Definition: Was ist Altglas?
Altglas bezeichnet gebrauchte Glasverpackungen und Glasbehälter, die nach ihrer Nutzung gesammelt und recycelt werden können. Dazu gehören vor allem Flaschen, Konservengläser, Marmeladengläser, Gurkengläser, Parfümflakons aus Glas und andere Verpackungsgläser. Altglas ist ein wichtiger Wertstoff, weil Glas ohne großen Qualitätsverlust eingeschmolzen und zu neuen Glasverpackungen verarbeitet werden kann.

Nicht jedes Glas gehört in die Altglassammlung. Fensterglas, Spiegel, Trinkgläser, Glaskeramik, Porzellan, Keramik, hitzebeständiges Ofenglas und Glühbirnen haben andere Schmelzpunkte oder Zusammensetzungen. Sie können das Recycling stören und gehören daher in andere Entsorgungswege. Die richtige Trennung entscheidet darüber, wie hochwertig Altglas wiederverwertet werden kann.
Warum Altglas gesammelt wird
Glas besteht hauptsächlich aus Quarzsand, Soda, Kalk und weiteren mineralischen Rohstoffen. Für die Herstellung werden hohe Temperaturen benötigt. Wird Altglas als Scherbenmaterial in die Produktion gegeben, sinkt der Bedarf an neuen Rohstoffen und Energie. Je mehr saubere Glasscherben eingesetzt werden, desto weniger Primärrohstoffe müssen gewonnen und aufgeschmolzen werden.
Altglasrecycling ist deshalb ein wichtiger Teil der Kreislaufwirtschaft. Glasverpackungen können immer wieder eingeschmolzen werden, wenn sie richtig sortiert und frei von störenden Fremdstoffen sind. Anders als viele Kunststoffe verliert Glas beim Recycling kaum an Materialqualität. Eine grüne Flasche kann wieder zu grünem Glas werden, braunes Glas zu braunem Glas und weißes Glas zu farblosem Glas.
Welche Glasarten ins Altglas gehören
In Altglascontainer gehören Verpackungsgläser, die zuvor Lebensmittel, Getränke, Kosmetik oder Arzneimittel enthalten haben. Typische Beispiele sind Weinflaschen, Saftflaschen, Einweg-Bierflaschen, Konservengläser, Senfgläser, Marmeladengläser, Ölflaschen, Essigflaschen und kleine Glasfläschchen aus dem Kosmetikbereich.
Deckel müssen nicht immer vollständig entfernt sein, werden aber im Recyclingprozess besser getrennt, wenn sie bereits vorher abgeschraubt werden. Papieretiketten stören meist nicht, weil sie beim Aufbereitungsprozess entfernt oder verbrannt werden. Wichtig ist vor allem, dass keine Keramik, Porzellan, Steingut oder hitzebeständige Glasarten in den Container gelangen.
Weißglas, Grünglas und Braunglas
Altglas wird farblich getrennt gesammelt, weil bereits kleine Mengen farbiger Scherben die Qualität von Weißglas beeinträchtigen können. Weißglas muss möglichst farbrein bleiben, damit daraus wieder farblose Verpackungen entstehen. Braunglas schützt empfindliche Inhalte wie Bier oder manche Arzneimittel vor Licht. Grünglas verträgt Farbabweichungen am besten.
Glas in ungewöhnlichen Farben, etwa blaues, rotes oder schwarzes Glas, wird meist dem Grünglas zugeordnet. Grünglas kann Fremdfarben besser aufnehmen als Weiß- oder Braunglas. Die Farbsortierung ist einer der wichtigsten Schritte für hochwertiges Glasrecycling.
Was nicht ins Altglas gehört
Nicht in den Altglascontainer gehören Trinkgläser, Fensterscheiben, Spiegel, Glühbirnen, Energiesparlampen, LED-Lampen, Cerankochfelder, Porzellan, Keramik, Steingut, Vasen, Aquarien, hitzebeständige Auflaufformen und Laborglas. Diese Materialien unterscheiden sich in Zusammensetzung oder Schmelzverhalten deutlich von Verpackungsglas.
Besonders Keramik und Porzellan sind problematisch. Schon kleine Stücke können beim Schmelzen nicht richtig aufgehen und später Einschlüsse im neuen Glas verursachen. Dadurch können Flaschen oder Gläser instabil werden. Auch hitzebeständiges Glas schmilzt bei anderen Temperaturen und stört die Produktion.
