Landwirtschaft krisenfest umbauen und unabhängiger machen

Fabian

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Agrarministerinnen und Agrarminister sollen angesichts steigender Preise für Dünger und Pestizide den Wandel hin zu einer zukunftsfähigen Landwirtschaft vorantreiben. Der Agrarsektor sei derzeit stark von Öl und Gas abhängig, während der Ökolandbau zur Stabilisierung von Lebensmittelpreisen beitragen könne. Zudem sollten ressourcenschonend wirtschaftende Betriebe stärker gefördert werden. Die Agrarministerinnen- und Agrarministerkonferenz (AMK) findet aktuell in Bad Reichenhall statt. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) fordert die zuständigen Ministerinnen und Minister vor dem Hintergrund steigender Lebensmittelpreise auf, die deutsche Landwirtschaft unabhängiger von Importen zu machen.

Abhängigkeit von fossilen Ressourcen

Der Agrarsektor sei bislang stark auf die Einfuhr fossiler Dünger und Pestizide angewiesen, die auf Erdöl und Gas basieren. Der BUND weist darauf hin, dass geopolitische Ereignisse – etwa der russische Angriff auf die Ukraine sowie militärische Aktionen der USA und Israels im Iran – deutlich machten, wie stark globale Entwicklungen zu Preisschwankungen beitragen können, die sich unmittelbar auf Verbraucherpreise auswirken.

Zudem kritisiert der BUND die auf der AMK diskutierte Vereinfachung von Pestizidzulassungen. Diese sei weder notwendig noch sinnvoll, insbesondere da ölbasierte Pestizide ohnehin zunehmend teurer würden.

Forderung nach unabhängiger Landwirtschaft

Der BUND-Vorsitzende Olaf Bandt erklärt, dass steigende Energiepreise auch die Kosten für konventionelle Betriebsmittel wie Pestizide und fossile Düngemittel erhöhten. Deshalb müsse die Landwirtschaft unabhängiger von importierten Betriebsmitteln werden. Die bisherigen Produktionsketten seien stark von internationalen Preisschwankungen abhängig und wirkten sich negativ auf alle Beteiligten aus.

Er betont weiter, dass öffentliche Gelder deutlich stärker in den Umbau hin zu einer resilienten, ökologisch nachhaltigen und vom Weltmarkt unabhängigen Landwirtschaft investiert werden müssten. Nur ein solcher Ansatz sei zukunftsfähig. Zudem fordert der BUND, Patente auf Nutz- und Wildpflanzen abzulehnen und den Ökolandbau gezielt zu stärken.

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Kritik an bestehenden Agrarpolitiken

Aus Sicht des BUND stehen weiterhin zu viele Vorschläge zur Debatte, die auf überholten Ansätzen basieren und nicht geeignet seien, die Landwirtschaft nachhaltig zu stärken. Zwar befassen sich mehrere Anträge mit der Gemeinsamen Europäischen Agrarpolitik (GAP), jedoch fehle ein klares Signal zur finanziellen Anerkennung gesellschaftlich gewünschter Leistungen.

Dies führe dazu, dass insbesondere Betriebe benachteiligt würden, die bereits heute ressourcenschonend wirtschaften.

Nachhaltige Lösungen statt kurzfristiger Maßnahmen

Bandt macht deutlich, dass Maßnahmen wie verbilligter Agrardiesel, eine Absenkung des Mindestlohns oder verstärkte Importe keine langfristige Lösung für die Landwirtschaft darstellen. Stattdessen sei ein resilientes Agrar- und Ernährungssystem notwendig.

Im Mittelpunkt sollten Betriebe stehen, die zum Schutz der Ökosysteme beitragen und Leistungen für das Gemeinwohl erbringen. Nur auf diese Weise könne die Landwirtschaft langfristig zukunftsfähig bleiben und gleichzeitig eine bezahlbare sowie sichere Ernährung gewährleistet werden.

Dieser Text beruht auf einer Pressemitteilung des BUNDs vom 19.03.2026 und wurde unter Zuhilfenahme von KI redaktionell aufgearbeitet