Erosion

Definition: Was ist Erosion?

Erosion bezeichnet die Abtragung von Boden, Gestein oder Sediment durch Wasser, Wind, Eis oder Schwerkraft. In der Umweltdebatte ist meist Bodenerosion gemeint. Dabei wird fruchtbarer Oberboden von Ackerflächen, Hängen, Baustellen, Ufern oder ungeschützten Böden abgetragen. Dieser Oberboden enthält Humus, Nährstoffe, Bodenorganismen und feine mineralische Bestandteile. Sein Verlust schwächt die Bodenfruchtbarkeit und kann Gewässer belasten.

Landschaft im Grand Canyon Stil: Bsp. Erosion
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Erosion ist ein natürlicher geologischer Prozess. Gebirge, Täler, Küsten und Flusslandschaften entstehen auch durch Abtragung. Problematisch wird Erosion, wenn menschliche Nutzung sie stark beschleunigt. Intensive Bodenbearbeitung, fehlende Vegetationsdecke, Bodenverdichtung, Entwaldung, Überweidung, versiegelte Flächen und Starkregen können dazu führen, dass Boden schneller verloren geht, als er neu entsteht.

Formen der Erosion

Wassererosion

Wassererosion entsteht, wenn Regentropfen Bodenpartikel lösen und abfließendes Wasser sie mitnimmt. Auf geneigten Flächen kann sich Wasser zu kleinen Rinnen sammeln. Daraus können größere Erosionsrinnen entstehen. Besonders gefährdet sind unbedeckte Böden nach der Aussaat, frisch bearbeitete Äcker, Maisflächen, Weinberge, Baustellen und Hänge mit geringer Pflanzenbedeckung.

Starkregen erhöht das Risiko deutlich. Wenn in kurzer Zeit viel Wasser fällt, kann der Boden es nicht vollständig aufnehmen. Verdichtete oder verschlämmte Böden verstärken den Oberflächenabfluss. Mit dem Wasser gelangen Erde, Nährstoffe, Pflanzenschutzmittel und organische Stoffe in Gräben, Bäche, Seen oder Kanalisation.

Winderosion

Winderosion tritt besonders auf trockenen, lockeren und ungeschützten Böden auf. Wind nimmt feine Bodenpartikel auf und transportiert sie über kurze oder weite Strecken. Gefährdet sind sandige Böden, ausgetrocknete Äcker, große offene Flächen und Regionen mit wenig Vegetation. Winderosion kann Staubstürme, Nährstoffverluste und Schäden an jungen Pflanzen verursachen.

Hecken, Windschutzstreifen, Zwischenfrüchte und dauerhafte Bodenbedeckung verringern die Windgeschwindigkeit am Boden. Dadurch bleiben Bodenpartikel besser an Ort und Stelle. Besonders in offenen Agrarlandschaften sind solche Strukturen wichtig.

Ufer- und Küstenerosion

Ufererosion entsteht an Flüssen, Seen und Kanälen, wenn Strömung, Wellen oder Schiffsverkehr Material abtragen. Küstenerosion wird durch Wellen, Sturmfluten, Strömungen und Meeresspiegelanstieg verstärkt. Natürliche Küsten verändern sich ständig, doch Bebauung, harte Küstenschutzbauwerke und fehlende Sedimentzufuhr können Probleme verschärfen.

Naturnahe Ufer mit Pflanzen, Auen und flachen Übergängen sind oft stabiler und ökologisch wertvoller als steile, verbaute Ufer. An Küsten können Dünen, Salzwiesen und Vorländer Wellenenergie mindern und Lebensräume bieten.

Ursachen beschleunigter Bodenerosion

Bodenerosion hängt von Niederschlag, Hangneigung, Bodenart, Bodenstruktur, Bewuchs und Bewirtschaftung ab. Starkregen, steile Hänge und feinkörnige Böden erhöhen das Risiko. Humusreiche, gut strukturierte Böden nehmen Wasser besser auf und sind widerstandsfähiger.

Menschliche Nutzung kann den Schutz des Bodens schwächen. Wird Boden häufig gepflügt und bleibt lange unbedeckt, ist er dem Regen direkt ausgesetzt. Schwere Maschinen können Verdichtung verursachen. Monokulturen und fehlende Landschaftselemente verringern die Strukturvielfalt. Auf Baustellen fehlt oft jede schützende Vegetation.

