Definition: Was sind Schwermetalle?
Schwermetalle sind Metalle mit vergleichsweise hoher Dichte, wobei der Begriff chemisch nicht einheitlich definiert ist. Im Umweltbereich wird er vor allem für Metalle verwendet, die bereits in relativ geringen Konzentrationen schädliche Wirkungen auf Organismen oder Ökosysteme haben können. Zu den häufig genannten Schwermetallen gehören Blei, Cadmium, Quecksilber, Chrom, Nickel und teilweise Kupfer oder Zink.

Einige dieser Elemente sind für Lebewesen in kleinen Mengen lebensnotwendig, können bei höheren Konzentrationen jedoch giftig wirken. Andere besitzen keine bekannte biologische Funktion und können bereits in geringen Mengen problematisch sein. Schwermetalle werden nicht biologisch abgebaut und können deshalb über lange Zeit in Böden, Sedimenten und Organismen verbleiben.
Vorkommen von Schwermetallen
Schwermetalle kommen natürlicherweise in Gesteinen und Mineralien der Erdkruste vor. Durch Verwitterung können geringe Mengen in Böden, Gewässer und Sedimente gelangen.
Menschliche Aktivitäten haben die Verteilung vieler Schwermetalle jedoch deutlich verändert. Bergbau, Metallverarbeitung, Industrie, Verkehr, Verbrennung und Abfallwirtschaft können zusätzliche Mengen freisetzen.
Natürliche Hintergrundgehalte
Böden enthalten je nach Ausgangsgestein unterschiedliche natürliche Metallkonzentrationen. Regionen mit bestimmten Erzlagerstätten können höhere Hintergrundwerte aufweisen.
Eine erhöhte Konzentration bedeutet deshalb nicht automatisch, dass eine menschliche Kontamination vorliegt. Zur Bewertung müssen natürliche Standortbedingungen berücksichtigt werden.
Blei
Blei ist ein giftiges Schwermetall, das früher in zahlreichen Produkten eingesetzt wurde. Dazu gehörten Kraftstoffzusätze, Farben, Rohre, Batterien und verschiedene technische Anwendungen.
Viele Anwendungen wurden stark eingeschränkt, dennoch können ältere Gebäude, Böden und Industrieflächen weiterhin belastet sein.
Gesundheitliche Wirkung von Blei
Blei kann insbesondere das Nervensystem beeinträchtigen. Kinder reagieren besonders empfindlich, weil sich Gehirn und Nervensystem noch entwickeln.
Auch Nieren, Blutbildung und andere Organe können bei hoher oder langanhaltender Exposition betroffen sein.
Cadmium
Cadmium kommt natürlicherweise in bestimmten Erzen vor und fällt unter anderem bei der Gewinnung anderer Metalle als Nebenprodukt an.
Es wurde beispielsweise in Batterien, Pigmenten und Beschichtungen eingesetzt. Cadmium kann außerdem als Begleitstoff in bestimmten Düngemitteln vorkommen.
Cadmium in Böden und Pflanzen
Cadmium kann von Pflanzen aus dem Boden aufgenommen werden. Dadurch kann es in die Nahrungskette gelangen.
Die Aufnahme hängt von Bodenchemie, Pflanzenart und Cadmiumkonzentration ab.
Quecksilber
Quecksilber besitzt unter den Schwermetallen besondere Eigenschaften, da es bei Raumtemperatur flüssig ist und verdampfen kann.
In der Umwelt kann es in unterschiedliche chemische Formen umgewandelt werden. Besonders Methylquecksilber kann sich stark in aquatischen Nahrungsketten anreichern.
Biomagnifikation
Raubfische können deutlich höhere Quecksilberkonzentrationen aufweisen als das umgebende Wasser. Ursache ist die Anreicherung entlang der Nahrungskette.
Dieser Prozess zeigt, dass sehr geringe Konzentrationen in einem Umweltmedium dennoch zu hohen Belastungen in Organismen führen können.
Chrom
Chrom kommt in unterschiedlichen Oxidationsstufen vor, die sich erheblich in ihrer Umwelt- und Gesundheitswirkung unterscheiden.
Dreiwertiges Chrom besitzt andere Eigenschaften als sechswertiges Chrom. Letzteres ist besonders toxisch und kann bei bestimmten industriellen Prozessen auftreten.
