Berlin, 23. Juli 2025 – Der heute bekannt gewordene Klimaschutzbericht 2025 prognostiziert, dass die Bundesregierung ihre Klimaziele ab dem Jahr 2030 nicht einhalten wird. Die offizielle Verabschiedung des Berichts durch das Bundeskabinett ist für die kommende Woche geplant. Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) äußert sich mit deutlicher Kritik und warnt eindringlich vor den Konsequenzen des ausbleibenden Fortschritts beim Klimaschutz. Besonders große Defizite bestehen laut dem Bericht in den Bereichen Verkehr, Gebäude sowie im Land- und Forstsektor – diese Bereiche verfehlen bereits jetzt signifikant die gesetzten Zielvorgaben bis 2030.
DUH kritisiert fehlende Maßnahmen
Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer der DUH, erklärte, dass es sich nicht länger um Einzelfälle oder Pannen handle. Wenn die Bundesregierung erneut selbst einräume, zentrale Klimaziele weit zu verfehlen, aber dennoch keine wirksamen Sofortmaßnahmen ergreife, sei das als klimapolitisches Totalversagen zu bewerten. Der Verkehrssektor allein werde bis zum Jahr 2030 etwa 169 Millionen Tonnen CO₂-Emissionen über dem erlaubten Wert ausstoßen. Im Gebäudesektor kämen weitere 110 Millionen Tonnen hinzu.
Land- und Forstsektor wird zur Emissionsquelle
Besonders alarmierend sei die Situation im Land- und Forstsektor: Anstatt als CO₂-Senke zu fungieren, entweichen dort im Jahr 2024 etwa 51 Millionen Tonnen CO₂. Dies widerspreche dem eigentlichen Ziel dieses Sektors, Kohlendioxid zu binden. Auch das langfristige Ziel der Klimaneutralität im Jahr 2045 werde laut Bericht um rund 204 Millionen Tonnen CO₂-Emissionen verfehlt.
Forderung nach konkreten Maßnahmen
Resch betonte, Deutschland gefährde mit diesem Kurs nicht nur seine nationalen Klimaziele, sondern verstoße auch gegen europäische Verpflichtungen. Um dem entgegenzuwirken, forderte die DUH konkrete Maßnahmen: ein Tempolimit von 100 km/h auf Autobahnen, 80 km/h auf Landstraßen und 30 km/h in Städten, die Abschaffung aller klimaschädlichen Subventionen, eine sozial gerechte Gebäudesanierungsoffensive sowie die Renaturierung und Stärkung widerstandsfähiger Moore und Wälder. Sollte die Bundesregierung diese Schritte weiterhin unterlassen, kündigte die DUH an, ihre Forderungen notfalls mithilfe von Klimaklagen durchzusetzen.
Dieser Text beruht auf einer Pressemitteilung der Deutschen Umwelthilfe (DUH) vom 23.07.2025












