Appell für starke Umweltberichterstattung

Fabian

Funkturm: Symbolbild
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Organisationen aus Journalismus, Wissenschaft sowie Klima- und Umweltschutz appellieren angesichts der angekündigten Reform des Deutschlandfunks an die Programmdirektion, auch künftig fachliche Tiefe, Themenvielfalt und eine kontinuierliche Berichterstattung sicherzustellen. In einem gemeinsamen offenen Brief wenden sich der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), der Deutsche Journalisten-Verband (DJV), die Deutsche Umwelthilfe (DUH), der Deutsche Naturschutzring (DNR), GermanZero, der Landesbund für Vogel- und Naturschutz in Bayern (LBV), die MaLisa Stiftung, der Naturschutzbund Deutschland (NABU) und der WWF Deutschland an Deutschlandradio-Intendant Stefan Raue und Programmdirektorin Jona Teichmann. Die Organisationen äußern insbesondere Sorge um die künftige Sichtbarkeit von Klima- und Umweltthemen.

Kritik an der geplanten Programmreform

Im Mittelpunkt der Kritik stehen die geplante Neuordnung des Programms und die weitgehende Eingliederung bisheriger Magazine mit journalistischer Tiefe in allgemeine Informationsformate. Die unterzeichnenden Organisationen befürchten, dass dadurch vor allem gesellschaftlich hochrelevante Themen an Sichtbarkeit verlieren könnten, die nicht dem kurzfristigen Nachrichtenrhythmus folgen.

Öffentlich-rechtlicher Rundfunk soll Orientierung bieten

In ihrem offenen Brief erklären die Verbände, der öffentlich-rechtliche Rundfunk habe einen besonderen Auftrag. Seine Aufgabe bestehe nicht allein darin, Reichweite zu erzielen. Vielmehr solle er Orientierung bieten, unterschiedliche gesellschaftliche Perspektiven und Zielkonflikte sichtbar machen sowie den demokratischen Diskurs stärken.

Nach Auffassung der Organisationen komme gerade dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk die Verantwortung zu, die Vielfalt gesellschaftlicher Perspektiven, journalistische Sorgfalt und eine informierte Meinungsbildung zu sichern. Dies gelte vornehmlich für Themen, die nicht dem kurzfristigen Wettbewerb um Aufmerksamkeit folgten.

Fester Platz für Umwelt- und Verbraucherthemen

Mit Blick auf Formate wie „Umwelt und Verbraucher“ betonen die Unterzeichnenden die Bedeutung journalistischer Angebote mit fachlicher Tiefe. Natur-, Klima- und Verbraucherthemen beschäftigten viele Menschen dauerhaft. Deshalb benötigten sie einen festen Platz im Programm und ausreichend Raum, um komplexe Zusammenhänge verständlich einordnen zu können.

Studie zeigt Wunsch nach mehr Klimaberichterstattung

Unterstützt wird der Appell durch eine Studie der MaLisa Stiftung aus dem Jahr 2022. Demnach wünschten sich 62 Prozent der Zuschauerinnen und Zuschauer mehr Berichterstattung über den Klimawandel. Im untersuchten Fernsehprogramm hätten jedoch lediglich 1,8 Prozent der Sendeminuten den Klimawandel und nur 0,2 Prozent die Biodiversität behandelt.

Aus Sicht der Verbände verdeutlichen diese Ergebnisse die Bedeutung einer kontinuierlichen und fundierten Berichterstattung über Natur-, Klima- und Umweltthemen. Weitere Kürzungen würden weder dem öffentlichen Interesse noch der gesamtgesellschaftlichen Relevanz dieser Themen gerecht.

Fachliche Expertise langfristig sichern

Die Verbände fordern die Verantwortlichen des Deutschlandradios dazu auf, die Reform so zu gestalten, dass die besonderen Stärken des Deutschlandfunks erhalten bleiben. Dazu zählten fachliche Expertise, Themenvielfalt, vertiefende Recherche und ausreichend Raum für Themen jenseits des unmittelbaren Nachrichtenzyklus.

Zur Ausgestaltung der Reform gehöre außerdem, die Expertise der Umweltjournalistinnen und Umweltjournalisten einzubeziehen. Angesichts der großen gesellschaftlichen Herausforderungen müsse ihre Arbeit langfristig abgesichert werden.

Organisationen bieten Austausch an

Zugleich bieten die unterzeichnenden Organisationen dem Deutschlandradio einen Austausch über die geplanten Veränderungen und deren mögliche Auswirkungen an. Gemeinsam möchten sie ihre Erfahrungen und Perspektiven einbringen.

Ziel sei es, die Reform so zu gestalten, dass auch künftig eine fundierte Berichterstattung über Natur-, Klima- und Umweltthemen gewährleistet werde. Diese bilde eine wichtige Grundlage für den gesellschaftlichen Diskurs und eine informierte Meinungsbildung.

Dieser Text beruht auf einer Pressemitteilung des BUNDs vom 10. Juli 2026 und wurde unter Zuhilfenahme von KI redaktionell aufgearbeitet.