CO2-Entnahme als Baustein der Klimapolitik

Fabian

Klima
© tonstock / stock.adobe.com

Im Rahmen der Fachkonferenz „CO2-Entnahme aus der Atmosphäre: Neue Chancen für Klimaschutz und Innovation“ des Bundesumweltministeriums beraten heute rund 180 Fachleute aus Wissenschaft, Politik, Wirtschafts- und Umweltverbänden sowie Unternehmen über Potenziale und Maßnahmen für den Hochlauf neuer Technologien zur CO2-Entnahme. Zwar kann die Entnahme von CO2 die konsequente Reduzierung von Treibhausgasemissionen nur ergänzen, sie gilt jedoch als unverzichtbarer Baustein, um Treibhausgasneutralität zu erreichen und dauerhaft zu sichern. Zugleich eröffnen Innovationen in diesem Technologiefeld erhebliche wirtschaftliche Chancen.

Markthochlauf neuer Technologien

Bundesumweltminister Carsten Schneider erklärte, die Technologien und Methoden zur technischen CO2-Entnahme seien derzeit noch weit von dem Niveau entfernt, das künftig benötigt werde. Deshalb wolle man ihnen nun einen Schub geben und die notwendigen Voraussetzungen für den Markthochlauf schaffen. Die CO2-Entnahme werde insbesondere für unvermeidbare Restemissionen aus der Landwirtschaft und bestimmten Industrieprozessen wichtig sein. Schneider betonte zudem, er wolle deutschen Unternehmen ermöglichen, die großen Marktchancen in diesem wichtigen Technologiefeld zu nutzen. In den kommenden Jahren solle dafür auch eine Förderung bereitgestellt werden. Mit dem Hochlauf trete die Klimapolitik in eine neue Phase ein, sichere die Einhaltung langfristiger Klimaziele ab und leiste einen Beitrag dazu, das globale 1,5-Grad-Ziel in Reichweite zu halten.

Ausgleich unvermeidbarer Restemissionen

Um die langfristigen Klimaziele zu erreichen – Treibhausgasneutralität ab 2045 und negative Treibhausgasemissionen nach 2050 –, müssen trotz umfassender Minderungsmaßnahmen unvermeidbare Restemissionen ausgeglichen werden. Dies betrifft vor allem Emissionen aus der Landwirtschaft und bestimmten Industrieprozessen. Neben der natürlichen, dauerhaften Bindung von CO2 aus der Atmosphäre, etwa durch Wälder und Böden, kommen dafür innovative Technologien zur CO2-Entnahme infrage. Ein Beispiel ist die direkte Abscheidung von CO2 aus der Atmosphäre mit anschließender geologischer Speicherung, bekannt als Direct Air Carbon Capture and Storage, kurz DACCS. Insgesamt umfasst das Feld eine breite Palette neuer Verfahren und eröffnet damit auch neue Geschäftsmodelle für Unternehmen und Start-ups.

Öffentlicher Dialog gestartet

Mit der Fachkonferenz eröffnet das Bundesumweltministerium den öffentlichen Dialog zum Thema technische CO2-Entnahme aus der Atmosphäre. Im Mittelpunkt stehen die künftige Rolle dieser Technologien in der Klimapolitik sowie die Frage, welche Rahmenbedingungen erforderlich sind, um ihre industriepolitischen Chancen zu nutzen und gleichzeitig Umwelt- und Naturschutzbelange zu berücksichtigen.

Strategie und Förderprogramme geplant

Das Bundesumweltministerium arbeitet derzeit an dem Entwurf einer Langfriststrategie für die CO2-Entnahme aus der Atmosphäre. Zudem sind ein Investitionsförderprogramm und ein Marktanreizprogramm in Vorbereitung. Auch ein Bürgerdialog soll sich künftig mit dem Thema befassen.

Dieser Text beruht auf einer Pressemitteilung des BMUKN vom 08.06.2026 und wurde unter Zuhilfenahme von KI redaktionell aufgearbeitet.