Definition: Was sind Bienen?
Bienen sind Insekten aus der Ordnung der Hautflügler. Weltweit gibt es viele tausend Bienenarten. Die bekannteste Art ist die Westliche Honigbiene, die in Staaten lebt und Honig produziert. Daneben existiert eine große Vielfalt an Wildbienen, darunter Hummeln, Sandbienen, Mauerbienen, Furchenbienen, Seidenbienen und viele weitere Gruppen. Die meisten Wildbienen leben einzeln und bilden keine großen Staaten.

Bienen sind ökologisch besonders wichtig, weil viele Arten Blüten bestäuben. Bei der Suche nach Nektar und Pollen übertragen sie Blütenstaub von einer Pflanze zur anderen. Dadurch ermöglichen sie die Fortpflanzung vieler Wild- und Kulturpflanzen. Bienen tragen damit zu Artenvielfalt, Ernährungssicherung und stabilen Ökosystemen bei.
Honigbienen und Wildbienen
Honigbienen
Honigbienen leben in großen Staaten mit Königin, Arbeiterinnen und Drohnen. Ein Volk kann zehntausende Tiere umfassen. Die Arbeiterinnen sammeln Nektar, Pollen, Wasser und Harze, pflegen Brut, bauen Waben und verteidigen das Volk. Aus Nektar entsteht Honig, der als Nahrungsvorrat dient. Honigbienen werden seit langer Zeit von Menschen gehalten.
In der Landwirtschaft sind Honigbienen wichtige Bestäuber, besonders bei Obstbäumen, Raps, Sonnenblumen, Beeren und vielen Sonderkulturen. Ihre Stärke liegt in der großen Zahl an Sammlerinnen und der Mobilität der Imkerei. Bienenvölker können gezielt in Blühkulturen gebracht werden.
Wildbienen
Wildbienen sind deutlich vielfältiger als Honigbienen. Viele Arten leben solitär. Ein Weibchen baut ein Nest, legt Eier ab und versorgt jede Brutzelle mit Pollen und Nektar. Andere Arten leben in kleinen Gemeinschaften oder sozial, etwa Hummeln. Wildbienen unterscheiden sich stark in Größe, Flugzeit, Nahrungspflanzen und Nistweise.
Einige Wildbienen sind Generalisten und besuchen viele Pflanzenarten. Andere sind Spezialisten und sammeln Pollen nur an bestimmten Pflanzenfamilien oder Gattungen. Dadurch sind sie besonders empfindlich, wenn diese Pflanzen verschwinden. Wildbienen nisten in offenen Bodenstellen, hohlen Pflanzenstängeln, Totholz, Mauerritzen, Schneckenhäusern oder Steilwänden.
Bestäubung durch Bienen
Bestäubung ist die Übertragung von Pollen auf die weiblichen Blütenteile. Viele Pflanzen benötigen diesen Vorgang, um Samen und Früchte zu bilden. Bienen sind dabei besonders wirksam, weil sie gezielt Blüten besuchen und Pollen sammeln. Ihr Körper ist oft behaart, sodass Pollen haften bleibt und zur nächsten Blüte getragen wird.
Die Bestäubungsleistung von Bienen ist für viele Ökosysteme unverzichtbar. Wildpflanzen bilden Samen und Früchte, die wiederum Vögeln, Säugetieren und Insekten als Nahrung dienen. In der Landwirtschaft hängen Ertrag und Qualität vieler Kulturen von Bestäubern ab. Äpfel, Kirschen, Beeren, Kürbisse, Gurken, Raps, Mandeln und zahlreiche weitere Pflanzen profitieren von Bienenbestäubung.
Spezialisierte Bestäubung
Nicht jede Biene bestäubt jede Pflanze gleich gut. Hummeln können durch Vibrationsbestäubung Pollen aus bestimmten Blüten lösen, etwa bei Tomaten oder Heidelbeeren. Einige Wildbienen fliegen schon bei kühlerem Wetter oder früher im Jahr als Honigbienen. Andere passen durch Körpergröße oder Rüssellänge besonders gut zu bestimmten Blütenformen.
Eine vielfältige Bestäubergemeinschaft ist deshalb stabiler als die Abhängigkeit von einer einzigen Art. Wenn Wetter, Krankheiten oder Nahrungsmangel eine Art beeinträchtigen, können andere Arten teilweise ausgleichen. Biodiversität ist hier direkt mit Ernährungssicherheit verbunden.
Lebensräume von Bienen
Bienen brauchen Blüten und Nistplätze. Beides muss in erreichbarer Nähe liegen. Blüten liefern Nektar als Energiequelle und Pollen als Eiweißnahrung für die Brut. Nistplätze unterscheiden sich je nach Art. Viele Wildbienen nisten im Boden und benötigen offene, sonnige, wenig bewachsene Stellen. Andere nutzen Totholz, markhaltige Stängel, Lehmwände oder Hohlräume.
