DUH warnt vor erneutem Silvesterchaos und fordert bundesweites Pyrotechnik-Verbot

Fabian

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Berlin, 5.12.2025: Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) bezeichnet den aktuellen Vorstoß der Innenministerkonferenz (IMK) laut Medienberichten als bloßen Minimal-Kompromiss. Anstatt ein bundesweites Böllerverbot einzuführen, sollen ab 2026 lediglich erweiterte Möglichkeiten für kommunale Verbote geschaffen werden – ohne dass bislang ein verbindlicher Beschluss vorliegt. Die DUH warnt angesichts dieser politischen Untätigkeit vor einer erneuten Nacht mit gravierenden Zwischenfällen zum Jahreswechsel.

Forderung nach bundesweitem Pyrotechnik-Verbot

Das Bündnis #böllerciao fordert Bundesinnenminister Dobrindt auf, noch im laufenden Jahr ein umfassendes Verkaufs- und Anwendungsverbot privater Pyrotechnik auf Bundesebene zu erlassen.

Kritik der DUH an der IMK

DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch erklärte, die IMK präsentiere statt klarer Entscheidungen lediglich eine politische Inszenierung und eine unverbindliche Absichtserklärung. Er führte aus, die vorgelegten Maßnahmen seien lediglich minimale Schritte in einer Lage, die längst außer Kontrolle geraten sei. Nach seiner Einschätzung werde Verantwortung nicht übernommen, sondern weiterhin auf über 11.000 Kommunen verlagert – eine Haltung, die er als realitätsfern und gefährlich einstufte. Das Problem werde erneut vertagt und bleibe politisch ungelöst. Resch verwies darauf, dass während der Pandemie deutlich weniger Verletzungen, Brände und Angriffe auf Einsatzkräfte verzeichnet worden seien, sobald der Verkauf von Pyrotechnik eingeschränkt wurde. Eine solche Entlastung lasse sich seiner Aussage zufolge nicht durch uneinheitliche kommunale Verbotszonen erreichen, sondern nur durch konsequentes Handeln des Bundes.

Vergleich mit anderen Ländern und politische Signale

Resch betonte weiterhin, dass in diesem Jahr so viele Feuerwerkskörper nach Deutschland importiert worden seien wie seit Anfang der 2000er-Jahre nicht mehr. Andere Länder wie die Niederlande und Rumänien gingen bereits weiter und hätten private Pyrotechnik vollständig verboten. Auch im Bundestag würden Anzeichen für eine wachsende Bereitschaft erkennbar, den bestehenden Stillstand zu überwinden: So habe CSU-Abgeordneter Stephan Mayer dafür geworben, eine Öffnungsklausel im Sprengstoffgesetz zu verankern, um dem Bund eigenständiges Handeln ohne Zustimmung aller Länder zu ermöglichen.

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Gesundheits- und Sicherheitsrisiken

Solange Pyrotechnik frei erhältlich sei, bleibe die Silvesternacht ein erhebliches Risiko für Sicherheit und Gesundheit. Resch verwies auf schwere Verletzungen, fliehende und verängstigte Tiere, Angriffe auf Einsatzkräfte, Brände sowie eine stark belastete Luftqualität. Die DUH fordere daher weiterhin einen sofortigen Verkaufsstopp und ein bundesweites Anwendungsverbot privater Pyrotechnik – noch vor Jahresende durch Bundesinnenminister Dobrindt. Die über 691.000 im Rahmen des #böllerciao-Bündnisses gesammelten Unterschriften stünden seiner Darstellung nach nicht für kleinteilige lokale Verbotszonen, sondern für ein umfassendes bundesweites Böllerverbot. Abschließend rief Resch die Bürgerinnen und Bürger dazu auf, den offenen Brief des Bündnisses zu unterzeichnen und das Signal für ein entschiedenes Vorgehen weiter zu verstärken.

Dieser Text beruht auf einer Pressemitteilung der Deutschen Umwelthilfe vom 05.12.2025