Cadmium

Definition: Was ist Cadmium?

Cadmium ist ein chemisches Element mit dem Symbol Cd und der Ordnungszahl 48. Es ist ein weiches, silbrig glänzendes Schwermetall und kommt in der Natur meist als Begleitelement in Zink-, Blei- und Kupfererzen vor. Cadmium ist giftig, reichert sich in Organismen an und kann Umwelt sowie Gesundheit langfristig belasten. Deshalb gehört es zu den besonders regulierten Schwermetallen.

Verschiedene Tests rund um Cadmium
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Historisch wurde Cadmium in Batterien, Pigmenten, Beschichtungen, Kunststoffen, Legierungen und Elektronik eingesetzt. Viele Anwendungen sind heute eingeschränkt oder ersetzt worden, weil Cadmium bereits in geringen Mengen problematisch sein kann. Trotzdem gelangt es weiterhin durch Bergbau, Metallverarbeitung, Industrie, Abfälle, Düngemittel, Verbrennungsprozesse und Altprodukte in die Umwelt.

Eigenschaften von Cadmium

Cadmium ist weich, formbar und korrosionsbeständig. Es schmilzt bei vergleichsweise niedriger Temperatur und kann mit anderen Metallen Legierungen bilden. Chemisch tritt es meist als zweiwertiges Cadmiumion auf. Viele Cadmiumverbindungen sind giftig, einige sind gut wasserlöslich, andere schwer löslich.

Besonders problematisch ist, dass Cadmium nicht biologisch abgebaut werden kann. Als Element bleibt es erhalten und kann nur seine chemische Form oder Bindung ändern. In Böden kann es an Partikel, Tonminerale, Humus oder Eisen- und Manganoxide gebunden sein. Unter sauren Bedingungen wird Cadmium leichter mobil und kann von Pflanzen aufgenommen werden.

Schwermetall

Cadmium wird zu den Schwermetallen gezählt. Dieser Begriff wird für Metalle mit hoher Dichte und häufig problematischer biologischer Wirkung verwendet. Nicht jedes Schwermetall ist in jeder Form giftig, doch Cadmium gehört zu jenen Elementen, die keine bekannte nützliche Funktion im menschlichen Körper haben und bereits bei niedrigen Belastungen kritisch sein können.

Vorkommen und Quellen

Cadmium kommt natürlicherweise in Gesteinen, Böden und Erzen vor. Meist ist es mit Zinkmineralen verbunden. Bei der Zinkgewinnung fällt Cadmium daher häufig als Nebenprodukt an. Natürliche Verwitterung setzt geringe Mengen frei. Menschliche Aktivitäten haben die Verteilung jedoch deutlich erhöht.

Wichtige Quellen sind Metallhütten, Bergbau, Kohleverbrennung, Müllverbrennung, Zementproduktion, Phosphatdünger, Klärschlamm, Altbatterien, alte Pigmente und belastete Industrieflächen. Auch Verkehr und Reifenabrieb können kleine Beiträge leisten. In landwirtschaftlichen Böden ist Cadmium vor allem wegen Düngemitteln und atmosphärischen Einträgen relevant.

Cadmium in Düngemitteln

Phosphatgestein kann Cadmium enthalten. Wird daraus Phosphatdünger hergestellt, können geringe Mengen Cadmium auf Ackerflächen gelangen. Über viele Jahre kann sich dadurch Cadmium im Boden anreichern. Der Cadmiumgehalt von Phosphatdüngern hängt stark von der Herkunft des Rohphosphats ab.

Eine Begrenzung von Cadmium in Düngemitteln ist daher ein wichtiger Teil des vorsorgenden Bodenschutzes. Je weniger Cadmium in den Boden gelangt, desto geringer ist langfristig das Risiko für Pflanzenaufnahme und Nahrungsketten.

Cadmium in der Umwelt

Cadmium kann in Böden, Sedimenten, Gewässern und Organismen vorkommen. In Böden bleibt es oft lange erhalten. Seine Mobilität steigt bei niedrigem pH-Wert, geringer Humusbindung und bestimmten Salzbelastungen. Saure Böden begünstigen die Aufnahme durch Pflanzen. Kalkung kann Cadmium teilweise weniger verfügbar machen, wenn sie fachgerecht eingesetzt wird.

In Gewässern kann Cadmium gelöst oder an Partikel gebunden vorkommen. Es kann Wasserorganismen schädigen und sich in Nahrungsketten anreichern. Besonders Muscheln und bestimmte Meerestiere können Cadmium speichern. Sedimente dienen häufig als Langzeitspeicher, können aber bei veränderten Bedingungen wieder Quellen werden.

