Das Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) hat den Bericht „Limiting Overshoot – Navigating exceedance of 1.5°C and pathways towards return“ veröffentlicht. Darin warnt die Organisation, dass die 1,5-Grad-Grenze absehbar überschritten werde. Um Dauer und Ausmaß dieser Überschreitung möglichst gering zu halten, bestehe dringender Handlungsbedarf. Neben einer entschlossenen Verringerung der Treibhausgasemissionen sei dafür auch die Entnahme bereits ausgestoßener Treibhausgase aus der Atmosphäre notwendig.
Deutschland setzt auf drei Säulen
Bundesumweltminister Carsten Schneider erklärte, jedes Zehntelgrad weniger Erderhitzung schütze Menschen, Natur und Wirtschaft. Je schneller die Emissionen heute gesenkt würden, desto geringer fielen die Schäden aus und desto weniger CO₂ müsse später wieder aus der Atmosphäre entfernt werden.
Deutschland setze deshalb auf einen Dreiklang. Vorrang habe die Vermeidung und Minderung von Treibhausgasemissionen, da dies die einfachste und kostengünstigste Möglichkeit sei, den Klimawandel zu bremsen. Daneben sollten Wälder, Moore und Böden als natürliche CO₂-Speicher gestärkt werden. Außerdem bereite Deutschland den Ausbau neuer Technologien zur dauerhaften technischen CO₂-Entnahme aus der Atmosphäre vor. Ziel müsse es sein, die Erderwärmung so schnell wie möglich wieder auf 1,5 Grad zu begrenzen, damit die Folgen des Klimawandels für die Menschen beherrschbar blieben.
Klimaneutralität bis 2045
Deutschland hat sich mit dem Bundes-Klimaschutzgesetz verpflichtet, bis 2045 Treibhausgasneutralität zu erreichen. Nach 2050 sollen Netto-Negativemissionen erzielt werden. Damit will Deutschland dazu beitragen, langfristig wieder auf einen mit dem 1,5-Grad-Ziel vereinbaren Pfad zurückzukehren.
Emissionen konsequent senken
Als ersten Baustein hebt der UNEP-Bericht die schnelle Verringerung des Treibhausgasausstoßes hervor. Sie sei eine Grundvoraussetzung für wirksamen Klimaschutz. Auch die Bundesregierung hält am Vorrang der Emissionsminderung und an den gesetzlichen Minderungszielen des Bundes-Klimaschutzgesetzes fest.
Mit dem im März beschlossenen Klimaschutzprogramm 2026 hat die Bundesregierung zusätzliche Maßnahmen in den Bereichen Energiewirtschaft, Industrie, Gebäude, Verkehr und Landwirtschaft auf den Weg gebracht. Insgesamt 67 Maßnahmen sollen im Jahr 2030 zusätzlich mehr als 25 Millionen Tonnen CO2 einsparen. Dazu gehören unter anderem der weitere Ausbau der Windenergie, die Elektrifizierung von Industrie und Verkehr, klimafreundlichere Wärmenetze sowie Maßnahmen zur Kreislaufwirtschaft.
Für die neuen Maßnahmen sollen zwischen 2027 und 2030 zusätzlich acht Milliarden Euro bereitgestellt werden. Nach Auffassung der Bundesregierung trägt Klimaschutz damit zugleich dazu bei, Deutschland zu modernisieren und die Abhängigkeit von fossilen Energieimporten zu verringern.
Natürliche CO₂-Speicher stärken
Der zweite Baustein besteht darin, die Natur stärker als Klimaschützer einzusetzen. Wälder, Moore, Böden, Auen, Gewässer und Meere können große Mengen Kohlenstoff speichern. Viele dieser natürlichen Kohlenstoffspeicher stehen jedoch sowohl durch den Klimawandel als auch durch menschliche Nutzung unter Druck.
Mit dem Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz will die Bundesregierung diese Ökosysteme stärken, wiederherstellen und widerstandsfähiger machen. Die Maßnahmen sollen dabei nicht nur dem Klimaschutz dienen. Intakte Moore, Wälder und Auen können beispielsweise zugleich als natürliche Wasserspeicher wirken und Regionen besser vor Trockenheit schützen.
Neue CO₂-Entnahmetechnologien ausbauen
Als dritten Baustein will die Bundesregierung neuartige Technologien zur CO₂-Entnahme voranbringen. Auch bei ambitionierter Klimapolitik werden langfristig unvermeidbare Restemissionen verbleiben, insbesondere in der Landwirtschaft und bei bestimmten Industrieprozessen.
Um diese Emissionen auszugleichen und nach 2050 Netto-Negativemissionen zu erreichen, wird Deutschland zusätzlich CO₂ aus der Atmosphäre entfernen und dauerhaft speichern müssen. Die Bundesregierung stimmt deshalb derzeit eine Langfriststrategie für die CO₂-Entnahme aus der Atmosphäre ab.
Diese Strategie soll den Rahmen für den Ausbau technischer und anderer neuartiger CO₂-Senken schaffen. Zugleich soll sie als Grundlage für die Festlegung von Zielen für technische Senken nach dem Klimaschutzgesetz dienen. Das Bundesumweltministerium arbeitet darüber hinaus an Maßnahmen zur Investitionsförderung sowie an Marktanreizen für neue CO₂-Entnahmetechnologien.
Pariser Klimaziele bleiben maßgeblich
Die Bundesregierung will sich auch auf internationaler Ebene weiterhin dafür einsetzen, die Ziele des Pariser Übereinkommens konsequent zu verfolgen. Eine vorübergehende Überschreitung der 1,5-Grad-Grenze ändere nichts an der grundsätzlichen Richtung der Klimapolitik.
Je geringer und kürzer die Überschreitung ausfällt, desto geringer seien die Risiken für Menschen und Ökosysteme. Gleichzeitig bleibe damit die Möglichkeit realistischer, die globale Erwärmung langfristig wieder zu senken. UNEP betont in diesem Zusammenhang, dass schnelle Emissionsminderungen entscheidend seien. Sie reduzierten zugleich die Abhängigkeit von sehr großen Mengen künftiger CO₂-Entnahme.
Dieser Text beruht auf einer Pressemitteilung des BMUKN vom 02.09.2026 und wurde unter Zuhilfenahme von KI redaktionell aufgearbeitet












