Berlin, 31. März 2026: Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) übt deutliche Kritik an den Vorschlägen der Bundesregierung, die an die EU-Kommission zur Weiterentwicklung der EU-Entwaldungsverordnung (EUDR) übermittelt wurden. Nach Einschätzung der DUH besteht die Gefahr, dass zentrale Kontrollmechanismen geschwächt werden und dadurch die Wirksamkeit der Verordnung erheblich leidet.
Allgemeines
- Die Bundesregierung setzt sich unter anderem für Sammelmeldungen bei Land- und Forstbetrieben ein, für reduzierte Nachweispflichten bei Importen aus als risikoarm eingestuften Ländern sowie für geringere Anforderungen an die Prüfung von Legalität und Rechtmäßigkeit. Zudem sollen Sanktionen künftig nur noch beim erstmaligen Inverkehrbringen, etwa an den EU-Außengrenzen, greifen.
- Die EU-Kommission wird im April über das weitere Vorgehen entscheiden. Aus Sicht der DUH ist es dabei erforderlich, dass sich die Bundesregierung klar gegen zusätzliche Ausnahmen ausspricht und einer Abschwächung der bestehenden Regelungen sowie der Kontrollmechanismen entgegenstellt.
Kritik an geplanten Lockerungen
Svane Bender, Leiterin für Naturschutz und biologische Vielfalt bei der DUH, erklärte, dass der Vorstoß von Minister Rainer aus ihrer Sicht den Kern der EU-Entwaldungsverordnung schwäche. Insbesondere führe eine Reduzierung der Nachweispflichten für Importe aus vermeintlichen Niedrigrisikoländern, eine Einschränkung des Prüfungsumfangs sowie eine Beschneidung der Kontrollpflichten der Behörden dazu, dass neue Schlupflöcher für illegales Holz und entwaldungsbelastete Rohstoffe wie Soja oder Leder entstünden.
Risiken durch globale Lieferketten
Bender betonte zudem, dass ein geringes Risiko nicht mit einem fehlenden Risiko gleichzusetzen sei. Gerade durch Umleitungen über Zwischenstationen, Vermischungen von Waren und komplexe Lieferketten könnten weiterhin problematische Produkte in den Markt gelangen.
Neue Daten zur Entwaldungsbilanz
Weiter verwies sie auf aktuelle Auswertungen der Initiative Trase, aus denen hervorgehe, dass die Europäische Union nach wie vor erheblich zur globalen Entwaldung über Agrarimporte beitrage. Deutschland gehöre dabei zu den besonders betroffenen Mitgliedstaaten.
Forderung nach konsequenten Kontrollen
Vor diesem Hintergrund unterstrich Bender die Notwendigkeit strenger Kontrollen und klarer Vorgaben anstelle von Abschwächungen. Die Bundesregierung solle die EU-Entwaldungsverordnung aktiv gegen Einflussnahmen, etwa durch Interessenvertretungen der Lederindustrie, verteidigen und dürfe deren Substanz nicht untergraben.
Dieser Text beruht auf einer Pressemitteilung der DUH vom 31.03.2026 und wurde unter Zuhilfenahme von KI redaktionell aufgearbeitet.












