Deutschland verfehlt Tempo beim Klimaschutz

Fabian

Windräder
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Der Rückgang klimaschädlicher Emissionen in Deutschland hat sich im Jahr 2025 deutlich verlangsamt. Nach Angaben des Umweltbundesamtes (UBA) wurden im vergangenen Jahr rund 648,9 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalente ausgestoßen. Das waren knapp eine Million Tonnen beziehungsweise 0,1 Prozent weniger als 2024. Seit 1990 hat Deutschland seine Treibhausgasemissionen damit um 48 Prozent reduziert. Während die Energiewirtschaft leichte Rückgänge verzeichnete, stiegen die Emissionen in den Sektoren Verkehr und Gebäude an. Zugleich erholte sich der deutsche Wald so weit, dass er wieder mehr CO₂ aufnahm, als er freisetzte. Insgesamt lagen die Emissionen 2025 unter der nach dem Klimaschutzgesetz zulässigen Jahresemissionsgesamtmenge. Das Ziel, die Treibhausgasemissionen bis 2030 um 65 Prozent gegenüber 1990 zu senken, bleibt laut aktueller Projektion erreichbar. Dafür seien jedoch zusätzliche Klimaschutzmaßnahmen nötig. Ab 2026 müssten die Emissionen bis 2030 jährlich im Durchschnitt um 42 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalente sinken.

Fortschritte bleiben hinter Bedarf zurück

Bundesumweltminister Carsten Schneider erklärte, Deutschland sei auf dem Weg zur Klimaneutralität mit einer Reduktion der Treibhausgasemissionen um rund 48 Prozent gegenüber 1990 bereits weit vorangekommen. Ohne die bisherigen Fortschritte wäre Deutschland heute noch stärker von Öl- und Gasimporten abhängig. Der Blick auf das Jahr 2025 zeige jedoch ein gemischtes Bild: Die Emissionsminderung sei zu langsam vorangekommen. Gleichzeitig habe die Akzeptanz für Klimaschutztechnologien zugenommen. So sei die Nachfrage nach Elektroautos und Wärmepumpen 2025 stark gestiegen, zudem seien so viele Windkraftprojekte genehmigt worden wie nie zuvor. Das gebe Anlass zur Hoffnung, dass die Fortschritte in den kommenden Jahren wieder größer ausfallen könnten. Auch der deutsche Wald habe 2025 wieder zum Klimaschutz beigetragen. Auf diesen Entwicklungen wolle die Bundesregierung mit dem Klimaschutzprogramm aufbauen, damit Deutschland wieder auf Klimakurs komme. Schneider betonte zudem, Deutschland verfüge heute über die technologischen Möglichkeiten, Klimaschutz, wirtschaftliche Dynamik und bessere Lebensbedingungen miteinander zu verbinden. Maßnahmen, die dem Klima nützten, stärkten zugleich Sicherheit und Wirtschaftskraft. Jede zusätzliche Kilowattstunde erneuerbarer Energie mache Deutschland unabhängiger von Öl und Gas und erhöhe die Sicherheit der Energieversorgung.

Energiewende bleibt zentrales Fundament

UBA-Präsident Dirk Messner sagte, die Emissions- und Projektionsdaten zeigten, dass sich der Klimaschutz sektorübergreifend leicht verlangsamt habe. Positiv sei jedoch, dass bekannt sei, welche Schritte notwendig seien, um die nationalen Klimaziele noch zu erreichen. Die Weichen dafür könnten Ende März mit dem Klimaschutzprogramm der Bundesregierung gestellt werden. Zentrales Fundament bleibe eine erfolgreiche Energiewende mit einem weiterhin starken Ausbau der erneuerbaren Energien, den dafür notwendigen Speicher- und Netzinfrastrukturen sowie der Elektrifizierung im Verkehr und in den Gebäuden. Hinzu komme ein gezielter Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft.

Emissionen sinken nur geringfügig

Insgesamt sank der Ausstoß von Treibhausgasen 2025 gegenüber dem Vorjahr um 0,9 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalente beziehungsweise 0,1 Prozent. Mit 648,9 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalenten unterschritten die kumulierten Emissionen die nach dem Klimaschutzgesetz angepasste zulässige jährliche Gesamtmenge von 661,6 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalenten um rund 12,8 Millionen Tonnen.

Unterschiedliche Entwicklung in den Sektoren

Den gesunkenen Emissionen im Industriesektor, die mit der aktuell schwachen Konjunktur zusammenhängen, standen nahezu gleich große Anstiege im Verkehrs- und Gebäudesektor gegenüber. In der Industrie gingen die Emissionen um 5,7 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalente zurück. Im Verkehrssektor stiegen sie hingegen um 2,1 Millionen Tonnen, im Gebäudesektor um 3,4 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalente. In der Energiewirtschaft sanken die Emissionen leicht um 0,6 Millionen Tonnen, während sie in der Landwirtschaft nahezu unverändert blieben.

