NABU warnt: EU spart am Naturschutz – Zukunft in Gefahr

Fabian

© MrPanya / stock.adobe.com

Die EU-Kommission hat ihren Vorschlag für den Mehrjährigen Finanzrahmen (MFR) ab dem Jahr 2028 präsentiert. Obwohl der Entwurf in einigen Bereichen eine grundlegende Überarbeitung erkennen lässt, kritisiert der NABU, dass zentrale Zukunftsaufgaben wie der Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen und des Klimas deutlich zu kurz kommen. Diese Themen würden zugunsten von Wettbewerbsfähigkeit, Verteidigung und Bürokratieabbau nahezu ausgeblendet. Ein eigenständiger Finanzierungsschwerpunkt für widerstandsfähige Ökosysteme fehle vollständig – dabei seien gesunde Böden, stabile Wasserhaushalte und eine intakte Artenvielfalt essenzielle Voraussetzungen für Ernährungssicherheit und wirtschaftliche Stabilität.

Warnung vor Vernachlässigung der ökologischen Grundlagen

NABU-Präsident Jörg-Andreas Krüger betonte, der EU-Haushalt entscheide nicht nur über die wirtschaftliche Basis, sondern auch darüber, wie eine lebenswerte Zukunft gestaltet werden könne. Aus seiner Sicht ignoriere der Vorschlag der Kommission weitgehend den alarmierenden Zustand der Artenvielfalt und Ökosysteme. Wer sich ausschließlich auf Wettbewerbsfähigkeit und Verteidigung konzentriere, verliere das Fundament, das die eigentliche Sicherheit bilde.

Auflösung des LIFE-Programms als Rückschritt

Besondere Sorge äußert der NABU hinsichtlich der geplanten Auflösung des LIFE-Programms. Ohne eine verbindliche Mittelbindung und klare Priorisierung für die Wiederherstellung der Natur bestehe das Risiko, dass diese essenziellen Aufgaben künftig kaum noch finanziert würden. Laut Krüger sei das LIFE-Programm das Rückgrat der europäischen Natur- und Klimaschutzfinanzierung. Die geplante Integration in einen Mischfonds zusammen mit Verteidigung und Digitalisierung stelle einen gravierenden Rückschritt dar. Dadurch drohten kleinere Organisationen, lokale Projekte und innovative Ansätze im Naturschutz künftig kaum mehr berücksichtigt zu werden.

Agrarpolitik ohne klare Umweltziele

Auch zur Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) äußert sich der NABU kritisch. Zwar erkennt der Verband in der angestrebten Neuausrichtung der Agrarförderstruktur grundsätzlich Potenzial für Verbesserungen. Allerdings gehe der aktuelle Vorschlag in die falsche Richtung. Die bereits begonnenen Kürzungen würden fortgeführt, ohne dass ein festes Budget für Natur- und Klimaschutz in der neuen GAP vorgesehen sei.

Auch interessant:  BUND fordert besseren Herdenschutz für konfliktfreies Zusammenleben mit dem Wolf

Fehlanreize durch pauschale Subventionen

Der NABU kritisiert zudem, dass weiterhin große Teile des Agrarbudgets als pauschale Einkommensstützen verteilt werden sollen – ohne Berücksichtigung von Klima-, Biodiversitäts- oder Gemeinwohlzielen. Krüger warnte, dass durch diese Verteilung von Steuergeldern ohne messbaren Nutzen für Natur und Gesellschaft die Zukunft der ländlichen Räume aufs Spiel gesetzt werde. Er forderte die Staats- und Regierungschefs im Rat auf, Korrekturen vorzunehmen, damit eine ökologisch bessere Bewirtschaftung auch ökonomisch attraktiver werde.

Dieser Text beruht auf einer Pressemitteilung des NABU e.V. vom 16.07.2025