Internationale Initiative gegen Klima-Desinformation

Fabian

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Deutschland hat auf der Weltklimakonferenz COP30 im brasilianischen Belém die von den Vereinten Nationen initiierte Globale Initiative für Informationsintegrität im Klimawandel sowie die zugehörige „Deklaration zur Informationsintegrität“ unterzeichnet. Gemeinsam mit zwölf weiteren Staaten – darunter Brasilien, Kanada, Chile, Finnland, Frankreich, Spanien und Uruguay – bekennt sich die Bundesregierung damit ausdrücklich zu einem internationalen Vorgehen gegen Falsch- und Desinformation im Umwelt- und Klimakontext.

Allgemeines

Umweltstaatssekretär Jochen Flasbarth erklärte, er begrüße den deutschen Beitritt ausdrücklich. Er betonte, Desinformation stelle inzwischen ein reales Klimarisiko dar, da sie das Vertrauen in wissenschaftliche Erkenntnisse untergrabe und notwendige Entscheidungen im Klimaschutz verzögere. Mit dem Beitritt zur Globalen Initiative setze Deutschland ein klares Zeichen, dass erfolgreiche Klimapolitik auf verlässliche Informationen und vertrauenswürdige Medien angewiesen sei. Zudem kündigte er an, Deutschland werde aktiv dazu beitragen, Forschung, Medienfreiheit sowie die Integrität von Klimadaten und -informationen weltweit zu stärken.

Internationale Einordnung und Bedeutung der Deklaration

Brasilien hat die zunehmende Verbreitung irreführender Informationen zu Klimawandel und Klimaschutz erstmals offiziell auf die Agenda einer UN-Weltklimakonferenz gesetzt. Die Deklaration hebt hervor, wie dringlich es sei, wissenschaftsbasierte Informationen zu schützen, damit effektive Klimaschutzmaßnahmen nicht untergraben werden. Gleichzeitig weist sie darauf hin, dass in vielen Regionen Angriffe auf Umweltjournalistinnen und -journalisten sowie auf Forschende zunehmen – eine Entwicklung, die transparente demokratische Debatten und faktenbasiertes Handeln gefährdet.

Zentrale Inhalte der Deklaration

  • Mit der Unterzeichnung verpflichtet sich Deutschland gemeinsam mit den Partnerstaaten zu mehreren Kernpunkten:
  • Förderung der Informationsintegrität im Klimabereich im Einklang mit internationalen Menschenrechtsstandards und der Meinungsfreiheit
  • Stärkung unabhängiger und widerstandsfähiger Medienökosysteme, um verlässliche Berichterstattung zu Klima- und Umweltfragen sicherzustellen
  • Verankerung des Themas Informationsintegrität im UNFCCC-Verhandlungsstrang „Action for Climate Empowerment“
  • Verbesserung des Zugangs zu evidenzbasierten, verständlich aufbereiteten Klimainformationen zur Unterstützung informierter und inklusiver Klimapolitik
  • Ausbau von Kooperation und Kapazitätsbildung, insbesondere zum Schutz von Personen, die zu Klimathemen forschen oder berichten
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Finanzierung und globaler Fonds

Da weltweit bislang nur begrenzte Ressourcen zur Bekämpfung von Falsch- und Desinformation im Klima- und Umweltbereich bereitstehen, fordert die Deklaration eine verstärkte Finanzierung entsprechender Forschung – besonders in Entwicklungsländern. Zudem werden private Akteure aufgefordert, sich zu transparenter und menschenrechtskonformer Kommunikations- und Werbepraxis zu verpflichten. Ein wesentliches Instrument bildet hierbei der „Global Fund for Information Integrity on Climate Change“, über den bereits mehr als 400 Projektvorschläge aus nahezu 100 Ländern eingereicht wurden, ein großer Teil davon aus dem Globalen Süden.

Dieser Text beruht auf einer Pressemitteilung des BMUKN vom 14.11.2025