BUND fordert schnelleren Ausbau der Windenergie

Fabian

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Eine aktuelle Auswertung des BUND kommt zu dem Ergebnis, dass der Ausbau der Windenergie an Land deutlich hinter den erforderlichen Zielen zurückbleibt. Demnach bestehe in den kommenden drei Jahren eine Lücke von zusätzlichen 12 Gigawatt, die durch weitere Ausschreibungen geschlossen werden müsse. Zudem mache die bisher verfehlte Klimapolitik eine Anpassung der Ausschreibungsmengen notwendig. Auch die schwache Entwicklung im Offshore-Bereich sowie die absehbare Verfehlung der Klimaziele erforderten zusätzliche Maßnahmen und ein insgesamt höheres Ausbautempo.

Kritik an energiepolitischem Kurs der Bundesregierung

Seit ihrem Amtsantritt als Bundeswirtschaftsministerin habe Katherina Reiche wiederholt Maßnahmen ergriffen, die den Ausbau erneuerbarer Energien behinderten. Gleichzeitig befinde sich Deutschland noch nicht auf dem notwendigen Kurs, um die gesetzlich festgelegten Ausbauziele zu erreichen. Die aktuelle Entwicklung verdeutliche zudem die Risiken der Abhängigkeit von fossilen Energieträgern: Im Zuge des Irankrieges seien die Preise für Gas und Öl erneut stark gestiegen. Ein konsequenter Ausbau erneuerbarer Energien könne hingegen dazu beitragen, Preisschwankungen zu reduzieren und langfristig stabile sowie niedrigere Energiepreise zu sichern.

Nachsteuerung beim Windkraftausbau notwendig

Nach Einschätzung des BUND drohe das Erreichen der Ausbauziele insbesondere bei der Windenergie an Land zu scheitern. Um gegenzusteuern, seien zusätzliche Ausschreibungen im Umfang von 12 Gigawatt in den kommenden drei Jahren erforderlich. Eine ähnliche Zielverfehlung zeichne sich auch bei der Offshore-Windenergie ab. Diese Defizite müssten durch verstärkte Maßnahmen im Bereich der Windenergie an Land kompensiert werden. Darüber hinaus sei eine langfristige Erhöhung der Ausbaupfade um mindestens fünf Gigawatt notwendig.

Forderungen an Politik und Bundesnetzagentur

Caroline Gebauer, Leiterin für Energie- und nationale Klimapolitik beim BUND, erklärte, die Bundesregierung liege beim Ausbau der Windenergie an Land deutlich hinter ihren eigenen Zielvorgaben zurück. Es sei unverständlich, dass bislang keine entsprechenden Gegenmaßnahmen ergriffen worden seien, obwohl zahlreiche Projekte bereits genehmigt seien und umgesetzt werden könnten. Die Bundesnetzagentur müsse ihre vorgesehene Rolle wahrnehmen und bei Zielverfehlungen steuernd eingreifen. Zudem sei es erforderlich, die zusätzlichen Ausschreibungen im Rahmen einer Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes fest zu verankern, um Planungssicherheit für die Branche zu gewährleisten.

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Klimaziele und Offshore-Schwäche erhöhen Handlungsdruck

Zusätzliche Herausforderungen ergäben sich durch abgeschwächte Maßnahmen im Gebäudesektor, etwa durch reduzierte Vorgaben für klimafreundliches Heizen. Dadurch werde das Erreichen der Klimaziele für 2030 und 2040 weiter erschwert. Gleichzeitig zeige sich ein schwacher Ausbau der Offshore-Windenergie: Branchenprognosen gingen davon aus, dass die Ziele bis 2030 um etwa ein Drittel verfehlt würden. Aufgrund bestehender Verzögerungen erscheine auch die Zielerreichung bis 2045 unrealistisch. Um diese Defizite auszugleichen, müsse insbesondere die Windenergie an Land jährlich um mindestens fünf Gigawatt stärker ausgebaut werden. Ein beschleunigter Ausbau erneuerbarer Energien könne dazu beitragen, sowohl die Klimaziele zu erreichen als auch die Energieversorgung resilienter und preisstabiler zu gestalten.

Appell für stärkeren Ausbau erneuerbarer Energien

Gebauer betonte abschließend, dass ein ambitionierter Ausbau erneuerbarer Energien notwendig sei, um Klimaziele zu erreichen sowie regionale Wertschöpfung und Arbeitsplätze zu sichern. Die Anpassung der Ausschreibungsmengen im Bereich der Windenergie an Land spiele dabei eine zentrale Rolle. Sie forderte Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche dazu auf, in den kommenden energiepolitischen Gesetzesvorhaben den Ausbau erneuerbarer Energien aktiv voranzutreiben und auf hemmende Maßnahmen – wie etwa einen diskutierten Redispatch-Vorbehalt – zu verzichten.

Dieser Text beruht auf einer Pressemitteilung des BUNDs vom 20.03.2026 und wurde unter Zuhilfenahme von KI redaktionell aufgearbeitet