DUH fordert mehr Busspuren: Kaum Fortschritte in deutschen Großstädten

Fabian

© Ardia / stock.adobe.com

Nur fünf Großstädte in Deutschland verfügen über mehr als ein Prozent ihres Straßennetzes für Bussonderfahrstreifen. Spitzenreiter ist Berlin, während vier Städte bislang gänzlich ohne Busspur auskommen. Trotz der Vereinfachungen durch die neue Straßenverkehrsordnung prüfen oder planen nur gut die Hälfte der Städte weitere Busspuren. Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) fordert deshalb eine Ausbauoffensive, um die klimafreundliche Mobilitätswende voranzubringen.

Geringer Anteil an Busspuren im Straßennetz

In den 40 größten Städten Deutschlands machen eigene Fahrspuren für den Busverkehr durchschnittlich lediglich 0,6 Prozent des Straßennetzes aus. Das geht aus einer Abfrage der Deutschen Umwelthilfe hervor. Mit 121 Kilometern Busspur und einem Anteil von 2,3 Prozent am gesamten Straßennetz liegt Berlin an der Spitze. Dahinter folgen Aachen und Mainz mit jeweils 1,4 Prozent sowie München und Hamburg knapp dahinter. Alle weiteren Städte bleiben deutlich unter einem Prozent. Halle (Saale), Krefeld, Magdeburg und Oberhausen verfügen bislang über keinerlei Bussonderfahrstreifen.

Forderungen der DUH

Die DUH betont, dass der öffentliche Nahverkehr das Rückgrat der Mobilitätswende sei. Dennoch hätten Busse nur selten freie Fahrt auf eigenen Spuren. Dies führe zu Staus, Verspätungen, schlechterer Luftqualität und unnötig hohem CO₂-Ausstoß. Busspuren wirkten unmittelbar, seien kostengünstig und könnten als Pop-up-Lösungen schnell umgesetzt werden. Mit der neuen Straßenverkehrsordnung sei die Einführung einfacher als jemals zuvor. Daher fordert die DUH alle Städte auf, Busse bevorzugt auf eigenen Spuren fahren zu lassen. Ziel sei es, auf jeder mehrspurigen Straße mit Busverkehr eine Busspur einzurichten.

Zögerliche Planungen in vielen Städten

Nur 21 der 40 befragten Städte gaben an, dass sie derzeit zusätzliche Busspuren planen oder prüfen. Seit der Reform der Straßenverkehrsordnung im Jahr 2024 und der zugehörigen Verwaltungsvorschrift im Frühjahr 2025 ist es jedoch deutlich einfacher geworden, Busspuren zugunsten des öffentlichen Nahverkehrs einzurichten. Beispielsweise wurde die frühere Bedingung von mindestens 20 Bussen pro Stunde abgeschafft. Eine der angefragten Städte reagierte trotz mehrfacher Fristverlängerung nicht, weshalb dort keine Angaben zur Länge bestehender Busspuren vorliegen.

Auch interessant:  Eine Bedrohung für Regenwürmer: Ein Aufruf zum Handeln für Bodenschutz und Biodiversität

Hintergrund zum Projekt

Im Rahmen des Projekts „Pop-up Mobilitätswende – bundesweite Verbreitung von Sofortmaßnahmen” unterstützt die DUH Kommunen dabei, die Mobilitätswende schneller umzusetzen. Hierfür wurde ein Steckbrief zu den neuen Möglichkeiten der Einrichtung von Busspuren erstellt. Gefördert wird das Projekt durch die Nationale Klimaschutzinitiative (NKI) des Bundes.

Dieser Text beruht auf einer Pressemitteilung der Deutschen Umwelthilfe (DUH e.V.) vom 15.08.2025