Gute Bienenlebensräume sind blütenreich, strukturreich und möglichst wenig mit Pestiziden belastet. Dazu gehören artenreiche Wiesen, Hecken, Säume, Streuobstwiesen, Brachen, Gärten, Parks, Waldränder, Sandflächen und naturnahe Böschungen. Wichtig ist ein Blütenangebot vom Frühjahr bis in den Herbst, weil unterschiedliche Arten zu unterschiedlichen Zeiten fliegen.
Gefährdungen von Bienen
Lebensraumverlust
Der Verlust blütenreicher Lebensräume ist eine der wichtigsten Ursachen für den Rückgang vieler Wildbienen. Intensive Landwirtschaft, häufige Mahd, Versiegelung, aufgeräumte Gärten, Verlust von Brachen und nährstoffreiche Standorte verringern Blütenvielfalt und Nistmöglichkeiten. Besonders Spezialisten leiden, wenn bestimmte Pflanzen verschwinden.
Pestizide
Pflanzenschutzmittel können Bienen direkt oder indirekt schädigen. Insektizide können giftig wirken, Fungizide und Herbizide beeinflussen Nahrungspflanzen oder Mikroorganismen. Herbizide verringern Wildkräuter, die vielen Bienen Pollen und Nektar liefern. Die Wirkung hängt von Wirkstoff, Menge, Zeitpunkt, Anwendung und Art ab.
Besonders kritisch sind Anwendungen während der Blüte oder in der Nähe blühender Wildpflanzen. Auch Rückstände in Pollen, Nektar, Wasser oder Staub können eine Rolle spielen. Bienenfreundliche Landwirtschaft braucht deshalb sorgfältigen Pflanzenschutz und ausreichend pestizidarme Rückzugsräume.
Krankheiten und Parasiten
Honigbienen werden durch Parasiten und Krankheitserreger belastet. Besonders bekannt ist die Varroamilbe, die Bienen schwächt und Viren übertragen kann. Imkerei muss daher Gesundheitskontrolle und Behandlung berücksichtigen. Auch Wildbienen können Krankheitserreger tragen, doch ihre Gefährdung hängt meist stärker mit Lebensraumverlust und Nahrungsknappheit zusammen.
Klimawandel
Der Klimawandel verändert Blühzeiten, Temperaturverläufe und Niederschlagsmuster. Wenn Pflanzen früher blühen, Bienen aber nicht im gleichen Takt erscheinen, können zeitliche Verschiebungen entstehen. Hitze und Trockenheit verringern Blütenangebot und Nektarproduktion. Manche Arten können nach Norden oder in höhere Lagen ausweichen, andere nicht.
Bienen in der Stadt
Städte können überraschend wichtige Lebensräume für Bienen sein, wenn Parks, Gärten, Friedhöfe, Brachflächen, Baumscheiben und begrünte Dächer vielfältige Blüten und Nistplätze bieten. Pestizide werden in vielen urbanen Grünflächen weniger intensiv eingesetzt als in manchen Agrarräumen. Gleichzeitig fehlen oft offene Bodenstellen und naturnahe Strukturen.
Die Haltung von Honigbienen in Städten ist populär geworden. Sie kann Naturbewusstsein fördern, ersetzt aber keinen Wildbienenschutz. In sehr hoher Dichte können Honigbienen mit Wildbienen um Nahrung konkurrieren, besonders wenn Blütenangebot knapp ist. Entscheidend ist daher eine Verbesserung der Lebensräume, nicht nur die Aufstellung weiterer Bienenstöcke.
Schutz von Bienen
Wirksamer Bienenschutz umfasst Blütenvielfalt, Nistplätze, weniger Pestizidbelastung und strukturreiche Landschaften. In der Landwirtschaft helfen Blühstreifen, artenreiche Säume, extensive Wiesen, Hecken, Brachen, vielfältige Fruchtfolgen und später gemähte Flächen. In Gärten und Städten fördern heimische Wildpflanzen, offene Bodenstellen, Totholz und markhaltige Stängel viele Arten.
Insektenhotels
Insektenhotels können einigen oberirdisch nistenden Wildbienen helfen, wenn sie fachgerecht gebaut sind. Sie ersetzen jedoch nur einen kleinen Teil der nötigen Lebensräume. Die meisten Wildbienenarten nisten im Boden und nutzen solche Nisthilfen nicht. Wichtig sind glatte Bohrlöcher, geeignete Röhrchen, Schutz vor Regen und ein gutes Blütenangebot in der Umgebung.
Zusammenfassung
Bienen sind vielfältige Insekten und wichtige Bestäuber von Wild- und Kulturpflanzen. Neben der Honigbiene gibt es zahlreiche Wildbienenarten mit unterschiedlichen Lebensweisen und Ansprüchen. Sie brauchen Blüten, Nistplätze und möglichst unbelastete Lebensräume. Gefährdet werden sie durch Lebensraumverlust, Pestizide, Krankheiten, Klimawandel und Nahrungsmangel. Bienenschutz bedeutet vor allem, blütenreiche, strukturreiche und naturnahe Landschaften zu erhalten und wiederherzustellen.