Cadmium in Pflanzen

Pflanzen nehmen Cadmium über die Wurzeln auf. Die Menge hängt von Bodenbelastung, pH-Wert, Pflanzenart, Sorte und Nährstoffversorgung ab. Einige Pflanzen, etwa bestimmte Blattgemüse, Getreide oder Ölsaaten, können Cadmium in essbaren Teilen anreichern. Besonders relevant ist die langfristige Aufnahme über die Nahrung.

Eine ausgewogene Bodenbewirtschaftung kann die Aufnahme verringern. Dazu zählen pH-Kontrolle, Humuserhalt, cadmiumarme Dünger, Vermeidung weiterer Einträge und geeignete Kulturwahl auf belasteten Flächen.

Gesundheitliche Wirkung

Cadmium kann über Nahrung, Rauchen, Staub oder berufliche Exposition aufgenommen werden. Im Körper wird es nur langsam ausgeschieden und kann sich vor allem in Nieren und Leber anreichern. Die biologische Halbwertszeit im menschlichen Körper ist lang. Deshalb ist chronische Belastung besonders wichtig.

Langfristige Cadmiumaufnahme kann die Nieren schädigen, den Knochenstoffwechsel beeinträchtigen und zu erhöhter Knochenbrüchigkeit beitragen. Cadmium und bestimmte Cadmiumverbindungen gelten außerdem als krebserzeugend beim Menschen, insbesondere bei Einatmen cadmiumhaltiger Stäube. Akute Vergiftungen können bei hohen Belastungen auftreten, sind aber im Umweltkontext seltener als chronische Niedrigbelastungen.

Rauchen als Aufnahmequelle

Tabakpflanzen können Cadmium aus dem Boden aufnehmen. Beim Rauchen gelangt Cadmium in den Körper und trägt zur Gesamtbelastung bei. Für Raucherinnen und Raucher kann Tabakrauch eine bedeutende Cadmiumquelle sein. Diese Aufnahme kommt zusätzlich zur Nahrung hinzu.

Cadmium in Produkten

Cadmium wurde lange in Nickel-Cadmium-Akkumulatoren eingesetzt. Diese Akkus sind robust und langlebig, enthalten aber giftiges Cadmium. In vielen Verbraucheranwendungen wurden sie durch andere Akkutypen ersetzt. Für bestimmte industrielle oder sicherheitsrelevante Anwendungen können Nickel-Cadmium-Akkus weiterhin vorkommen.

Cadmiumverbindungen wurden außerdem als Pigmente verwendet, etwa für kräftige Gelb-, Orange- und Rottöne. Cadmiumbeschichtungen schützten Metallteile vor Korrosion. In Kunststoffen wurden Cadmiumverbindungen früher als Stabilisatoren eingesetzt. Viele dieser Anwendungen sind heute stark eingeschränkt.

Elektroaltgeräte und Batterien

Cadmiumhaltige Batterien und Elektrogeräte müssen getrennt gesammelt werden. Gelangen sie in Restmüll oder unsachgemäße Entsorgung, kann Cadmium in Schlacken, Stäube oder Umwelt gelangen. Recycling und sichere Behandlung verhindern Freisetzungen und ermöglichen Rohstoffrückgewinnung.

Cadmium und Bodenschutz

Da Cadmium im Boden lange erhalten bleibt, ist Vorsorge besonders wichtig. Einmal belastete Böden lassen sich nur schwer sanieren. Bodenschutz setzt daher auf Eintragsminderung, saubere Düngemittel, Emissionskontrolle, geordnete Abfallwirtschaft und Überwachung belasteter Standorte.

Auf belasteten Flächen können Nutzungsbeschränkungen nötig sein. In Hausgärten oder auf Spielplätzen kann direkter Bodenkontakt relevant werden. Bei landwirtschaftlicher Nutzung muss geprüft werden, ob Pflanzen Cadmium in kritischen Mengen aufnehmen. Bodenaustausch oder Abdeckung kann bei stark belasteten Standorten sinnvoll sein.

Zusammenfassung

Cadmium ist ein giftiges Schwermetall mit dem Symbol Cd. Es kommt natürlich als Begleitelement in Erzen vor, gelangt aber auch durch Industrie, Bergbau, Verbrennung, Düngemittel, Batterien und Altprodukte in die Umwelt. Cadmium ist nicht abbaubar, kann in Böden lange verbleiben und von Pflanzen aufgenommen werden. Im Menschen reichert es sich vor allem in Nieren und Leber an und kann bei langfristiger Belastung Nieren, Knochen und Gesundheit schädigen. Wichtige Schutzmaßnahmen sind Eintragsvermeidung, cadmiumarme Düngemittel, sichere Batterieentsorgung, Luftreinhaltung, Bodenkontrolle und geordnetes Recycling.