Fossile Energien: Deutschland legt UN-Fahrplan vor

Fabian

Solarenergie
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New York, 25.9.2026: Bundesumweltminister Carsten Schneider hat bei den Vereinten Nationen in New York einen deutschen Fahrplan für die schrittweise Abkehr von fossilen Brennstoffen vorgestellt. Nach Angaben seines Ministeriums soll der Plan weitere Staaten dazu bewegen, eigene Ausstiegspläne zu konkretisieren.

Deutschland legt als drittes Land einen Ausstiegsplan vor

Zuvor hatte das Bundesumweltministerium die sogenannte Roadmap im Bundeskabinett vorgestellt. Deutschland ist nach Frankreich und den Niederlanden das dritte Land, das einen solchen Plan vorlegt. Bei der Weltklimakonferenz 2023 in Dubai hatte die Staatengemeinschaft beschlossen, die schrittweise Abkehr von fossilen Brennstoffen zu beschleunigen.

Das Ministerium erklärte, Deutschland wolle mit dem Fahrplan weitere Dynamik für diesen Prozess erzeugen, damit möglichst viele Länder ihre Pläne konkretisierten. Die Abkehr von fossilen Energien sei entscheidend für den Erfolg beim Klimaschutz, da 75 Prozent der weltweiten Emissionen auf dem Verbrennen von Kohle, Öl und Gas beruhten.

Schneider erklärte, die aktuelle Weltlage bringe neue Dynamik in die internationale Klimaschutzpolitik. Immer mehr Ländern werde bewusst, wie teuer und gefährlich die Abhängigkeit von fossilen Energien sei. Es sei kein guter Zustand, wenn die Lage an der Straße von Hormus darüber entscheide, ob sich Menschen den täglichen Weg zur Arbeit noch leisten könnten.

Den Fahrplan bezeichnete Schneider als Klimastrategie und zugleich als wirtschaftspolitische Strategie. Geld, das bislang für Öl- und Gasimporte ausgegeben werde, solle künftig verstärkt in lokale Wertschöpfung fließen. Die Abkehr von fossilen Energien verbinde Unabhängigkeit, Bezahlbarkeit und Klimaschutz. Er zeigte sich überzeugt, dass viele weitere Länder folgen würden.

Hohe Importabhängigkeit bei Öl, Gas und Steinkohle

Im Jahr 2024 machten fossile Brennstoffe 65 Prozent des deutschen Energieverbrauchs aus: Mineralöle 36 Prozent, Erdgas 24 Prozent und Kohle fünf Prozent. 98 Prozent des Mineralöls und 95 Prozent des Erdgases wurden importiert, Steinkohle vollständig.

Die Kosten für diese Importe lagen 2024 bei insgesamt 76 Milliarden Euro. Nach Angaben des Ministeriums sind sie seit der Krise um den Iran massiv gestiegen.

Erneuerbarer Strom und Elektrifizierung als Kern des Fahrplans

Der Fahrplan setzt auf den wachsenden Einsatz erneuerbarer Energien in der Stromerzeugung sowie auf die Elektrifizierung von Mobilität, Wärmeerzeugung und industriellen Prozessen. Das Ministerium erklärte, Elektroautos und Wärmepumpen seien um ein Vielfaches effizienter als fossile Technologien und würden stetig besser. Jede neue Wärmepumpe und jedes neue Elektroauto spare Öl- und Gasimporte und senke die Treibhausgasemissionen. Im Jahr 2045 werde Deutschland klimaneutral sein und ohne Abhängigkeit von fossilen Energien effizient und kostengünstig wirtschaften können.

Im Stromsektor decken erneuerbare Energien laut Ministerium bereits rund 55 Prozent des Bruttostromverbrauchs. Bis 2030 soll ihr Anteil auf mindestens 80 Prozent steigen. Begleitend sind der Kohleausstieg bis spätestens 2038 und der Ausbau der Stromnetze vorgesehen. Ergänzende regelbare Gaskraftwerke sollen auf grünen Wasserstoff umgestellt werden können, sodass 2045 ein klimaneutraler Kraftwerkspark steht. Abgesichert werden soll dies durch den EU-Emissionshandel, der die Zertifikate für fossile Kraftwerke jährlich verknappt.

Im Verkehr waren im August 2026 rund ein Drittel der Pkw-Neuzulassungen in Deutschland vollelektrisch. Das Ministerium erklärte, die sozial gestaffelte Förderung sorge für Anschub in Einkommensgruppen, für die Elektromobilität zuvor keine Option gewesen sei. Zudem treibe die Bundesregierung den Ausbau von Ladesäulen voran.

Bei der Wärmeerzeugung sollen Wärmepumpen und Fernwärme Öl- und Gasheizungen ersetzen. 2025 wurden in Deutschland erstmals mehr Wärmepumpen als Gasheizungen verkauft. Begleitet wird dies durch eine sozial gestaffelte Förderung und ordnungspolitische Vorgaben.

Für die Industrie verfolgt die Bundesregierung eine Elektrifizierungs- und Modernisierungsstrategie. Investitionen in die Dekarbonisierung werden mit Förderprogrammen unterstützt. Hinzu kommen die Preissignale des EU-Emissionshandels und der CO₂-Grenzausgleich CBAM.

Internationale Kooperation beim Ausstieg aus Kohle, Öl und Gas

Deutschland arbeitet auch mit anderen Staaten an der Abkehr von fossilen Energien, etwa im Rahmen einer Energiewende-Partnerschaft mit Südafrika. Das Land arbeitet am Kohleausstieg sowie am Ausbau von Stromnetzen und erneuerbaren Energien.

Nach Angaben des Ministeriums steht das Thema seit der Weltklimakonferenz COP30 in Brasilien im vergangenen Jahr weit oben auf der internationalen Agenda. Die brasilianische COP30-Präsidentschaft will im Oktober einen internationalen Fahrplan zur Abkehr von fossilen Energien veröffentlichen.

Im April berieten 57 Staaten, darunter Deutschland, im kolumbianischen Santa Marta bei der ersten internationalen Konferenz zur Abkehr von fossilen Energien über den Ausstieg aus Kohle, Öl und Gas. Im Anschluss wurden mehrere Arbeitsprozesse zur internationalen Zusammenarbeit aufgesetzt. Die türkische und die australische COP31-Präsidentschaft streben zudem an, die globale Elektrifizierung zu beschleunigen.

Dieser Text beruht auf einer Pressemitteilung des BMUKN vom 23.09.2026 und wurde unter Zuhilfenahme von KI redaktionell aufgearbeitet.