Dürre

Definition: Was ist Dürre?

Dürre ist ein längerer Zeitraum mit ungewöhnlich wenig verfügbarem Wasser. Sie entsteht, wenn Niederschläge ausbleiben, Böden austrocknen, Grundwasserstände sinken, Flüsse wenig Wasser führen oder Pflanzen unter Wassermangel leiden. Dürre ist nicht nur Hitze. Auch bei mäßigen Temperaturen kann Dürre entstehen, wenn über längere Zeit zu wenig Regen fällt oder Wasserreserven nicht aufgefüllt werden.

Dürrezeit
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Dürre betrifft Landwirtschaft, Wälder, Trinkwasserversorgung, Flüsse, Seen, Feuchtgebiete, Energieerzeugung, Schifffahrt, Böden und Biodiversität. Sie entwickelt sich oft langsam und wird deshalb später wahrgenommen als Hochwasser oder Sturm. Ihre Folgen können jedoch über Monate oder Jahre anhalten, besonders wenn Grundwasser und tiefe Bodenschichten betroffen sind.

Arten von Dürre

Meteorologische Dürre

Meteorologische Dürre beschreibt einen Zeitraum mit deutlich unterdurchschnittlichem Niederschlag. Sie wird im Vergleich zum langjährigen Mittel einer Region bewertet. Was in einer trockenen Region normal ist, kann in einer feuchten Region bereits eine starke Abweichung sein. Deshalb ist Dürre immer auch regional zu betrachten.

Eine meteorologische Dürre kann nach wenigen Wochen beginnen, wenn Regen ausbleibt. Sie sagt jedoch noch nicht automatisch aus, wie stark Böden, Pflanzen oder Grundwasser betroffen sind. Dafür sind weitere Dürreformen wichtig.

Landwirtschaftliche Dürre

Landwirtschaftliche Dürre entsteht, wenn Pflanzen im Wurzelraum nicht genügend Wasser finden. Sie hängt von Niederschlag, Verdunstung, Bodenart, Humusgehalt, Durchwurzelung und Wachstumsphase ab. Sandige Böden trocknen schneller aus als lehmige Böden. Humusreiche Böden speichern mehr Wasser.

Besonders empfindlich sind Kulturen während Keimung, Blüte, Fruchtbildung oder Kornfüllung. Wassermangel in diesen Phasen kann Erträge stark mindern. Auch Grünland, Obstbäume, Gemüse und Jungpflanzen reagieren empfindlich auf Trockenstress.

Hydrologische Dürre

Hydrologische Dürre betrifft Flüsse, Seen, Talsperren und Grundwasser. Sie entsteht meist verzögert, wenn über längere Zeit zu wenig Niederschlag fällt und Wasserreserven nicht aufgefüllt werden. Niedrigwasser kann Schifffahrt, Kühlwasserentnahme, Wasserkraft, Gewässerökologie und Trinkwasserversorgung beeinträchtigen.

Grundwasserdürre kann besonders lange anhalten. Selbst nach Regen erholen sich tiefe Grundwasserspeicher oft nur langsam. Mehrere trockene Jahre hintereinander können daher schwerwiegende Folgen haben.

Ursachen von Dürre

Dürre entsteht durch ein Zusammenspiel von ausbleibenden Niederschlägen, hoher Verdunstung, Hitze, Wind, Bodenverhältnissen, Landnutzung und Wasserentnahmen. Hochdrucklagen können Regengebiete über längere Zeit fernhalten. Hohe Temperaturen erhöhen die Verdunstung aus Böden, Gewässern und Pflanzen. Wind verstärkt Austrocknung zusätzlich.

Auch Landschaftsveränderungen beeinflussen Dürre. Versiegelte Flächen lassen Wasser schnell abfließen, statt es im Boden zu speichern. Entwässerte Moore, begradigte Flüsse, fehlende Auen, verdichtete Böden und humusarme Äcker halten weniger Wasser zurück. Dadurch werden Trockenphasen verschärft.

Klimawandel

Der Klimawandel erhöht in vielen Regionen das Dürrerisiko. Wärmere Luft kann mehr Wasser aufnehmen, wodurch Verdunstung steigt. Niederschläge verteilen sich häufiger ungleich: längere Trockenphasen können von Starkregen unterbrochen werden. Starkregen füllt Wasserspeicher jedoch nicht immer gut auf, weil viel Wasser oberflächlich abfließt.

