Biomüll-Spitzenreiter: Schleswig-Holstein und Hessen vorn

Fabian

KI: Bild eines Komposts; Symbolbild Biomüll
© Rama / stock.adobe.com

In Deutschland werden in Schleswig-Holstein und Hessen pro Kopf die größten Mengen an Biomüll über die Biotonne gesammelt. Dort kommen jährlich rund 90 Kilogramm pro Person zusammen, die entweder kompostiert oder in Biogasanlagen verwertet werden. Im Gegensatz dazu liegt die gesammelte Menge in Brandenburg, Thüringen und den Stadtstaaten bei weniger als 40 Kilogramm pro Kopf und Jahr.

Probleme bei der Mülltrennung

Deutschlandweit gelangen jährlich etwa vier Millionen Tonnen Bioabfälle in den Restmüll, weil die Trennung nicht überall zuverlässig funktioniert. Nach Angaben von Michael Jedelhauser, Experte für Kreislaufwirtschaft beim NABU, werde dieser wertvolle Biomüll zusammen mit Restmüll verbrannt, was eine erhebliche Verschwendung von Ressourcen sowie eine Belastung für das Klima darstelle.

Ungleiches Angebot an Biotonnen

Eine aktuelle Erhebung des NABU zeigt, dass in knapp 30 Prozent der rund 400 Landkreise und kreisfreien Städte die Biotonne nicht flächendeckend zur Verfügung steht. In 13 Prozent der Kreise gibt es überhaupt kein durchgängiges Biotonnen-Angebot, weitere 15 Prozent bieten lediglich eine freiwillige Nutzung an. In etwa jedem zehnten Kreis existiert gar keine Biotonne.

Pflicht-Biotonne verbessert Abfalltrennung

Jedelhauser erklärte, dass die Abfalltrennung in Regionen mit verpflichtender Biotonne deutlich besser funktioniere. Dort sehe die kommunale Abfallsatzung vor, dass alle Haushalte eine Biotonne erhalten und nutzen müssen. Dadurch würden pro Kopf etwa 30 Kilogramm mehr Bioabfälle gesammelt und entsprechend weniger Restmüll als in Gebieten mit freiwilliger Biotonne.

Unterschiede bei Rest- und Biomüllmengen

In Kreisen und Städten mit verpflichtender Biotonne fallen durchschnittlich 134 Kilogramm Restmüll und 78 Kilogramm Bioabfälle pro Person und Jahr an. In Regionen mit freiwilliger Biotonne liegen die Werte bei 168 Kilogramm Restmüll und lediglich 46 Kilogramm Bioabfällen. In Städten mit Müllverbrennungsanlagen gibt es zudem seltener eine Pflicht-Biotonne, wodurch mehr Bioabfall im Restmüll landet und anschließend verbrannt wird.

Auch interessant:  Das Grüne Band: Vom Grenzstreifen zum Naturerbe

Forderung nach bundesweiter Pflicht-Biotonne

Der NABU fordert die Einführung einer verpflichtenden Biotonne in allen Kreisen und Städten, in denen zu viel Bioabfall im Restmüll entsorgt wird. In der bevorstehenden Novelle der Bioabfallverordnung solle ein Grenzwert für die maximal zulässige Menge an Bioabfall im Restmüll festgelegt werden. Überschreiten Kreise oder Städte diesen Grenzwert, müsse dort eine Pflicht-Biotonne eingeführt werden. Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg gelten hier als Vorreiter, da sie bereits Zielwerte für den Anteil von Bioabfall im Restmüll definiert haben.

Dieser Text beruht auf einer Pressemitteilun des Naturschutzbund Deutschlands (NABU) vom 22.10.2025