Artenschutz in NRW zeigt Erfolge

Fabian

Artenschutz
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Artenschutz findet nicht nur in Schutzgebieten statt, sondern mitten in Nordrhein-Westfalen – in Wäldern, an Gewässern, auf Äckern und in Gärten. Wie erfolgreich gezielte Schutzmaßnahmen sein können, zeigen zahlreiche Projekte im Land. Ihre Ergebnisse und Erfahrungen aus der Praxis wurden am Donnerstag, 3. September 2026, bei der Artenschutzkonferenz im Umweltministerium in Düsseldorf vorgestellt und diskutiert. Behörden, Biologische Stationen, Vereine und Hochschulen berichteten dabei über aktuelle Erfolge, darunter auch jüngste positive Entwicklungen bei Brutvögeln wie der Wiesenweihe.

Rund 80 Artenhilfsprogramme in Nordrhein-Westfalen

Aktuell gibt es in Nordrhein-Westfalen rund 65 große Artenhilfsprogramme. Werden spezielle Schutzprojekte für Pflanzen wie Röhrichte hinzugerechnet, sind es insgesamt rund 80 Programme, die vom Land vollständig oder teilweise finanziert werden. Da von einzelnen Projekten in der Regel ganze Ökosysteme profitieren, tragen die Programme direkt und indirekt zum Überleben mehrerer hundert Tier- und Pflanzenarten bei. Wie sich dieser Schutz konkret auswirkt, zeigen aktuelle Daten aus verschiedenen Regionen.

Comeback des Goldenen Scheckenfalters

In Burbach im Kreis Siegen-Wittgenstein ist dem seltenen Goldenen Scheckenfalter eine erfolgreiche Rückkehr gelungen. Durch gezielte Wiederansiedlungsmaßnahmen und eine intensive Pflege der Wiesen durch die örtliche Biologische Station hat sich der Bestand deutlich erholt.

Aufwärtstrend bei der Uferschnepfe

Auch bei der Uferschnepfe zeigen Schutzmaßnahmen Wirkung. Ein konsequenter Gelegeschutz sorgt am Unteren Niederrhein und im Amtsvenn in den Kreisen Borken und Kleve für einen deutlichen Anstieg der Bruten. Neben dem Verlust geeigneter Lebensräume durch die Trockenlegung feuchter Wiesen und Weiden wird die Art durch Verluste von Küken gefährdet. Ursachen dafür sind unter anderem freilaufende Hunde und Katzen sowie wildlebende Prädatoren wie Reiher, Weißstörche, Rabenvögel und Füchse.

Neuer Lebensraum für den Feldhamster

Auch beim stark gefährdeten Feldhamster greifen die Schutzmaßnahmen. Nachdem der kleine Nager in Nordrhein-Westfalen nahezu ausgestorben war, breitet er sich dank gezielter Nachzucht wieder aus. In der Zülpicher Börde und den umliegenden Regionen zeichnet sich ein neuer positiver Trend ab. Die Ergebnisse der aktuellen Kartierung werden derzeit zusammengetragen.

Gemeinsames Engagement für bedrohte Arten

Umweltminister Oliver Krischer erklärte, der massive Verlust von Arten stelle neben der Klimakrise die zweite große ökologische Bedrohung für die menschlichen Lebensgrundlagen dar. Um diese Entwicklung zu stoppen, bündele Nordrhein-Westfalen seine Maßnahmen zum Erhalt bedrohter Tier- und Pflanzenarten. Die erzielten Erfolge seien auch dem Engagement zahlreicher Menschen zu verdanken, etwa bei der Krötenwanderung, beim Schutz von Insekten oder bei der Pflege von Heidelandschaften.

Maßgeschneiderte Unterstützung durch Artenhilfsprogramme

Der allgemeine Schutz ganzer Landschaften reicht häufig nicht aus, um stark gefährdete Tiere oder Pflanzen dauerhaft zu erhalten. Genau hier setzen die Artenhilfsprogramme des Landes Nordrhein-Westfalen an. Sie finanzieren gezielte Maßnahmen für einzelne stark bedrohte Arten oder besondere Artengruppen. Das Spektrum reicht vom Anlegen spezieller Laichgewässer für Amphibien über den Bau von Nistplätzen bis zur Zucht und Auswilderung seltener Fische.

Dr. Josef Tumbrinck, Abteilungsleiter für Naturschutz im Umweltministerium, erläuterte, dass ein präzises Eingreifen notwendig sei, wenn Arten kurz vor dem regionalen Aussterben stünden. Die Artenhilfsprogramme ermöglichten diese intensive Unterstützung. Erfolgreich seien sie jedoch nur, weil in Nordrhein-Westfalen fachliches Wissen mit kontinuierlicher Beobachtung und der praktischen Arbeit von Natur- und Artenschützern vor Ort verbunden werde.

Von der Wiesenweihe bis zum Gartenschläfer

Auf der Konferenz stellten Behörden, Biologische Stationen, Vereine und Hochschulen weitere aktuelle Erfolge aus der Praxis vor. Die Bandbreite der staatlich geförderten Artenhilfsprogramme in Nordrhein-Westfalen ist groß. Experten der Arbeitsgemeinschaft Biologischer Umweltschutz im Kreis Soest e.V. berichteten beispielsweise darüber, wie Landwirte und Artenschützer erfolgreich zusammenarbeiten, um die seltene Wiesenweihe zu schützen.

Der BUND NRW stellte den Gartenschläfer als wichtige Leitart für den Schutz von Kleinsäugern vor. Eine Leitart übernimmt dabei gewissermaßen eine Schirmfunktion: Werden Lebensraum und Schutzmaßnahmen auf die Bedürfnisse einer stellvertretenden Art abgestimmt, profitieren davon zugleich zahlreiche weitere Tier- und Pflanzenarten im selben Gebiet. Gute Lebensbedingungen für den Gartenschläfer können somit beispielsweise auch dem Igel zugutekommen.

Weitere Projekte und fachlicher Austausch

Weitere Fachvorträge befassten sich mit der Wiederansiedlung seltener Tagfalter in artenreichen Wiesen, der Rettung der Flussperlmuschel sowie mit Erfahrungen aus zehn Jahren Artenschutz in den Atlantischen Sandlandschaften. Parallel zu den Vorträgen bot ein „Markt der Möglichkeiten“ den Teilnehmerinnen und Teilnehmern Gelegenheit zum fachlichen Austausch und zur Vernetzung.

Artenschutz beginnt vor der eigenen Haustür

An zahlreichen Infoständen tauschten sich die Fachleute unter anderem über den Schutz von Feuersalamandern, Ottern und Wildkatzen sowie über Möglichkeiten des Artenschutzes im eigenen Garten aus. Dr. Dagmar Spona, Sprecherin der Regionalgruppe Westliches Rheinland von naturgarten e.V., erklärte, dass jeder Mensch im eigenen Garten und sogar auf dem Balkon einen Beitrag zum Artenschutz leisten könne. Bereits jede heimische Wildpflanze schaffe Lebensraum für zahlreiche Insekten, die wiederum eine wichtige Grundlage für funktionierende Ökosysteme bildeten.

Dieser Text beruht auf einer Pressemitteilung des Ministeriums für Umwelt, Naturschutz und Verkehr des Landes NRW vom 03.09.2026 und wurde unter Zuhilfenahme von KI redaktionell aufgearbeitet