Fördermittel für nachhaltige Projekte im Rheinischen Revier

Fabian

Nachhaltigkeit
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Rita Schwarzelühr-Sutter hat vier Förderschecks an die Städte Baesweiler und Meerbusch, die Stiftung Schloss Dyck sowie den Bundesligisten Borussia Mönchengladbach überreicht. Mit der Förderung sollen konkrete Maßnahmen umgesetzt werden, um die Lebensqualität in der Region zu sichern und weiterzuentwickeln. Die Projekte werden im Rahmen der Förderrichtlinie „Kommunale Modellvorhaben zur Umsetzung der ökologischen Nachhaltigkeitsziele in Strukturwandelregionen“ (KoMoNa) vom Bundesumweltministerium mit insgesamt fünf Millionen Euro unterstützt.
Die parlamentarische Staatssekretärin erklärte, der Kohleausstieg stelle die Menschen in den ehemaligen Kohleregionen vor große Veränderungen. Ein nachhaltiger Strukturwandel könne nur gelingen, wenn die Bevölkerung aktiv daran mitwirke. Wenn Bürgerinnen und Bürger in den Wandel eingebunden seien, könnten sie sich auch künftig mit ihrer Region identifizieren. Die vier geförderten Projekte seien Beispiele, die zur Nachahmung einlüden und dazu beitrügen, die Attraktivität des Rheinischen Reviers zu bewahren und neu zu gestalten.

Baesweiler setzt auf Wasser und Klimaanpassung

Die Stadt Baesweiler plant ein umfassendes Vorhaben zur Stärkung der Klimawiderstandsfähigkeit und zur Sensibilisierung der Bevölkerung. Geplant sind die Pflanzung neuer Bäume im öffentlichen Raum, klimaresiliente Baumscheiben sowie sogenannte Klimabeete entlang von Straßen und auf Parkplätzen. Im Sport- und Bürgerpark soll eine Zisterne entstehen, die Regenwasser sammelt und zur Bewässerung dient. Zudem wird eine kommunale Brache mit 20 Obstbäumen bepflanzt, deren Pflege Bürgerinnen und Bürger im Rahmen von Baumpatenschaften übernehmen. Die Ernte steht allen Einwohnerinnen und Einwohnern offen. Wissensvermittlung und Beteiligung der Bevölkerung sind zentrale Bestandteile des Projekts. Das Bundesumweltministerium stellt dafür rund 300.000 Euro bereit.

Grüne Schulhöfe für Meerbusch

In Meerbusch werden insgesamt 7.200 Quadratmeter versiegelte Fläche entsiegelt, ökologisch gestaltet und mit naturnahen Spielelementen ausgestattet. An vier Schulen entstehen neue Räume für Begegnung, Spiel und Naturerfahrung. Ergänzt wird das Vorhaben durch außerschulische Umweltbildungsangebote wie Workshops und Bauwochen im Stil von Mitmach-Baustellen. Das Projekt reagiert auf zunehmende Hitze- und Starkregenereignisse und gilt bundesweit als Modell für naturnahe Schulhofgestaltung. Die neuen Flächen bieten heimischer Flora und Fauna Lebensraum, sorgen für ein angenehmes Mikroklima und ermöglichen natürliche Regenwasserversickerung. Gefördert wird das Projekt mit rund 2,7 Millionen Euro.

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Nachhaltigkeit im Schlosspark Dyck

Der historische Schlosspark Dyck wird mithilfe der Förderung zu einem Modellort für nachhaltige Entwicklung, Kultur, Denkmalschutz und Umweltbildung umgestaltet. Geplant sind die Renaturierung des Kelzenberger Bachs und eine biodivers gestaltete Park- und Wasserlandschaft. Neue Bildungs- und Erlebnisangebote wie ein Naturlehrpfad, ein Natur- und Wasserspielplatz sowie ein „blau-grünes Klassenzimmer“ sollen Kindern und Jugendlichen praxisnahes Lernen ermöglichen. Der Ansatz verbindet den Erhalt kulturellen Erbes mit Klimaanpassung und nachhaltigem Tourismus. Unterstützt wird das Projekt mit rund 1,8 Millionen Euro.

Dachbegrünung und Umweltbildung an einer Sportstätte

An den Nebengebäuden einer großen Sportanlage wird ein Modellprojekt zur Dachbegrünung umgesetzt. Auf insgesamt 1.867 Quadratmetern entstehen begrünte Dächer mit einem innovativen Kassetten-System. Diese tragen zur Kühlung der Umgebung, zur Speicherung von Regenwasser, zur Verbesserung der Luftqualität und zur Schaffung von Lebensräumen für Pflanzen und Insekten bei. Zusätzlich werden Umweltbildungsangebote entwickelt, etwa Führungen und Mitmach-Aktionen, die insbesondere Kinder, Jugendliche und neue Zielgruppen für Themen des Natur- und Klimaschutzes sensibilisieren sollen. Das Projekt wird mit rund 200.000 Euro durch das Bundesumweltministerium gefördert.

Hintergrund zum Förderprogramm KoMoNa

Das Förderprogramm KoMoNa richtet sich an Kommunen und weitere Akteure wie Hochschulen, Vereine und Unternehmen in Regionen, die vom Kohleausstieg betroffen sind. Dazu gehören das Lausitzer, das Mitteldeutsche und das Rheinische Revier. Bis Ende des Jahres werden in den drei Revieren über 100 Modellvorhaben mit einem Gesamtvolumen von rund 105 Millionen Euro gefördert. Der nächste Förderaufruf ist für Mitte 2026 geplant.

Dieser Text beruht auf einer Pressemitteilung des BMUKN vom 20.10.2025