EEG-Novelle: BUND warnt vor Bremse für Wind und Sonne

Fabian

EEG
© blende11.photo / stock.adobe.com

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat die EEG-Novelle und das Netzanschlusspaket der Bundesregierung vor ihrer ersten Lesung im Bundestag kritisiert. Nach Ansicht des Verbands bremsen die beiden Gesetzentwürfe den Ausbau von Wind- und Solarenergie aus.

Der Bundestag berät morgen in erster Lesung über die Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) und das Netzanschlusspaket. Verena Graichen, Geschäftsführerin Politik beim BUND, erklärte im Vorfeld, die starke Abhängigkeit von fossilen Energien mache verwundbar und koste Milliarden. Dieses Geld solle stattdessen in Energie aus Wind und Sonne fließen.

Erneuerbare Energien lieferten nach Graichens Worten verlässlichen, kostengünstigen und sauberen Strom und sicherten hunderttausende Arbeitsplätze. Die beiden Gesetze von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) bremsten jedoch die erneuerbaren Energien und die Erneuerbaren-Wirtschaft aus. Graichen forderte den Bundestag auf, dies dringend zu korrigieren.

Statt Hemmnissen brauche es Maßnahmen, die den Ausbau der Erneuerbaren voranbrächten und einen Umgang mit den bestehenden Netzengpässen ermöglichten. Als Beispiele nannte sie mehr Speicher und Flexibilitäten.

BUND kritisiert geplante Netzengpassgebiete

Besonders das im Gesetzentwurf vorgesehene Instrument der „Netzengpassgebiete“ berge nach Einschätzung des BUND ein hohes Risiko für Wind- und Solarenergie. Es kehre die bisherige Logik um: Nicht mehr der Netzausbau folge dem Ausbau der Erneuerbaren, sondern der Ausbau solle sich nach den bestehenden Netzengpässen richten.

Betreiber von Erneuerbaren-Anlagen würden dadurch unkalkulierbaren Risiken ausgesetzt, während Anreize für einen zügigen Ausbau der Verteilnetze fehlten, kritisierte Graichen. Der sogenannte Redispatch-Vorbehalt müsse daher gestrichen und ein passgenaueres Instrument geprüft werden. Vorschläge verschiedener Forschungsinstitute lägen dazu bereits vor.

Wegfall der Förderung für kleine Dach-PV

Auch die geplante Streichung der Förderung für kleine Photovoltaikanlagen auf Dächern und deren Überführung in die Direktvermarktung bezeichnete Graichen als falsches Signal. Dies bremse diejenigen aus, die privat in die Energiewende investierten.

Eine gemeinsame, zukunftsfähige Energieversorgung stärke nach ihren Worten lokale Gemeinschaften, schaffe regionale Wertschöpfung und verringere Investitionen in fossile Großkonzerne. Bis die Direktvermarktung für kleine PV-Anlagen funktioniere, müssten diese weiter gefördert werden, forderte sie.

Was der Redispatch-Vorbehalt vorsieht

Beim Redispatch sollen regionale Überlastungen einzelner Anlagen im Übertragungsnetz vermieden oder beseitigt werden. Dabei werden gegebenenfalls Erneuerbare-Anlagen abgeregelt, ihre Betreiber jedoch weiterhin vergütet, wie es die EU vorsieht.

Nach dem vorliegenden Vorschlag sollen in besonders belasteten Netzgebieten Kapazitätslimitierungen ausgewiesen werden können. Dort müssten Betreiberinnen und Betreiber von Erneuerbare-Anlagen im Fall einer Abregelung im Redispatch nur noch anteilig entschädigt werden.

Nach Darstellung des BUND bestehe damit für Projektierende keine Planbarkeit mehr, ob ihr Strom vergütet werde. Das Projektrisiko steige, Banken würden keine Kredite mehr vergeben oder nur zu Konditionen, die viele Projekte unwirtschaftlich machen könnten. Insbesondere für kleine regionale Anlagenbetreiber, die nicht in andere Netzgebiete ausweichen könnten, wäre dies nach Einschätzung des Verbands das Aus.

Dieser Text beruht auf einer Pressemitteilung des BUNDs vom 23.09.2026 und wurde unter Zuhilfenahme von KI redaktionell aufgearbeitet