Klimaziel 2030 bleibt erreichbar

Neben den Emissionsdaten für 2025 veröffentlichte das UBA auch die Projektionsdaten 2026 zur erwarteten Treibhausgasentwicklung in den kommenden Jahren. Die Projektion basiert auf Informationen, die bis November 2025 verfügbar waren. Neue Maßnahmen der aktuellen Bundesregierung sowie jüngste Entwicklungen bei Öl- und Gaspreisen sind darin noch nicht berücksichtigt. Nach den Projektionsdaten bleibt das Ziel weiterhin erreichbar, die Treibhausgasemissionen bis 2030 um 65 Prozent gegenüber 1990 zu mindern.

Bestehende Maßnahmen reichen nicht aus

Die bis November 2025 umgesetzten klimapolitischen Instrumente würden jedoch lediglich zu einer Reduktion der Emissionen um 62,6 Prozent bis 2030 führen. Im Zeitraum von 2021 bis 2030 würden die sektorübergreifenden Jahresemissionsgesamtmengen nach dem Klimaschutzgesetz rechnerisch mit knapp 3,8 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalenten eingehalten. Im Vergleich zu den Projektionsdaten 2025 ist die sektorübergreifende Übererfüllung jedoch deutlich gesunken. Der bislang bestehende Puffer von rund 81 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalenten ist damit nahezu aufgebraucht.

EU-Vorgaben erhöhen Handlungsdruck

Mit Blick auf die Verpflichtungen aus der EU-Klimaschutzverordnung, der Effort Sharing Regulation, vergrößert sich die kumulierte Gesamtlücke für den Zeitraum von 2021 bis 2030 laut Projektion gegenüber dem Vorjahr um 29 Millionen Tonnen auf 255 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalente. Investitionen, die Gebäude und Verkehr in Deutschland aus der Abhängigkeit von fossilen Energien lösen, sind daher besonders dringend. So soll möglichst vermieden werden, Zertifikate aus anderen EU-Mitgliedstaaten ankaufen zu müssen.

Energiesektor bleibt Schlüssel der Transformation

Im Energiesektor lagen die Emissionen 2025 bei rund 189,1 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalenten. Das waren 0,6 Millionen Tonnen beziehungsweise 0,3 Prozent weniger als im Vorjahr. Der Energiesektor bleibt der zentrale Hebel für die sektorübergreifende Transformation. Zwar kamen der Ausbau der Windenergie und insbesondere der Solarenergie 2025 deutlich voran, wegen eines windarmen ersten Halbjahres wurde jedoch weniger Windstrom erzeugt als im Vorjahr. Einen Rekord gab es bei den neuen Genehmigungen für Windkraftanlagen mit fast 21 Gigawatt. Zudem konnte die Bundesnetzagentur Genehmigungsverfahren für 2.000 Kilometer Stromleitungen abschließen.

Verkehr verursacht mehr Emissionen

Der Verkehrssektor verursachte 2025 insgesamt 146,3 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalente. Das entspricht einem Anstieg um 2,1 Millionen Tonnen gegenüber dem Vorjahr. Gleichzeitig gab es positive Entwicklungen bei der Elektromobilität, die sich zu einem stärkeren Trend entwickeln könnten. Deutschland verfügt inzwischen über ein gut ausgebautes öffentliches Ladenetz mit mehr als 180.000 Ladepunkten, das weiter deutlich wächst. Fast jeder fünfte neu zugelassene Pkw war 2025 ein rein batterieelektrisches Fahrzeug. Das waren 45 Prozent mehr als 2024. Diese Entwicklung könnte sich durch neue, günstigere Modelle und die neue Förderung für Elektroautos durch die Bundesregierung fortsetzen.

Industrie profitiert von schwacher Konjunktur

Im Industriesektor sanken die Emissionen 2025 infolge der schwachen Konjunktur auf 144,1 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalente. Gegenüber dem Vorjahr entspricht das einem Rückgang um 5,6 Millionen Tonnen beziehungsweise 3,8 Prozent. Wesentliche Gründe waren geringere Produktionsmengen in energieintensiven Branchen und der sinkende Einsatz fossiler Energieträger. Langfristig wird die Transformation der Industrie vor allem durch die Elektrifizierung industrieller Prozesse, den Einsatz von grünem Wasserstoff und CO₂-arme Produktionsverfahren wie die Direktreduktion in der Stahlindustrie geprägt. Der Hochlauf dieser Technologien verläuft bislang jedoch noch nicht schnell genug.

