Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hat gemeinsam mit der Technischen Universität München und der Bildungswerkstatt Nachhaltigkeit einen neuen Leitfaden veröffentlicht. Dieser soll Kommunen praxisnahe Unterstützung bei der Planung und Umsetzung klimafreundlicher Bau- und Sanierungsvorhaben über den gesamten Lebenszyklus von Gebäuden bieten. Zielgruppe sind insbesondere Kommunen sowie Akteure der Bauwirtschaft, die aktiv zur Transformation hin zu einem klimafreundlichen Gebäudebestand beitragen können. Gleichzeitig fordert die DUH von Bundesumweltministerin Verena Hubertz klare politische Maßnahmen für eine umfassende Sanierungsoffensive sowie eine verlässliche finanzielle Unterstützung der Kommunen.
Sanierungsstau als zentrales Problem
Barbara Metz, Bundesgeschäftsführerin der DUH, erklärt, der Sanierungsstau bei öffentlichen Gebäuden sei enorm. Besonders Schulen, Kitas und Verwaltungsgebäude seien in vielen Kommunen stark sanierungsbedürftig, etwa ein Drittel der öffentlichen Gebäude weise erhebliche Mängel auf. Gleichzeitig liege hier ein zentraler Hebel für wirksamen Klimaschutz.
Sie betont, Kommunen dürften mit dieser Aufgabe nicht allein gelassen werden. Die Bundesregierung habe die Gelegenheit verpasst, den Investitionsstau aufzulösen und Mittel gezielt in Infrastruktur und Klimaneutralität zu lenken. Nun sei eine bundesweite Sanierungsoffensive erforderlich, die den Gebäudebestand stärkt, anstatt Abriss und Neubau zu fördern. Dafür brauche es klare politische Rahmenbedingungen sowie eine verlässliche und ausreichende finanzielle Förderung durch langfristige Programme. Nur so könnten Städte und Gemeinden ihre Gebäude zügig und klimafreundlich modernisieren.
Bestandserhalt als Schlüssel zum Klimaschutz
Prof. Dr.-Ing. Werner Lang von der Technischen Universität München macht deutlich, dass klimagerechtes kommunales Bauen beim bestehenden Gebäudebestand ansetzen müsse. Der Erhalt von Gebäuden führe häufig zu erheblichen Einsparungen sogenannter grauer Emissionen.
Wo Neubauten notwendig seien, sollten bevorzugt schnell nachwachsende Rohstoffe eingesetzt werden. Zudem könnten wissenschaftlich fundierte Treibhausgasgrenzwerte Kommunen wichtige Orientierung und Planungssicherheit bieten.
Kommunen fordern bessere Rahmenbedingungen
Michael Burchert von der Bildungswerkstatt Nachhaltigkeit erklärt, dass Städte, Gemeinden und Behörden grundsätzlich bereit seien zu handeln, sich jedoch von der Bundespolitik unzureichend unterstützt fühlten. Die praktische Arbeit vor Ort zeige, dass der Wille zur Bauwende vorhanden sei.
Zudem wachse das Bewusstsein dafür, dass Klima- und Ressourcenschutz im Bauwesen kein Kostentreiber sein müsse, sofern frühzeitig ganzheitlich geplant und auf zukunftsfähige, CO₂-arme sowie kreislauffähige Materialien gesetzt werde.
Er führt weiter aus, dass das derzeitige Handeln des Bundes hinter den Ambitionen der Kommunen zurückbleibe und innovative sowie wirtschaftliche Bauweisen eher behindere als fördere. Daher seien dringend unterstützende Rahmenbedingungen notwendig, damit die Bauwende nicht an Bürokratie, unklaren Zuständigkeiten oder mangelndem politischen Ehrgeiz scheitere.
Dieser Text beruht auf einer Pressemitteilung der DUH vom 30.03.2026 und wurde unter Zuhilfenahme von KI redaktionell aufgearbeitet.












