Ob die ökologische Optimierung eines modernen Bürogebäudes oder die plastikfreie Sanierung einer Fachwerkscheune: Bauen im Bestand ist vielfältig und eröffnet großes Potenzial für Umwelt- und Klimaschutz. Das Bundesumweltministerium und das Umweltbundesamt zeichnen heute in Berlin mit dem Bundespreis UMWELT & BAUEN sieben Projekte aus, die Nachhaltigkeit und eine wertschätzende Architektursprache zukunftsweisend miteinander verbinden.
Auszeichnungen für drei Gebäude
Der Bundespreis UMWELT & BAUEN geht an drei Gebäude. In der Kategorie Wohngebäude wird das Wohn- und Gemeinschaftsprojekt Collegium Academicum in Heidelberg ausgezeichnet. In der Kategorie Nichtwohngebäude erhalten die Mehrzweckhalle Ingerkingen sowie das Integrative Familienzentrum in Dresden den Preis.
Unterschiedliche Projekte, gemeinsamer Anspruch
Die ausgezeichneten Projekte könnten kaum unterschiedlicher sein: Eine frühere Kaserne wurde zu sozialem Wohnraum umgebaut, eine Sporthalle zur Mehrzweckhalle weiterentwickelt und eine verlassene Schokoladenfabrik in ein Familienzentrum verwandelt. Gemeinsam ist ihnen der wertschätzende Umgang mit dem Gebäudebestand und der Baukultur. Trotz enger Budgets entstanden Gebäude, die ästhetisch, funktional und nachhaltig überzeugen.
Umbau statt Neubau
Neben den drei Preisträgern erhalten vier weitere Projekte eine besondere Anerkennung der Fachjury. Ausgelobt wurde der Wettbewerb für Projekte des Bauens im Bestand in den Kategorien Wohngebäude, Nichtwohngebäude und Quartiere. Ergänzend gab es einen Sonderpreis für Bauprodukte und Innovationen. Nach den Auslobungen in den Jahren 2020 und 2021 endet damit die dritte Runde des Wettbewerbs. Bewerben konnten sich alle Beteiligten abgeschlossener Bauprojekte in Deutschland sowie Anbieter marktverfügbarer Bauprodukte.
Bestandsgebäude als Schlüssel für Klimaschutz
Bundesumweltminister Carsten Schneider hob die Bedeutung von Bestandsgebäuden für Umwelt- und Klimaschutz hervor. Die Frage, wie gebaut werde, mache für die Umwelt einen großen Unterschied, da es dabei um erhebliche Ressourcenmengen, klugen Materialeinsatz und Energieeffizienz gehe. Die ausgezeichneten Projekte seien Vorbilder, weil sie zeigten, wie gute Architektur mit Verantwortung für Umwelt und Gesellschaft verbunden werden könne. Nachhaltiges Bauen bedeute dabei vor allem nachhaltiges Umbauen, da die Weiternutzung, der Umbau und der Ausbau von Gebäuden wertvolle Ressourcen einsparten.
Bauwende braucht Mut und Initiative
Lilian Busse, Vizepräsidentin des Umweltbundesamts, betonte, dass zwar nur eine Auswahl der Projekte vorgestellt werde, jedoch alle Bewerbungen eines gemeinsam hätten: Sie gingen voran und ebneten den Weg für die Bauwende. Für diesen Mut und die Initiative danke sie allen Projektteams herzlich.
Baukosten im Fokus
Neben der ökologischen Qualität spielten bei der Preisvergabe auch die Baukosten eine wichtige Rolle. Diese wurden durch das Umweltbundesamt ausgewertet. Lilian Busse präsentierte dazu eine Grafik, in der die berichteten Baukosten pro Quadratmeter für Baukonstruktion, Gebäudetechnik und Außenanlagen im Verhältnis zur Nachhaltigkeitsqualität dargestellt wurden. Die Daten zeigten nach ihrer Einschätzung eine Punktwolke; ein Zusammenhang nach dem Muster „je nachhaltiger, desto teurer“ lasse sich daraus nicht ableiten.
Gute Planung als Grundlage
Die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesumweltministerium, Rita Schwarzelühr-Sutter, ordnete die Ergebnisse ein. Nachhaltiges Bauen beginne mit guter Planung. Wenn ökologische Ziele von Anfang an mitgedacht würden, könnten wirtschaftlich tragfähige Lösungen entstehen, die zugleich hohe Qualität schafften. Entscheidend sei, genau hinzusehen: was wirklich nötig sei, was erhalten bleiben könne und was sich einfacher lösen lasse. Häufig entstehe die bessere Lösung nicht durch immer mehr Haustechnik, sondern durch kluges Weglassen. Darin liege ein großer Gewinn für Umwelt, Klima und Baukultur.
Dieser Text beruht auf einer Pressemitteilung des Bundesumweltministeriums und des Umweltbundesamts vom 06.05.2026 und wurde unter Zuhilfenahme von KI redaktionell aufgearbeitet.











