Ob Mikroplastik oder andere sehr langlebige Chemikalien: In Kosmetikprodukten sind zahlreiche Umweltschadstoffe enthalten. Bei der Zulassung von kosmetischen Inhaltsstoffen werden Umweltauswirkungen bislang nicht berücksichtigt. Luise Körner, Chemie-Expertin beim Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), erläutert, wie Verbraucherinnen und Verbraucher umweltschädigende Inhaltsstoffe beim Kauf von Kosmetik erkennen und vermeiden können.
Inhaltsstoffe in Kosmetik können Trinkwasser gefährden
Viele persistente, mobile und toxische Stoffe (PMT) sowie sehr persistente und sehr mobile Stoffe (vPvM), die das Trinkwasser belasten können, sind auch in Kosmetik enthalten. Beispiele sind der UV-Filter Benzophenone-4 in Sonnencremes sowie der blaue Farbstoff CI 42051, der in Schaumbädern oder Zahnpasta eingesetzt wird. Körner weist darauf hin, dass es sinnvoll sei, beim Kauf von Kosmetik die Inhaltsstoffe sorgfältig zu prüfen oder auf die ToxFox-App des BUND zurückzugreifen.
Chemikalien dieser Kategorien sind besonders problematisch, da sie sich sehr gut in Wasser lösen, in der Umwelt kaum abgebaut werden und dadurch leicht in Oberflächen- oder Grundwasser gelangen können. Selbst wenn sie zunächst den Boden belasten, ist der Eintrag in Gewässer sehr wahrscheinlich. Kläranlagen können diese Stoffe nur unzureichend zurückhalten.
Naturkosmetik und Hilfsmittel wie die ToxFox-App
Eine mögliche Lösung stellt zertifizierte Naturkosmetik dar. Diese setzt auf pflanzliche Inhaltsstoffe, die in der Regel biologisch abbaubar sind. Da sie aus der Umwelt stammen, existieren Mikroorganismen wie Pilze und Bakterien, die sie effektiv zersetzen können.
Darüber hinaus bietet die kostenlose ToxFox-App des BUND Unterstützung: Sie spürt neben Mikroplastik, Nanopartikeln, PFAS und hormonellen Schadstoffen auch die vom Umweltbundesamt als trinkwassergefährdend eingestuften PMT- und vPvM-Chemikalien auf. Nutzerinnen und Nutzer müssen lediglich den Barcode eines Produkts scannen, um sofort Informationen über kritische Inhaltsstoffe zu erhalten.
Kosmetik einfach selbst herstellen
Wer die Zusammensetzung seiner Kosmetik vollständig kontrollieren möchte, kann Produkte auch selbst herstellen. Für ein Trocken-Deo beispielsweise genügt handelsübliches Natron. Dieses Pulver kann optional mit wenigen Tropfen ätherischen Öls parfümiert und in einem kleinen Tiegel aufbewahrt werden. Zur Anwendung reicht es aus, etwas Pulver mit feuchten Fingern aufzunehmen und unter den Achseln zu verteilen. Das Natron neutralisiert Gerüche zuverlässig – ganz ohne überflüssige Farb- oder Duftstoffe.
Dieser Text beruht auf einer Pressemitteilung des BUND’s vom 28.08.2025











