Berlin – Der Koalitionsausschuss berät erneut über Maßnahmen für die Automobilbranche. Der NABU warnt eindringlich davor, das sogenannte Verbrenner-Aus weiter zu lockern, da dies die internationale Klimapolitik schwächen und der angeschlagenen Automobilindustrie keine langfristige Perspektive bieten würde.
Risiken eines Rückschritts in die fossile Vergangenheit
NABU-Präsident Jörg-Andreas Krüger erklärte, dass derzeit in Brasilien um den internationalen Klimaschutz gerungen werde, während die Bundesregierung über Schritte diskutiere, die einen Rückfall in fossile Technologien bedeuten könnten. Dies sei aus seiner Sicht unverantwortlich gegenüber der Gesellschaft, die letztlich die Kosten für einen fortgesetzten Einsatz von Verbrennungsmotoren tragen müsste.
Falsche Signale durch eine Aufweichung des Verbrenner-Aus
Die Überlegung, Verbrennungsmotoren auch nach 2035 weiterhin zuzulassen, würde nach Einschätzung des NABU ein problematisches Signal senden – in einer Zeit, in der Klimaschutz höchste Priorität haben sollte. Wenn die Aufweichung des Verbrenner-Aus mit teuren alternativen Kraftstoffen kompensiert würde, müsste die Bevölkerung steigende Kosten schultern.
Notwendigkeit langfristiger Strategien statt kurzfristiger Maßnahmen
Die Bundesregierung solle sich nicht der Annahme hingeben, abgeschwächte Klimaziele könnten der Automobilindustrie helfen. Weltweit sinkende Marktanteile von Pkw mit Verbrennungsmotor zeigten, dass ein faktischer Rückzug vom Verbrenner-Aus der Branche langfristig eher schade. Statt kurzfristigen und einfachen Lösungen sei eine vorausschauende, langfristig tragfähige Strategie erforderlich.
E-Mobilität als Schlüssel zur Wettbewerbsfähigkeit
Krüger äußerte, die Politik solle nicht auf Scheinlösungen wie biogene Kraftstoffe oder Plug-in-Hybride setzen, sondern die Automobilindustrie konsequent auf ihrem Weg zur E-Mobilität unterstützen. Nur so könne die globale Wettbewerbsfähigkeit erhalten und Beschäftigung in Deutschland langfristig gesichert werden. Der zentrale Appell laute daher, die Elektromobilität entschieden zu stärken.
Beispiele für notwendige Maßnahmen
Dazu gehöre die Elektrifizierung betrieblicher Flotten, ein EU-Programm für kleine Elektrofahrzeuge sowie eine Umgestaltung der THG-Quote zugunsten der Förderung von Elektromobilität.
Hintergrund zu den Überlegungen der Bundesregierung
Die Bundesregierung erwägt, auch nach 2035 neue Pkw mit Verbrennungsmotor zuzulassen. Die daraus entstehenden Mehremissionen sollen durch sogenannte erneuerbare Kraftstoffe ausgeglichen werden. Da diese jedoch teurer sind als fossile Kraftstoffe, wären insgesamt höhere Kraftstoffpreise zu erwarten.
Dieser Text beruht auf einer Pressemitteilung des NABU DE e.V. vom 13.11.2025