Landwirtschaft

In der Landwirtschaft entsteht Erosion besonders auf Flächen mit geringer Bodenbedeckung. Reihenfrüchte wie Mais, Zuckerrüben oder Kartoffeln lassen den Boden in bestimmten Phasen offen. Pflügen entlang der Hangrichtung kann Wasserabfluss beschleunigen. Fehlende Zwischenfrüchte lassen Böden im Winter und Frühjahr ungeschützt.

Erosionsmindernde Landwirtschaft nutzt Mulchsaat, Direktsaat, Zwischenfrüchte, Untersaaten, Konturbearbeitung, Terrassierung, Fruchtfolgen, Hecken, Grasstreifen und Gewässerrandstreifen. Entscheidend ist, Regentropfen abzufangen, Wasser zu bremsen und die Bodenstruktur zu stärken.

Entwaldung und Überweidung

Wälder und Grasland schützen Böden durch Wurzeln, Streu, Humus und geschlossene Vegetation. Werden Hänge entwaldet oder Weiden zu stark belastet, geht dieser Schutz verloren. Trittbelastung kann den Boden verdichten und Vegetation zerstören. Bei Starkregen wird dann besonders viel Material abgetragen.

Folgen der Erosion

Der Verlust von Oberboden ist eine der schwerwiegendsten Folgen. Oberboden bildet sich sehr langsam. Gehen jedes Jahr Millimeter verloren, summiert sich der Schaden über Jahrzehnte. Nährstoffe, Humus und Bodenleben verschwinden. Erträge sinken, und die Wasserhaltefähigkeit nimmt ab.

Außerhalb der betroffenen Fläche entstehen weitere Schäden. Abgetragener Boden verschlammt Gräben, Bäche und Seen. Nährstoffe fördern Algenwachstum. Pflanzenschutzmittel können mit Bodenpartikeln in Gewässer gelangen. Straßen und Keller können nach Starkregen mit Schlamm überflutet werden.

Gewässerbelastung

Erosion trägt Phosphor, Stickstoff, organische Substanz und Schadstoffe in Gewässer. Phosphor bindet häufig an Bodenpartikel. Gelangt er in Seen oder langsam fließende Gewässer, kann er Eutrophierung fördern. Trübes Wasser verringert Licht und beeinträchtigt Wasserpflanzen, Fische und Kleinlebewesen.

Klimabezug

Böden speichern Kohlenstoff in Humus. Wird Boden abgetragen, kann organische Substanz schneller abgebaut werden. Dadurch kann CO2 freigesetzt werden. Gleichzeitig verliert der Boden seine Fähigkeit, Wasser und Kohlenstoff zu speichern. Erosionsschutz ist daher auch ein Beitrag zu Klimaanpassung und Bodenkohlenstoffschutz.

Maßnahmen gegen Erosion

Der wichtigste Schutz ist eine dauerhafte Bodenbedeckung. Pflanzen, Mulch, Erntereste und Zwischenfrüchte bremsen Regentropfen und Wind. Wurzeln stabilisieren Bodenaggregate. Humus verbessert die Krümelstruktur und Wasseraufnahme. Auf Hängen können quer zum Gefälle bewirtschaftete Flächen, Terrassen und Grünstreifen den Abfluss verlangsamen.

Gewässerrandstreifen halten Sedimente zurück, bevor sie in Bäche und Flüsse gelangen. Hecken und Baumreihen mindern Winderosion und gliedern Landschaften. Auf Baustellen helfen Sedimentbarrieren, schnelle Begrünung, Abdeckungen und geordnete Wasserführung.

Zusammenfassung

Erosion ist die Abtragung von Boden, Gestein oder Sediment durch Wasser, Wind, Eis oder Schwerkraft. Besonders Bodenerosion gefährdet fruchtbaren Oberboden, Humus, Nährstoffe und Bodenleben. Beschleunigt wird sie durch unbedeckte Böden, Starkregen, Hanglagen, Verdichtung, Entwaldung, Überweidung und ungeeignete Bewirtschaftung. Folgen sind Ertragsverluste, Gewässerbelastung, Schlammabfluss und verringerte Wasserspeicherung. Schutz bieten dauerhafte Bodenbedeckung, Humusaufbau, Zwischenfrüchte, Mulch, Hecken, Gewässerrandstreifen und bodenschonende Nutzung.