Hitze und Dürre verstärken sich gegenseitig. Trockene Böden verdunsten weniger Wasser und kühlen dadurch weniger. Die Luft erwärmt sich stärker. Pflanzen schließen ihre Spaltöffnungen, reduzieren Photosynthese und wachsen schlechter. Wälder werden anfälliger für Schädlinge, Brände und Absterbeerscheinungen.

Folgen für Landwirtschaft

Dürre kann Erträge verringern, Qualität verschlechtern und Futterknappheit verursachen. Getreide bildet kleinere Körner, Mais rollt Blätter ein, Kartoffeln bleiben klein, Gemüse benötigt Bewässerung, und Grünland wächst kaum nach. Viehbetriebe können Probleme bekommen, wenn Futterernten ausfallen oder Weiden vertrocknen.

Bewässerung kann Schäden mindern, ist aber nicht überall möglich. Wasserressourcen sind begrenzt, und Bewässerung kann Nutzungskonflikte verschärfen. Anpassung umfasst trockenheitstolerante Sorten, vielfältige Fruchtfolgen, Humusaufbau, Mulch, Agroforst, reduzierte Bodenverdichtung und bessere Wasserspeicherung in der Landschaft.

Folgen für Wälder

Wälder reagieren auf Dürre mit Trockenstress. Bäume schließen ihre Spaltöffnungen, wachsen langsamer und können weniger Harz oder Abwehrstoffe bilden. Dadurch werden sie anfälliger für Borkenkäfer, Pilze und andere Schaderreger. Besonders betroffen sind Baumarten auf ungeeigneten Standorten oder flachgründigen Böden.

Junge Bäume leiden besonders, weil ihre Wurzeln noch nicht tief reichen. Wiederholte Dürrejahre können auch alte Bäume schwächen. Waldumbau hin zu standortgerechten Mischwäldern, Schutz des Waldbodens und Wasserrückhalt sind wichtige Anpassungswege.

Folgen für Gewässer und Biodiversität

Bei Dürre sinken Wasserstände in Bächen, Flüssen, Seen und Feuchtgebieten. Wassertemperaturen steigen, Sauerstoffgehalte sinken, und Schadstoffe werden weniger verdünnt. Fische, Muscheln, Amphibien und Insektenlarven geraten unter Druck. Kleine Bäche können trockenfallen.

Feuchtgebiete, Moore und Auen verlieren Wasser. Arten, die auf nasse Lebensräume angewiesen sind, verlieren Rückzugsräume. Gleichzeitig können invasive oder trockenheitstolerante Arten profitieren. Dürre verändert damit Lebensgemeinschaften und ökologische Prozesse.

Dürre und Böden

Trockene Böden werden hart, rissig und weniger biologisch aktiv. Bodenorganismen reduzieren ihre Aktivität oder sterben ab. Pflanzenreste werden langsamer zersetzt. Bei Starkregen nach langer Trockenheit können trockene Böden Wasser schlecht aufnehmen. Es kommt zu Oberflächenabfluss und Erosion.

Humusreiche, gut strukturierte Böden speichern mehr Wasser und bleiben länger durchwurzelbar. Bodenschutz ist daher ein wichtiger Teil der Dürrevorsorge. Verdichtung, Erosion und Humusverlust verschärfen Trockenstress.

Dürrevorsorge

Dürrevorsorge setzt auf Wasserrückhalt, sparsame Nutzung und widerstandsfähige Landschaften. Dazu gehören Entsiegelung, Regenwasserspeicherung, Wiedervernässung von Mooren, Renaturierung von Auen, humusfördernde Landwirtschaft, standortgerechte Wälder, effiziente Bewässerung und Schutz von Grundwasser.

Auch Städte müssen sich anpassen. Stadtbäume brauchen größere Wurzelräume, Regenwassernutzung und entsiegelte Flächen. Grünflächen, Schwammstadt-Konzepte und hitzeangepasste Planung helfen, Wasser länger verfügbar zu halten und Überhitzung zu verringern.

Zusammenfassung

Dürre ist ein längerer Wassermangel, der Niederschlag, Böden, Pflanzen, Gewässer und Grundwasser betreffen kann. Sie entsteht durch ausbleibenden Regen, hohe Verdunstung, Hitze, ungünstige Landnutzung und Wasserentnahmen. Der Klimawandel erhöht in vielen Regionen das Risiko für längere und intensivere Trockenphasen. Folgen zeigen sich in Landwirtschaft, Wald, Gewässern, Böden, Biodiversität und Trinkwasserversorgung. Wirksame Vorsorge stärkt Wasserrückhalt, Bodenschutz, humusreiche Böden, naturnahe Gewässer, klimaangepasste Wälder und sparsame Wassernutzung.