Klimaschutzbericht 2025: Bundesregierung sieht Fortschritte, mahnt aber zu mehr Tempo

Fabian

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Das Bundeskabinett hat den Klimaschutzbericht 2025 beschlossen. Dieser Bericht gibt einen Überblick über die aktuellen Entwicklungen klimaschädlicher Emissionen, die Klimaschutzmaßnahmen sowie den Stand der bisherigen Programme in Deutschland. Zudem hebt er die Bedeutung sozialer Aspekte beim Klimaschutz hervor. Laut Bericht sind die Treibhausgasemissionen im Jahr 2024 weiter gesunken. Deutschland könne – bei anhaltenden Anstrengungen – das Klimaziel 2030 erreichen. Gleichzeitig betone der Bericht, dass Klimaschutzmaßnahmen wirtschaftliche Innovationskraft freisetzen. Dennoch seien die Folgen des Klimawandels inzwischen in Deutschland spür- und messbar, weshalb die Anpassung an den Klimawandel zunehmend wichtiger werde.

Einschätzung des Bundesumweltministers

Bundesumweltminister Carsten Schneider erklärte, der eingeschlagene Weg sei richtig, da die klimaschädlichen Emissionen weiter zurückgingen. Besonders im Verkehr und im Gebäudebereich müsse jedoch entschlossener gehandelt werden. Er betonte, dass es notwendig sei, die Widerstandskraft der Gesellschaft gegen die Folgen des Klimawandels zu stärken. Klimaschutz sei nicht nur Verantwortung, sondern auch ein Treiber für Innovation, Modernisierung und wirtschaftliche Erneuerung. Bei geeigneten Rahmenbedingungen entstünden neue Technologien, Arbeitsplätze und Geschäftsmodelle – von grünem Stahl über nachhaltige Dienstleistungen bis hin zum klimaneutralen Gebäude. Deutschland habe die Chance, ein internationaler Leitmarkt für klimafreundliche Lösungen zu werden. Dafür brauche es jetzt Entschlossenheit. Die Bundesregierung werde noch in diesem Jahr ein umfassendes Klimaschutzprogramm vorlegen, das nicht nur Emissionen senken, sondern auch Zukunft gestalten solle.

Positive Emissionsentwicklung, aber Zielverfehlungen in Sektoren

Deutschland konnte seine Gesamtemissionen im Jahr 2024 um 3,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr senken – auf 649 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalente. In den meisten Sektoren gingen die Emissionen zurück. Besonders die Energiewirtschaft verzeichnete deutliche Fortschritte und blieb unter ihren Zielwerten. Dagegen verfehlten die Sektoren Gebäude und Verkehr erneut ihre Jahresemissionsmengen. Dies habe erhebliche Konsequenzen für die Einhaltung der EU-Effort-Sharing-Verpflichtungen (ESR).

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Klimaziele 2030 nur mit vollständiger Umsetzung erreichbar

Die Projektionsdaten 2025 zeigen, dass Deutschland das Ziel einer Emissionsminderung von mindestens 65 Prozent bis 2030 im Vergleich zu 1990 mit den bestehenden Maßnahmen knapp erreichen könnte. Ohne zusätzliche Schritte sei jedoch das Langfristziel der Treibhausgasneutralität bis 2045 nicht realisierbar. Der Expertenrat für Klimafragen betonte, dass weitere Maßnahmen dringend erforderlich seien – insbesondere in den Bereichen Verkehr und Gebäude.

Klimaschutz als Motor für Innovation

Der Bericht beschreibt, dass Klimaschutz Innovationen in allen Sektoren fördere. Im Energiesektor profitiere die Entwicklung vom Ausbau der erneuerbaren Energien, von Fortschritten bei Speichertechnologien und von der Digitalisierung der Stromnetze. Im Gebäudebereich entstünden durch die Wärmewende neue Märkte für klimafreundliche Heiztechnologien wie Wärmepumpen oder Geothermie. In der Industrie würden Klimaschutzverträge, Wasserstofftechnologien und Elektrifizierungsstrategien Investitionen in nachhaltige Produktionsprozesse vorantreiben. Der Verkehrssektor erlebe durch Elektromobilität und alternative Antriebe eine Modernisierung, die Innovationen in Infrastruktur, Fahrzeugtechnik und Logistik anstoße.

Notwendige nächste Schritte

Die Bundesregierung wird gemäß Paragraf 9 Absatz 2 Bundes-Klimaschutzgesetz bis Ende des Jahres ein neues Klimaschutzprogramm vorlegen. Darin sollen zusätzliche Maßnahmen für die kritischen Sektoren Gebäude und Verkehr definiert, soziale Ausgleichsmechanismen weiterentwickelt und die Investitions- sowie Förderkulisse angepasst werden. Ziel ist es, die im Bundes-Klimaschutzgesetz verankerten Klimaziele für 2040 (88 Prozent Treibhausgasminderung) und 2045 (Treibhausgasneutralität) erreichen zu können.

Darüber hinaus soll ein neues Sozial-Monitoring Klimaschutz die sozialpolitischen Wirkungen von Maßnahmen stärker berücksichtigen. Insbesondere sollen Haushalte mit geringen Einkommen an der Transformation teilhaben können. Mit dem Einkommensbonus für den Heizungstausch in der Bundesförderung für effiziente Gebäude habe die Bundesregierung einen ersten Schritt in Richtung sozialer Differenzierung getan. Dieser Ansatz müsse angesichts steigender CO₂-Preise künftig ausgeweitet werden.

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Dieser Text beruht auf einer Pressemitteilung des BMUKN vom 06.08.2025