Gebäudesektor mit weiterem Handlungsbedarf

Im Gebäudesektor besteht weiterhin großer Handlungsbedarf. Die Emissionen lagen 2025 bei 103,4 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalenten. Das entspricht einem Anstieg um 3,4 Millionen Tonnen, der vor allem auf die kühlere Witterung während der Heizperiode zurückzuführen ist. Obwohl der Umstieg auf klimafreundliche Energien noch zu langsam vorankam, nahm die Akzeptanz für Wärmepumpen deutlich zu. Die Wärmepumpe überholte 2025 die Gasheizung als meistverkaufte Heizungsart und wurde 299.000-mal verkauft. Das waren 55 Prozent mehr als im Vorjahr. Technologische Fortschritte, sinkende Betriebskosten und steigende Installationskapazitäten im Handwerk fördern diese Entwicklung.

Landwirtschaft und Abfallwirtschaft nahezu stabil

Die Sektoren Landwirtschaft und Abfallwirtschaft verzeichneten gegenüber 2024 nur geringe Veränderungen.

Wald nimmt wieder mehr CO₂ auf

Der Sektor Landnutzung, Landnutzungsänderung und Forstwirtschaft, kurz LULUCF, verursachte 2025 Nettoemissionen von insgesamt 26,9 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalenten. Im Vorjahr waren es noch 57,6 Millionen Tonnen gewesen. Der Bereich bleibt damit weiterhin eine bedeutende Nettoquelle für Treibhausgase. Die aktuellen Emissionsdaten zeigen jedoch, dass sich der deutsche Wald nach den Trockenjahren zwischen 2018 und 2023 etwas erholt hat. Im Jahr 2025 nahm er wieder mehr CO₂ auf, als er ausstieß. Demnach band der Wald 19,3 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalente mehr, als er emittierte. Die Projektionsdaten zeigen jedoch weiterhin, dass zusätzliche Maßnahmen erforderlich sind, um die vorgesehenen Senkenziele für 2030, 2040 und 2045 einzuhalten. Auch technische negative Emissionen könnten dabei eine Rolle spielen.

Weitere Maßnahmen bleiben notwendig

Sektorübergreifend und langfristig werden auch in den kommenden Jahren und Jahrzehnten zusätzliche Maßnahmenpakete erforderlich sein, um den Umbau der Volkswirtschaft zur Klimaneutralität erfolgreich abzuschließen. Auf Grundlage der bereits umgesetzten Maßnahmen wird bis 2040 eine Minderung um rund 80 Prozent gegenüber 1990 erreicht, bis 2045 etwa 83 Prozent.

Daten beruhen auf Schätzungen

Die vorliegenden Emissionsdaten für 2025 stellen die derzeit bestmögliche Schätzung dar. Da zum Zeitpunkt der Berechnung nur begrenzte statistische Grundlagen verfügbar waren, sind sie mit Unsicherheiten verbunden. Die Berechnungen basieren auf Modellrechnungen und Trendfortschreibungen der im Januar 2026 veröffentlichten detaillierten Inventare der Treibhausgasemissionen für das Jahr 2024. Die vollständigen, offiziellen und detaillierten Inventardaten zu den Emissionen in Deutschland für 2025 wird das UBA im Januar 2027 mit der Übermittlung an die Europäische Kommission veröffentlichen.

Projektionen durch unabhängiges Konsortium

Für die Erstellung der Projektionsdaten beauftragt das UBA regelmäßig ein unabhängiges Forschungskonsortium. Dieses schätzt gemeinsam mit dem Thünen-Institut in einem integrierten Modellierungsansatz ab, wie sich die aktuelle Klimaschutzpolitik auf die Treibhausgasemissionen Deutschlands auswirkt. Der Fokus liegt dabei auf den Ergebnissen in den einzelnen Sektoren bis 2030 sowie auf dem Jahr 2050. Das UBA koordiniert die Arbeiten in enger Abstimmung mit den zuständigen Ressorts aller Sektoren auf Bundesebene. Dazu zählen Energiewirtschaft, Verkehr, Industrie, Gebäude, Abfallwirtschaft, Landwirtschaft sowie Landnutzung, Landnutzungsänderung und Forstwirtschaft.

UBA stellt weitere Informationen bereit

Das UBA veröffentlicht die Berechnungen der Emissionsdaten 2025 sowie ein Kurzpapier zu den zentralen Ergebnissen der Projektionsdaten 2026 unter dem Titel „Treibhausgas-Projektionen 2026 – Ergebnisse Kompakt“. Zusätzlich stellt das Amt weitere begleitende Veröffentlichungen bereit, die dem Verständnis der Projektionsdaten, der Modelldokumentation und der Transparenz bei der Berechnung dienen.

Dieser Text beruht auf einer Pressemitteilung […] und wurde unter Zuhilfenahme von KI redaktionell aufgearbeitet.