Anlässlich der Eröffnung des 38. Deutschen Naturschutztags in Berlin warnen zahlreiche im Deutschen Naturschutzring organisierte Natur-, Tier- und Umweltschutzorganisationen eindringlich vor aktuellen politischen Bestrebungen, zentrale Umweltgesetze zu schwächen. Zu den beteiligten Organisationen zählen unter anderem BBN, BUND, BUND Naturschutz in Bayern e.V., ClientEarth, Deutscher Alpenverein, Deutsche Umwelthilfe, die Helversen’sche Stiftung für Arten- und Biotopschutz, der Landesbund für Vogel- und Naturschutz in Bayern e.V., der Landesnaturschutzverband Baden-Württemberg e.V., NABU, NaturGarten e.V., Pro Wildlife, die Succow Stiftung, VdHK, VFD, der Verein zum Schutz der Bergwelt e.V. sowie WWF Deutschland.
Kritik am Vorwand des Bürokratieabbaus
Die Organisationen erklären, dass derzeit unter dem Vorwand des Bürokratieabbaus und einer angeblichen Beschleunigung politischer Prozesse ein massiver Angriff auf den Natur- und Umweltschutz in Europa stattfinde. Gemeinsam mit bereits über 345.000 Bürgerinnen und Bürgern aus der EU machten sie deutlich, dass die Natur geschützt und nicht weiter geschwächt werden dürfe. Zudem betonen sie, dass eine Abschwächung von Gesetzen zum Schutz von Wasser, Böden und Artenvielfalt auch direkte Folgen für Gesundheit, Lebensqualität und wirtschaftliche Stabilität habe.
Hohe gesellschaftliche Kosten durch schwache Umweltstandards
Nach Ansicht der Organisationen würde der Abbau grundlegender Umweltgesetze und -standards erhebliche gesellschaftliche Kosten verursachen. Dazu zählten unter anderem Umweltverschmutzung, Klimaschäden, Ernteausfälle sowie steigende Gesundheitskosten. Sie verweisen zudem auf Angaben des Weltwirtschaftsforums, wonach mehr als die Hälfte der weltweiten Wirtschaftsleistung direkt oder indirekt von der Natur und den Leistungen funktionierender Ökosysteme abhängig sei.
Warnung vor Rückschritten im Naturschutz
Angesichts der sich verschärfenden Biodiversitäts- und Klimakrise könne es sich die Gesellschaft laut den Organisationen nicht leisten, bestehende Umweltgesetze auszuhöhlen. Solche Pläne würden jahrzehntelang erkämpfte Fortschritte im Umweltschutz gefährden. Wer den Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen kurzfristigen wirtschaftlichen Interessen opfere, handele unverantwortlich gegenüber der Natur und kommenden Generationen. Naturschutz sei daher eine grundlegende Voraussetzung für langfristigen Wohlstand und gesellschaftliche Sicherheit.
Zahlreiche EU-Umweltgesetze betroffen
Derzeit stehe eine Vielzahl europäischer Umweltgesetze zur Überprüfung und möglichen Abschwächung an. Dazu gehörten unter anderem die Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH-Richtlinie), die Vogelschutzrichtlinie, die Wasserrahmenrichtlinie (WRRL), die Wiederherstellungsverordnung (W-VO), die Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie (MSRL), die Nitratrichtlinie, die EU-Chemikalienverordnung (REACH) sowie die EU-Entwaldungsverordnung (EUDR). Zudem drohten eine Abschwächung von Umweltprüfungen bei Infrastrukturprojekten, eine Reduzierung von Umweltstandards innerhalb der EU-Agrarförderung (GAP) sowie eine unbefristete Zulassung bestimmter Pestizide.
Forderungen an Bundesregierung und EU-Kommission
Die beteiligten Organisationen fordern die Bundesregierung sowie die EU-Kommission dazu auf, die bestehenden Umweltgesetze konsequent zu verteidigen. Sie appellieren daran, das europäische Naturschutzrecht nicht aufzubrechen und geplante Abschwächungen klar zurückzuweisen. Ziel müsse es sein, den Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen langfristig zu sichern.
Dieser Text beruht auf einer Pressemitteilung des BUNDs vom 11.03.2026 und wurde unter Zuhilfenahme von KI redaktionell aufgearbeitet.