Der Weg des Altglases
Nach der Sammlung wird Altglas zu Aufbereitungsanlagen transportiert. Dort werden grobe Fremdstoffe entfernt. Magnete ziehen Metallteile heraus, Siebe trennen unterschiedliche Korngrößen, Luftströme entfernen leichte Materialien wie Papier oder Kunststoff. Optische Sortierer erkennen Farben und Fremdstoffe. Am Ende entstehen möglichst reine Glasscherben, die als Rohstoff in Glashütten eingesetzt werden.
In der Glashütte werden die Scherben mit weiteren Rohstoffen gemischt und bei hohen Temperaturen geschmolzen. Aus der Glasschmelze entstehen neue Flaschen und Gläser. Der Anteil von Altglas kann je nach Glasfarbe und Verfügbarkeit hoch sein. Besonders bei Grünglas sind hohe Recyclinganteile möglich.
Störstoffe im Recycling
Störstoffe verringern die Qualität und erhöhen den Aufwand. Keramik, Steine und Porzellan verursachen Einschlüsse. Metallteile müssen entfernt werden. Kunststoffreste können verbrennen und Abluft belasten. Falsche Glasarten können die Schmelze beeinträchtigen. Je sauberer die Sammlung, desto effizienter funktioniert das Recycling.
Auch starke Verschmutzungen sind ungünstig. Altglas muss nicht gespült werden, sollte aber leer sein. Lebensmittelreste erhöhen Gerüche, locken Tiere an und erschweren die Sammlung. Flüssigkeiten im Container können Verschmutzungen verstärken.
Umweltvorteile von Altglasrecycling
Altglasrecycling spart Rohstoffe und Energie. Quarzsand, Soda und Kalk müssen weniger stark neu gewonnen werden. Glasscherben schmelzen bei geringerem Energieeinsatz als eine Mischung aus Primärrohstoffen. Dadurch sinken auch Treibhausgasemissionen aus der Produktion.
Ein weiterer Vorteil ist die nahezu unbegrenzte Recyclingfähigkeit von Glas. Während Papierfasern mit jedem Recyclingdurchgang kürzer werden und viele Kunststoffe Qualitätsverluste erleiden, kann Glas immer wieder eingeschmolzen werden. Voraussetzung bleibt eine saubere Sortierung nach Farben und Materialart.
Altglas, Mehrweg und Einweg
Altglasrecycling betrifft vor allem Einwegverpackungen aus Glas. Mehrwegflaschen werden dagegen gereinigt und mehrfach wiederbefüllt, bevor sie am Ende ebenfalls recycelt werden können. Aus Umweltsicht ist Mehrweg häufig vorteilhaft, wenn Transportwege nicht zu lang sind und die Flaschen viele Umläufe erreichen.
Einweg-Glasverpackungen sind schwerer als viele andere Verpackungen und benötigen beim Transport mehr Energie. Ihr Vorteil liegt in guter Recyclingfähigkeit, chemischer Stabilität und Schutz des Inhalts. Die Umweltbewertung hängt daher von Nutzung, Transport, Recyclinganteil, Gewicht und Sammelqualität ab.
Altglas in der Kreislaufwirtschaft
Altglas ist ein Beispiel für einen gut funktionierenden Stoffkreislauf. Die Sammlung ist etabliert, die Technik ausgereift, und der recycelte Rohstoff ist in der Glasindustrie gefragt. Dennoch hängt die Qualität des Systems vom richtigen Verhalten bei Sammlung, kommunaler Infrastruktur, Sortiertechnik und Nachfrage nach Recyclingglas ab.
In einer Kreislaufwirtschaft sollen Materialien möglichst lange im Umlauf bleiben. Glas erfüllt dafür gute Voraussetzungen. Noch besser wird die Bilanz, wenn Verpackungen leichter werden, Mehrwegsysteme gestärkt und Transportwege verkürzt werden. Auch klare Kennzeichnung hilft, Fehlwürfe zu vermeiden.
Zusammenfassung
Altglas ist gebrauchtes Verpackungsglas, das gesammelt, sortiert und zu neuen Glasprodukten eingeschmolzen wird. Es gehört nach Farben getrennt in Weißglas, Grünglas und Braunglas. Nicht geeignet sind Keramik, Porzellan, Fensterglas, Trinkgläser, Spiegel und hitzebeständige Glasarten. Richtig getrenntes Altglas spart Rohstoffe, Energie und Emissionen. Wegen seiner hohen Recyclingfähigkeit ist Glas ein wichtiger Wertstoff der Kreislaufwirtschaft.








