plastik aus Öl und Gas hergestellt werden. Das Scheitern des Abkommens habe gravierende Folgen: Bis 2060 müsse mit einer Verdreifachung der Plastikproduktion gerechnet werden. Auch dann werde voraussichtlich weniger als ein Fünftel des Materials recycelbar sein. Zudem würden weiterhin über 4200 problematische Zusatzstoffe in Plastik enthalten bleiben, die die Gesundheit bedrohen könnten, indem sie Krebs verursachen oder die Fruchtbarkeit beeinträchtigen. Kritiker fordern deshalb eine Begrenzung der Plastikproduktion sowie ein Verbot nachweislich schädlicher Chemikalien.

Gesundheitliche Risiken durch Plastik

Plastik gilt als gesundheitsschädlich. Wissenschaftliche Nachweise zeigen, dass Mikroplastik sowohl im menschlichen Gehirn als auch in männlichen Hoden vorkommt. Es gebe Hinweise, dass dies die Fruchtbarkeit beeinträchtigen und die Spermienzahl verringern könne. In Plastik können über 4200 problematische Zusatzstoffe wie Bisphenole oder Phthalate enthalten sein. Diese würden nach und nach freigesetzt und stünden im Verdacht, krebserregend, fortpflanzungsschädlich oder hormonell wirksam zu sein.

Belastungen durch Produktion und Verarbeitung

Auch bei der Herstellung von Plastik können giftige Stoffe freigesetzt werden, etwa Benzol oder Vinylchlorid. Besonders gefährdet seien Menschen, die in Öl- und Gasverarbeitungsstätten arbeiten oder in deren Nähe leben. Da Öl und Gas die Grundstoffe für Plastik darstellen, führen Raffinerie- und Produktionsprozesse zu Emissionen, die das Nervensystem schädigen können. Darüber hinaus seien Risiken wie Fortpflanzungs- und Entwicklungsstörungen, Krebs, Leukämie und genetische Auswirkungen – etwa niedriges Geburtsgewicht – dokumentiert.

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Dieser Text beruht auf einer Pressemitteilung des BUND’s vom 15.08.2025