Photovoltaik-Ausbau in Großstädten zieht deutlich an

Fabian

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Berlin, 20. Mai 2025 – Der Ausbau der Solarenergie hat in Deutschlands Großstädten spürbar Fahrt aufgenommen. Einer aktuellen Auswertung der Deutschen Umwelthilfe (DUH) zufolge haben 40 von 82 Großstädten in den vergangenen zwei Jahren ausreichend neue Photovoltaik-Anlagen installiert, um sich auf einem klimazielkonformen Ausbaupfad zu befinden. Im Vergleich zum Vorjahr, in dem nur sieben Städte diese Kriterien erfüllten, hat sich die Zahl mehr als verfünffacht.

Spitzenreiter und Schlusslichter

Besonders hervorgehoben wurden Fürth und Ulm: Beide Städte verbesserten sich von einer gelben auf eine grüne Bewertung und übertrafen ihren Zielwert sogar um mehr als 50 Prozent. Auch Köln, München und Berlin verzeichneten deutliche Fortschritte – lediglich Hamburg stagniert weiterhin im roten Bereich.

Im Gegensatz dazu liegen 42 Großstädte weiterhin deutlich hinter ihren Zielen. 23 Städte erhielten eine gelbe Karte, was bedeutet, dass sie ihren jährlichen Photovoltaik-Zubau um bis zu 50 Prozent steigern müssten. 19 Städte erhielten eine rote Karte, darunter zwölf – wie Göttingen, Bremerhaven und Dresden – die ihr Ausbautempo mindestens verdoppeln müssen. Besonders abgeschlagen sind Potsdam und Salzgitter, die den Ausbau sogar verdreifachen müssten, um klimakompatibel zu werden.

Forderungen an die Bundesregierung

Die DUH rief Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche dazu auf, den Solarausbau durch gezielte Maßnahmen weiter voranzutreiben. Dazu zählen die Einführung von Energy Sharing, die Vereinfachung von Mieterstrommodellen sowie die gemeinschaftliche Gebäudeversorgung. Laut Barbara Metz, Bundesgeschäftsführerin der DUH, sei eine verstärkte Bürgerbeteiligung entscheidend. Viele Städte hätten die Bedeutung der Energiewende erkannt: Der Photovoltaik-Zubau habe sich von 514 Megawatt im Jahr 2022 auf 1.432 Megawatt im Jahr 2024 nahezu verdreifacht.

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Metz betonte, dass Städte ideale Voraussetzungen für den Solarenergie-Ausbau böten – insbesondere aufgrund ungenutzter Dachflächen, verfügbarer Netzkapazitäten und eines hohen Strombedarfs durch die Elektrifizierung von Wärme und Mobilität. Entscheidend sei nun, dass sich Städte verbindliche Klimaziele in Kombination mit konkreten Photovoltaik-Ausbauzielen setzen. Als positives Beispiel nannte sie Berlin, wo der sogenannte „Masterplan Solarcity“ bereits zu einem deutlichen Photovoltaik-Boom geführt habe.

Rückgang beim Zubau droht

Trotz des positiven Trends warnte die DUH vor einem Rückgang des Photovoltaik-Zubaus im ersten Quartal 2025. Grund dafür sei unter anderem das neue „Solarspitzengesetz“, das bei privaten Dachanlagen zu Verunsicherung führe. Die DUH forderte daher, hauptsächlich den Ausbau auf Mehrfamilienhäusern zu erleichtern, etwa durch neue Modelle gemeinschaftlicher Nutzung.

Privathaushalte als treibende Kraft

Laut Rupert Wronski, stellvertretender Leiter des Kommunalen Umweltschutzes bei der DUH, hätten im Jahr 2024 in drei Viertel der Großstädte vor allem Privathaushalte den Photovoltaik-Zubau getragen. Der Ausbau auf öffentlichen Gebäuden hingegen liege im niedrigen einstelligen Prozentbereich – Ausnahmen bildeten nur Regensburg und Bonn. Hier sieht Wronski erheblichen Nachholbedarf und erinnerte Kommunen an ihre Vorbildfunktion. Er appellierte an alle Großstädte, den Schwung der letzten zwei Jahre zu nutzen. Wirtschaftsministerin Reiche sei nun in der Pflicht, entsprechende Anreize zu setzen.

Dieser Text beruht auf einer Pressemitteilung der Deutschen Umwelthilfe (DUH) vom 20.05.2025