Kritik an Agrarverbänden wegen Ignoranz gegenüber Umweltschutzforderungen

Fabian

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Die Forderung des Deutschen Bauernverbandes (DBV) und 29 weiterer Agrarverbände an das Bundeslandwirtschaftsministerium, die Vorschläge für das „Zukunftsprogramm Pflanzenschutz“ zurückzuziehen, wird von Olaf Bandt, Vorsitzender des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), und Moritz Tapp, Bundesvorstand der BUNDjugend, kritisch betrachtet.

Kritik an Agrarverbänden

Bandt und Tapp zeigten sich bestürzt darüber, dass der Bauernverband und die anderen Agrarverbände die dringenden Belange des Umwelt- und Naturschutzes außer Acht lassen und sich einem Dialog mit der Politik sowie den Umweltverbänden verweigern. Ihrer Meinung nach verrate der DBV auch den Wunsch seiner Mitglieder nach mehr Unabhängigkeit von den Industrieverbänden und nach langfristiger Planungssicherheit, indem er eine Blockade aufrechterhält. Dies führe dazu, dass der Ausverkauf bäuerlicher Interessen an die Agrarindustrie ungemindert fortgesetzt wird und die notwendige sozial-ökologische Transformation in der Landwirtschaft blockiert wird.

Bedeutung der Biodiversität

Es sei essenziell, die Landwirte bei der Transformation der Landwirtschaft zu unterstützen, wobei der Schutz der Biodiversität eine zentrale Rolle spiele. Fertile Böden und Bestäuber seien grundlegend für die Produktion gesunder Lebensmittel. Der exzessive Einsatz von Pestiziden werde als Hauptursache für den Verlust an Biodiversität gesehen, weshalb ambitionierte Ziele zur Reduktion von Pestiziden unumgänglich seien. Die Ablehnung dieser Ziele durch die 30 Verbände stelle eine klare Opposition zum europäischen Green Deal, der europäischen Biodiversitätsstrategie und dem Montreal-Protokoll der Vereinten Nationen dar.

Missachtung des Verbraucherwillens

Darüber hinaus ignorierten die Agrarverbände mit ihrem Vorgehen den Willen der Mehrheit der Bevölkerung. Die Verbraucher müssten derzeit auf dreifache Weise für Lebensmittel zahlen: an der Ladentheke, durch ihre Steuern für Agrarsubventionen und für die externen Kosten der Landwirtschaft, die jährlich 90 Milliarden Euro betragen. Dieser Aufruf des DBV verdeutliche den Wunsch, das schädliche Landwirtschaftsmodell, das auch zu Lasten der Verbraucher gehe, aufrechtzuerhalten.

Dieser Text beruht auf einer Pressemitteilung des BUND’s vom 13.06.2024