Hochwasser und Klimawandel: Herausforderungen in Nordrhein-Westfalen

Fabian

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Dezember 2023 brachte in Nordrhein-Westfalen eines der schwersten Hochwasser seit Jahrzehnten. Eine Vielzahl von Pegeln verzeichnete neue Rekordwerte, besonders an der Weser, und auch kleinere Flüsse wie die Nette am Niederrhein schwollen an. Der Pegel der Nette erreichte über die Weihnachtsfeiertage die Warnstufe drei, und für ganz Nordrhein-Westfalen wurde eine große Hochwasserlage ausgerufen. Das NRW-Innenministerium berichtete, dass mehr als 15.500 Einsatzkräfte, darunter über 14.000 Feuerwehrleute und 1500 Helfer von Organisationen wie dem THW, dem Deutschen Roten Kreuz, der DLRG, der Johanniter-Unfall-Hilfe und dem Malteser Hilfsdienst, in rund 3700 Einsätzen halfen, Katastrophen zu verhindern. Minister Oliver Krischer erwähnte, dass trotz der Schwere des Hochwassers keine größeren Schäden an Infrastruktur und Gebäuden entstanden und die Gefährdung der Bevölkerung vermieden werden konnte.

Rekordniederschläge im Dezember

Im Dezember fielen allein 161 Liter pro Quadratmeter Niederschlag, etwa doppelt so viel wie im langjährigen Mittel der Dezembermonate seit 1881. Die Niederschläge übertrafen sowohl den Durchschnitt der Referenzperiode 1961-1990 als auch den der aktuellen Klimanormalperiode 1991-2020, was zu einer großen Hochwasserlage führte.

2023 unter den regenreichsten Jahren

Das Jahr 2023 gehörte zu den wärmsten und regenreichsten Jahren in Nordrhein-Westfalen seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1881. Das LANUV berichtete eine durchschnittliche Jahresniederschlagssumme von rund 1198 mm. Minister Krischer betonte, dass 2023 ein weiteres Jahr der Wetterextreme war, einschließlich Dürresommer und Starkregenereignissen, und dass die Klimakrise zu immer neuen, oft gegensätzlichen Wetterextremen führt.

Temperatur und Sonnenschein im Jahr 2023

Das Jahr 2023 teilte sich mit 2022 den Titel als wärmstes Jahr in NRW seit Beginn der Wetteraufzeichnungen, mit einer Durchschnittstemperatur von 11,2 Grad Celsius. NRW erreichte bundesweit den zweiten Platz bei den Durchschnittstemperaturen, hinter dem Saarland. Trotz eines Gesamtwerts von 1653 Sonnenscheinstunden, der über dem Mittelwert der Klimanormalperiode liegt, war NRW das sonnenscheinärmste Bundesland. Die meisten Sonnenscheinstunden gab es im Juni, während die Herbstmonate Oktober und November vergleichsweise trüb waren.

Herausforderungen im Hochwasserschutz

Minister Krischer betonte, dass der Schutz vor Wetterextremen eine der größten Herausforderungen der kommenden Jahre darstellt. Das Weihnachtshochwasser zeigte, dass die Hochwasserschutz-Infrastruktur teilweise nicht auf solche Niederschlagsmengen ausgelegt ist und daher verbessert werden muss. Investitionen in den Hochwasserschutz sind essentiell für den Schutz von Menschen, Umwelt und Infrastruktur. Nordrhein-Westfalen wird daher seine Maßnahmen und Aktionsprogramme im Hochwasserschutz fortsetzen.

Dieser Text beruht auf einer Pressemitteilung vom Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr des Landes NRW vom 26.01.2024