Chrom in der Industrie
Chromverbindungen werden unter anderem in Metallverarbeitung, Oberflächenbehandlung und bestimmten chemischen Produktionsprozessen eingesetzt.
Unsachgemäßer Umgang kann zu Boden- und Grundwasserbelastungen führen.
Nickel
Nickel ist ein wichtiges Industriemetall und wird unter anderem für Edelstahl, Legierungen und Batterien verwendet.
Es kommt natürlicherweise in Böden vor, kann aber durch Bergbau und industrielle Emissionen zusätzlich freigesetzt werden.
Nickel und Gesundheit
Nickel kann bei empfindlichen Personen allergische Reaktionen auslösen. Bestimmte Nickelverbindungen besitzen bei beruflicher Exposition darüber hinaus weitere gesundheitliche Risiken.
Die Wirkung hängt stark von chemischer Form und Aufnahmeweg ab.
Kupfer und Zink
Kupfer und Zink sind lebensnotwendige Spurenelemente. Organismen benötigen kleine Mengen für Enzyme und andere biologische Funktionen.
In hohen Konzentrationen können beide Metalle jedoch toxisch wirken, insbesondere für Wasserorganismen.
Essentiell und gleichzeitig toxisch
Bei essentiellen Metallen besteht ein Konzentrationsbereich, in dem sie notwendig und verträglich sind. Sowohl Mangel als auch Überschuss können problematisch sein.
Diese Eigenschaft unterscheidet sie von Metallen ohne bekannte biologische Funktion.
Schwermetalle in Böden
Böden können Schwermetalle über lange Zeit speichern. Metalle binden an Tonminerale, Eisenoxide, Humus und andere Bodenbestandteile.
Da sie nicht biologisch abgebaut werden, verschwinden sie nicht, sondern können lediglich in andere chemische Formen überführt oder räumlich verlagert werden.
Einfluss des pH-Werts
Der pH-Wert beeinflusst die Mobilität vieler Metalle. In sauren Böden können bestimmte Schwermetalle leichter gelöst und von Pflanzen aufgenommen oder mit Wasser verlagert werden.
Eine Veränderung der Bodenchemie kann daher die Verfügbarkeit bereits vorhandener Metalle erheblich verändern.
Schwermetalle im Grundwasser
Unter bestimmten Bedingungen können gelöste Schwermetalle aus Böden in das Grundwasser gelangen. Besonders relevant sind belastete Industrie- und Bergbaustandorte.
Die Mobilität hängt von pH-Wert, Sauerstoffbedingungen und mineralischer Zusammensetzung des Untergrunds ab.
Grundwassersanierung
Metallbelastetes Grundwasser kann durch Pump- und Reinigungsverfahren oder reaktive Barrieren behandelt werden.
Da Metalle nicht zerstört werden können, müssen sie aus dem Wasser entfernt oder dauerhaft in einer weniger mobilen Form gebunden werden.
Schwermetalle in Gewässern
Schwermetalle können über Industrieabwässer, Bergbau, Bodenerosion und atmosphärische Ablagerungen in Flüsse und Seen gelangen.
Ein großer Anteil kann sich an Schwebstoffe binden und schließlich in Sedimenten ablagern.
Sedimente als Schadstoffspeicher
Sedimente können Metalle über lange Zeit speichern. Dadurch sinkt die Konzentration im freien Wasser zunächst.
Werden Sedimente aufgewirbelt oder verändern sich chemische Bedingungen, können zuvor gebundene Metalle wieder freigesetzt werden.
Schwermetalle in Pflanzen
Pflanzen können verschiedene Metalle über ihre Wurzeln aufnehmen. Die Aufnahme unterscheidet sich stark zwischen Pflanzenarten und Metallverbindungen.
Ein Teil wird in Wurzeln gespeichert, andere Metalle können in Blätter, Früchte oder Samen transportiert werden.
Phytoremediation
Bestimmte Pflanzen besitzen die Fähigkeit, vergleichsweise große Metallmengen aufzunehmen. Sie können gezielt zur Sanierung belasteter Böden eingesetzt werden.
Dieser Ansatz wird als Phytoremediation bezeichnet. Die belastete Pflanzenbiomasse muss anschließend kontrolliert behandelt werden.
