Gemeine Winterlibelle: Anpassungskünstlerin und Libelle des Jahres 2026

Fabian

Libelle
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Die Gemeine Winterlibelle ist zur Libelle des Jahres 2026 ernannt worden – eine Entscheidung, die vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und der Gesellschaft der deutschsprachigen Odonatologen (GdO) getroffen wurde. Die Gemeine Winterlibelle (Sympecma fusca) stellt gemeinsam mit ihrer seltenen Schwesterart, der Sibirischen Winterlibelle, die einzige heimische Libellenart dar, die als adultes Insekt überwintert. Beide Geschlechter sind nahezu gleich gefärbt und zeigen eine braun-bronzene Tönung, die ihnen im Winter eine effektive Tarnung ermöglicht. In Ruheposition halten sie ihre Flügel eng über dem Körper zusammen.

Überwinterung und frühe Aktivität

Die Art verbringt die kalten Monate an geschützten Plätzen wie kleinen Lichtungen mit altem Gras oder in ausgedehnten Röhrichten an naturnahen Gewässern. Beobachtet werden kann sie an sonnigen Wintertagen dennoch vereinzelt im Flug. Ab Anfang April zählt sie zu den ersten dauerhaft aktiven Libellen des Jahres. Aufgrund ihrer weiten Verbreitung profitiert sie vermutlich von zunehmend milden Wintern. Mit der Wahl zur Libelle des Jahres soll verdeutlicht werden, dass Libellen nicht ausschließlich an ihre Schlupfgewässer gebunden sind, sondern auch Landlebensräume nutzen und auf gut vernetzte naturnahe Gewässer angewiesen bleiben.

Bedeutung vernetzter Lebensräume

Die Gemeine Winterlibelle gilt derzeit nicht als gefährdet – im Gegensatz zu 48 der etwa 80 heimischen Libellenarten. Ihre Ausbreitung in den letzten Jahren, begünstigt durch den Klimawandel und milde Winter, unterstreicht die Relevanz vernetzter Lebensräume in der Kulturlandschaft. Für Libellen spielen nicht nur die Reproduktionsgewässer eine Rolle; ebenso wichtig ist die Möglichkeit, weitere geeignete Biotopstrukturen im Umfeld erreichen zu können.#

Dieser Text beruht auf einer Pressemitteilung des BUNDs vom 13.11.2025

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