Das Grüne Band: Vom Grenzstreifen zum Naturerbe

Fabian

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Anlässlich des Tags der Deutschen Einheit am 3. Oktober veröffentlicht der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) die Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage zur Bekanntheit des Grünen Bandes. Das Resultat zeigt deutlich, dass immer mehr Menschen das Grüne Band kennen und schätzen. Der größte deutsche Biotopverbund, der zuletzt mit dem Medien- und Publikumspreis Goldene Henne ausgezeichnet wurde, erstreckt sich entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze von der Ostsee bis nach Bayern. Der BUND hatte das Projekt 1989 direkt nach dem Mauerfall initiiert.

Allgemeines

  • Während 2007 nur 18,8 Prozent der Befragten den Begriff „Grünes Band“ kannten, waren es 2016 bereits 30,1 Prozent und 2025 schließlich 37,8 Prozent. In den anrainenden Landkreisen liegt die Bekanntheit sogar bei 51 Prozent.
  • Der BUND-Vorsitzende Olaf Bandt betonte, dass das Grüne Band eine Erfolgsgeschichte sei. Die wachsende Bekanntheit trage dazu bei, den Biotopverbund und die Natur zu schützen, da Menschen nur das bewahren würden, was sie auch kennen.
  • 92,9 Prozent der Befragten, die den Begriff „Grünes Band“ kennen, halten das Gebiet als Refugium für seltene und bedrohte Arten für wichtig oder sehr wichtig. Für 78,7 Prozent ist es zudem ein bedeutender Erinnerungsort an die deutsch-deutsche Teilung, und 68,6 Prozent sehen darin ein attraktives Reiseziel (Mehrfachnennungen waren möglich).
  • Ältere Menschen über 60 Jahre verbinden das Grüne Band eher mit der früheren Grenze, während Jüngere unter 40 es primär als Naturschutzprojekt betrachten. Altersunabhängig befürworten 64 Prozent der Befragten eine Ausweisung des Grünen Bandes als UNESCO-Welterbe.

Mehrheit unterstützt Welterbe-Status

Olaf Bandt erklärte weiter, dass das Grüne Band seit Anfang 2024 auf der deutschen Vorschlagsliste zum UNESCO-Welterbe stehe – auch auf Initiative des BUND hin. Der Weg zu dieser Auszeichnung und zu einem dauerhaften Schutz dieses einzigartigen Lebens-, Gedächtnis- und Erlebnisraumes sei jedoch noch weit, weshalb jede Unterstützung willkommen sei.

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Aktionstag und neue App zum Grünen Band

Der jährlich am 3. Oktober stattfindende BUND-Aktionstag Grünes Band bietet auch in diesem Jahr vielfältige Möglichkeiten, sich vor Ort über Arten, Lebensräume und die Geschichte der ehemaligen Grenze zu informieren. Besucherinnen und Besucher können wandernd oder per Rad Natur und Geschichte gleichermaßen erleben.

Anlässlich des Feiertags wird zudem die neue App „Das Grüne Band – Vom Todesstreifen zur Lebenslinie“ veröffentlicht. Sie bietet Informationen zu Natur, historischen Relikten und geschichtlichen Hintergründen entlang der gesamten Strecke des Grünen Bandes.

Hintergrund: Umfrage und Förderung

Das Meinungsforschungsinstitut INSA Consulere befragte im Rahmen des Projekts „Quervernetzung Grünes Band“ 1000 Personen ab 14 Jahren in ganz Deutschland. Das Projekt wird bis Ende 2025 mit 4,7 Millionen Euro im Rahmen des Bundesprogramms Biologische Vielfalt vom Bundesamt für Naturschutz gefördert – mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit.

  • Das Grüne Band als einzigartiger Natur- und Erinnerungsraum
  • Mit einer Länge von knapp 1400 Kilometern ist das Grüne Band der längste zusammenhängende Biotopverbund Deutschlands. Es verläuft entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze von der Ostsee bis ins Vogtland und bietet Lebensraum für mehr als 1200 seltene und geschützte Arten sowie insgesamt über 5000 Arten.
  • Der BUND hatte das Projekt gemeinsam mit Naturschützerinnen und Naturschützern aus Ost und West am 9. Dezember 1989 – wenige Wochen nach dem Mauerfall – ins Leben gerufen. Schon damals war erkennbar, dass viele Arten und Biotope im Schatten der Grenzanlagen einen Rückzugsort gefunden hatten.
  • Heute ist das Grüne Band im Bundesnaturschutzgesetz als Nationales Naturerbe verankert. Mehr als 80 Prozent der Strecke sind als Nationales Naturmonument geschützt, wodurch das Gebiet nicht nur ökologisch, sondern auch kulturell eine bedeutende Erinnerungslandschaft darstellt.
  • Seit Januar 2024 steht das Grüne Band auf der deutschen Vorschlagsliste zum UNESCO-Welterbe. Am 12. September desselben Jahres erhielt der BUND für seine Arbeit am Grünen Band die Goldene Henne, Deutschlands größten Publikumspreis. Das Preisgeld von 25.000 Euro wird eingesetzt, um Flächen zu sichern, Lücken zu schließen und den Biotopverbund weiter auszubauen.
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Dieser Text beruht auf einer Pressemitteilung des BUND’s vom 30.09.2025