Schwermetalle in Nahrungsketten
Metalle können über belastete Pflanzen, Wasser oder Nahrung von Tieren aufgenommen werden. Je nach Stoff können sie sich in bestimmten Organen oder Geweben anreichern.
Besonders problematisch sind Verbindungen, die nur langsam ausgeschieden werden.
Bioakkumulation
Bioakkumulation beschreibt die zunehmende Anreicherung eines Stoffes im Körper eines Organismus über die Zeit.
Wenn die Aufnahme schneller erfolgt als Ausscheidung oder Speicherung, steigt die Konzentration im Organismus.
Schwermetalle und Landwirtschaft
Landwirtschaftliche Böden können Schwermetalle über Düngemittel, Klärschlamm, Pflanzenschutzmittel oder atmosphärische Einträge erhalten.
Da Metalle langfristig im Boden verbleiben, können wiederholte kleine Einträge über viele Jahre zu einer Anreicherung führen.
Düngemittel
Bestimmte mineralische Düngemittel können unerwünschte Metallspuren enthalten. Besonders Phosphatgesteine können beispielsweise Cadmium enthalten.
Qualitätsanforderungen und Grenzwerte sollen solche Einträge begrenzen.
Schwermetalle im Straßenverkehr
Auch Verkehr kann metallhaltige Partikel freisetzen. Bremsen, Reifen, Fahrbahn und Fahrzeugteile tragen zum Abrieb bei.
Diese Partikel können sich auf Straßen und Böden ablagern und bei Regen in Gewässer eingetragen werden.
Bremsabrieb
Beim Bremsen entstehen feine Partikel aus Bremsbelägen und Bremsscheiben. Diese können verschiedene Metalle enthalten.
Mit wachsender Bedeutung emissionsarmer Antriebe rücken solche nicht motorbedingten Partikelquellen stärker in den Mittelpunkt der Luft- und Gewässerreinhaltung.
Bergbau und Schwermetalle
Bergbau kann große Mengen metallhaltigen Gesteins an die Oberfläche bringen. Durch Verwitterung können Metalle aus Abraum und Tailings freigesetzt werden.
Besonders problematisch sind saure Grubenwässer, die Metalle aus dem Gestein lösen und in Gewässer transportieren können.
Langfristige Belastungen
Auch lange nach Schließung eines Bergwerks können metallhaltige Wässer entstehen. Die Behandlung solcher Standorte kann deshalb über Jahrzehnte erforderlich sein.
Vorsorgende Sicherung von Bergbauabfällen ist wesentlich, um solche Belastungen zu vermeiden.
Sanierung schwermetallbelasteter Böden
Stark belastete Böden können ausgehoben und entsorgt oder behandelt werden. Alternativ lassen sich Metalle durch Bindemittel immobilisieren.
Welche Methode geeignet ist, hängt von Konzentration, Fläche, Nutzung und Mobilität der Metalle ab.
Immobilisierung
Bei der Immobilisierung werden Stoffe in den Boden eingebracht, die Metalle stärker binden und ihre Aufnahme oder Auswaschung reduzieren.
Die Metalle bleiben dabei im Boden vorhanden. Deshalb ist eine langfristige Kontrolle notwendig.
Recycling von Schwermetallen
Viele Metalle besitzen einen hohen wirtschaftlichen Wert und können aus Altprodukten zurückgewonnen werden. Batterien, Elektronik und Metallschrott sind wichtige Quellen.
Recycling reduziert den Bedarf an Primärabbau und verhindert gleichzeitig, dass problematische Metalle in ungeeignete Abfallströme gelangen.
Zusammenfassung
Schwermetalle sind metallische Elemente, die je nach Stoff und Konzentration erhebliche Auswirkungen auf Menschen und Umwelt besitzen können. Sie kommen natürlicherweise vor, werden aber durch Industrie, Bergbau, Verkehr und andere menschliche Aktivitäten zusätzlich freigesetzt.
Da Schwermetalle nicht biologisch abgebaut werden, können sie langfristig in Böden und Sedimenten verbleiben. Ihre Mobilität hängt stark von chemischen Umweltbedingungen ab. Emissionsvermeidung, Recycling, kontrollierte Entsorgung und die Sanierung belasteter Standorte sind deshalb zentrale Maßnahmen zur Verringerung von Schwermetallbelastungen.











