Kölner Bündnis drängt auf Einführung einer kommunalen Verpackungssteuer

Fabian

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Ein breites Bündnis aus Umweltorganisationen, regionalen Initiativen, Mehrweganbietern und Gastronomiebetrieben in Köln forderte den neuen Stadtrat auf, die geplante kommunale Einweg-Verpackungssteuer zügig umzusetzen. Jährlich fielen in der Stadt rund 75 Millionen Einweg-Becher und 60 Millionen Einweg-Essensverpackungen an, was die Vermüllung des öffentlichen Raums deutlich verstärke.

Erfahrungen anderer Städte als Grundlage

Die Bundesgeschäftsführung einer großen Umweltorganisation erklärte, dass die Beispiele Tübingen und Konstanz zeigten, welche Chancen eine solche Steuer biete. Dort habe sie zu weniger Müll, einem starken Ausbau von Mehrwegsystemen und geringeren Reinigungs- und Entsorgungskosten geführt. In Tübingen sei innerhalb weniger Jahre ein besonders umfangreiches Mehrwegangebot im Verhältnis zur Einwohnerzahl entstanden, während die Stadt gleichzeitig erhebliche Einnahmen bei niedrigen Verwaltungskosten erzielt habe. Konstanz habe nach wenigen Monaten einen deutlichen Rückgang des öffentlichen Müllaufkommens verzeichnet. Diese positiven Effekte könnten nach Einschätzung der Organisation auch in Köln erreicht werden, sofern der Stadtrat die Einführung entschlossen vorantreibe. Ein zentrales Ziel müsse sein, der Bevölkerung einen einfachen Umstieg auf steuerfreie Mehrwegverpackungen zu ermöglichen.

Forderung nach zügiger politischer Umsetzung

Der Kölner Stadtrat habe die Verwaltung bereits Anfang 2025 mit der Ausarbeitung einer Beschlussvorlage beauftragt. Nach der Kommunalwahl fordere das Bündnis nun, die Beratungen ohne Verzögerungen fortzuführen. Für breite Akzeptanz sei es nach Ansicht des Bündnisses wesentlich, gastronomische Betriebe frühzeitig einzubinden und beim Ausbau der Mehrweginfrastruktur zu unterstützen – etwa mit zentralen Rückgabe- oder Spüllösungen wie automatisierten Rücknahmesystemen.

Perspektive aus Gastronomiebetrieben

Eine Kölner Gastronomin betonte, ihr Betrieb spreche sich eindeutig für die Einführung einer Verpackungssteuer aus. Die stetig wachsenden Abfallmengen stellten die Frage nach ihrer Entsorgung immer dringlicher, und Einwegverpackungen landeten zunehmend im öffentlichen Raum. Angesichts von Klimawandel, verschmutzten Gewässern und Mikroplastik in Lebensmitteln sehe sie großen Handlungsbedarf. Ihr Unternehmen setze deshalb bereits seit Jahren ausschließlich auf Mehrwegangebote und verzichte vollständig auf Einweg-Becher.

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Mehrweg als konsequentes Betriebskonzept

Ein weiterer Kölner Gastronom erläuterte, sein Betrieb sei von Beginn an auf ein reines Mehrwegsystem ausgerichtet gewesen und erreiche inzwischen eine sehr hohe Mehrwegquote bei Getränken. Eine kommunale Einweg-Verpackungssteuer würde aus seiner Sicht dabei helfen, eine vollständige Mehrwegquote bei Getränken und langfristig auch bei Speisen zu gewährleisten.

Dieser Text beruht auf einer Pressemitteilung der Deutschen Umwelthilfe vom 08.12.2025